﻿VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN ALKALIEN.
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niederschlage aus einer Alkalialbuminatlösung, den man in der That nach Lieber-kühn’s oder irgend eines anderen der erwähnten Autoren Verfahren erhält, eigen ist, da bei der Behandlung, welche Mörner beschreibt, wie mit Gewissheit gesagt werden kann, nur ein Teil des Globulins sich zersetzt hatte, der andere den Neutralisationsniederschlag aus einem Alkalialbuminat vorstellte. So findet Mörner, dass der auf obenbeschriebene Weise erhaltene Neutralisationsniederschlag saner reagirt, die Kohlensäure aus deren Kalk-, Baryt- u. a. Verbindungen in Freiheit setzt und in Natriumphosphat, in 0,05%-iger Salzsäure äquivalenten Mengen sich auflöst (83 p. 11).
Als Ergänzung zur Lehre von der sauren Reaction des Neutralisationsniederschlags und zugleich auch vom Globulin als einer Säure, die sich mit Alkalien zu Salzen verbinden kann, bestätigt Hammarsten (36 p. 160; 37 p. 466) noch einmal, dass sowohl das gefällte Casein, als auch der Neutralisationsniederschlag aus einem Alkalialbumin für eine Säure anzusehen sei, die die Fähigkeit besitzt, sich mit Alkalien *) zu verbinden; für nicht minder überzeugend hält er die saure Reaction der genannten Niederschläge bei der Probe mit Lakmuspapier. Hammarsten schliesst jede Möglichkeit aus, die saure Reaction anders als durch den Charakter der genannten Niederschläge, welche durch Fällung sowohl mit Kohlensäure als mit Essigsäure erhalten wurden, zu erklären (37 p, 466; 36 p. 161). Auch Kossel (61 p. 174) spricht sich für den Säurecharakter der Proteïnsubstanz, welche wir eben betrachten, aus. Gaule (26 p. 490) teilt dieselbe Ansicht und stimmt Sertolli (132 p. 350) darin bei, dass das Protein doppeltkohlensaures Natron zersetzt.
Andererseits wurden die Autoren beständig von dem Gedanken verfolgt, ein objektives Merkmal der Veränderung der Proteïnsubstanz bei deren Uebergang in ein Alkalialbuminat besitzen zu wollen, wobei sie jedoch die charakteristischen Eigentümlichkeiten, die die Verbindung selbst bietet, zu vergessen schienen. So warf z. B. Hoppe-Seyler die Frage auf, ob das Globulin auch durch schwache Alkalilösungen in ein Alkalialbuminat übergeführt werden könne? Hoppe-Seyler findet Angaben, die mit der zu jener Zeit allgemein verbreiteten Ansicht übereinstimmen, nach welcher man so zu sagen auf Grund der Zersetzung der Verbindung urteilt, ob man ein Alkalialbuminat vor sich habe oder nicht: löste sich der Neutralisationsniederschlag in Neutralsalzen, so hiess es, dass das Protein unter der Einwirkung der Alkalien sich verändert hatte und folglich ein Alkalialbuminat entstanden war; im entgegengesetzten Falle war kein Albuminat vorhanden; demgemäss nahm Hoppe-Seyler an, dass das Globulin in Soda oder verdünnten Alkalien „sich unverändert löse“, von stärkern Alkalilösungen aber in ein Alkalialbuminat übergeführt werde l 2). Im gegebenen Falle sind wir höchstens berechtigt zu sagen, dass nach der Einwirkung schwacher Alkalilösungen die Neutralisationsniederschläge sich besser lösen, als nach Behandlung mit concentrirterer.
Ein solches Verhalten der uns interessirenden Verbindung gegenüber bedingte im allgemeinen eine Entstellung nicht nur der Benennungen sondern auch der Vorstellung vom Alkalialbuminat, wie dieselbe von den ältesten Autoren festgestellt worden war und ein volles Recht auf ihr Dasein hatte. Die Vorstellung vom Alkalialbuminat war ja nicht auf Grund des Charakters des Neutralisa-
l) „.... dass das Paraglobulin wie das Casein und das Alkalialbuminat (Neutralisations-
niederschlag — s, die Erklärung p. n. 97) eine Säure ist. Es folgt dies zwar ohne Weiteres aus der Fähigkeit des Paraglohulins, das Alkali zu binden, aber es lässt sich auch in directer
Weise darthun“, da es eine saure Reaction zeigt (37 p. 466).
s) „Es (Paraglobulin) löst sich auch leicht in Sodalösung und sehr verdünnten Aetzalkalilau-gen ohne Aenderung(?), durch stärkere Lauge wird es zu Alkalialbuminat .... verändert“ (54 p. 422). '
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