﻿VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN ALKALIEN.	103
Auflösung des vom Autor „Albuminat“ genannten Neutralisationsniederschlags in Normalätznatronlösung wurde das Alkali mit Salzsäure bis zu neutraler Reaction neutralisirt (ib. p. 9).
Rosenberg bemerkte bei seinen Versuchen, dass je verdünnter die Alkali-ilbuminatlüsung ist, desto weniger Alkali im Verhältnis zur Proteünmenge erforderlich sei, um dieses aufzulösen (ib. p. 10). Zugleich erhielt Rosenberg eine Fällung in Gestalt eines die ganze Flüssigkeit der erhaltenen Lösung umfassenden Coagulums in Abhängigkeit von dem verschiedenen Kochsalzgehalt, und stimmen in dieser Hinsicht seine Angaben mit den Ergebnissen, die Kieseritzky mit einer Albuminlösung erhielt, überein, nämlich: die Schnelligkeit des Fällungsprocesses steige sowohl mit dem Salzgehalt als auch mit dem Prote'ingehalt und besonders mit dem gleichzeitigen Gehalt an beiden Agentien, so dass die Gerinnung entweder in wenigen Augenblicken stattfinden oder sich auf mehrere Tage verziehen könne. Um baldigst ein sicheres Resultat zu erhalten, brauche man z. B. nur zu je 2 cc. 10%-iger Alkalialbuminatlösung je i/i0—a/I0 cc. 10%-iger Chlornatriumlösung zuzugeben; in 5%-iger Proteinlösung dauere die Fällung einige Tage. Zugleich mit die«en Agentien spiele auch die Wärme bei der Beförderung der Fällung eine bedeutende Rolle; in entgegengesetzter Richtung wirke ein Ueber-schuss an Alkali und um so stärker, je verdünnter die Lösung ist. Grosse Dosen Kochsalz bewirken nicht mehr die Bildung von Coagula, sondern von einzelnen Flocken. Verdünnung befördere diese Wirkung des Kochsalzes. Nach der Abdampfung der erwähnten Alkalilösung im luftleeren Raume bis zur Trockne sei das Präparat in Wasser wieder löslich. Sowohl eine verdünnte als auch eine gesättigte Alkalialbuminatlösung werde durch Fehlen von Opalescenz charakterisirt; letztere sei das Anzeichen einer ungenügenden Menge des Lösungsmittels, und verschwinde die Opalescenz, sobald eine neue Menge desselben zugesetzt wird (ib. p. 12). Halliburton (33 p. 193) findet, dass aus Eiweiss bereitetes Alkalialbuminat leicht von Magnesiumsulfat gefällt werde.
Nicht weniger interessant sind DogieFs Beobachtungen, nach denen bei der Auflösung von frischem Casein auf Kosten von vorsichtig zugegossenem Aetznatron zuerst eine saure Reaction beobachtet werde, die aber bei weiterem Zusatz von Natron in eine neutrale übergehe (17 p. 100).
Interessant ist hier hervorzuheben, dass Wurtz den Neutralisationsniederschlag der Alkaliverbindung „albuminose“ und etwas früher „alb umin éine“, die Alkaliver-bindung aber „albuminosate“ nannte (150 p. 116 u. 119).
Michailoff & Chlopin erhielten gallertartige Massen, indem sie auf zweifach verdünntes und filtrirtes Hühnereiweiss mit dem gleichen Volum verkäuflicher Ammoniaklösung einwirkten und im Wasserbade oder auf einer Bunsen’schen Flamme erwärmten. Nach der Abkühlung des Gemenges in Schnee entstand eine geléear-tige Masse, die beim Erwärmen sich auflöste und beim Abkühlen wieder erstarrte (79 p. 17; 78 p. 682; 80 p. 303 u. 81 p. 231). Eine ähnliche Gallerte erhielt Michailoff mit demselben bis zu 2/3 des Volums eingedichteten Präparat, wenn die Flüssigkeit mit „minimalen“ Tropfen von Aetznatron mittlerer Concentration umgerührt wurde. Auch bei der Einwirkung von Ammoniakflüssigkeit auf Taubeneiweiss enstanden derartige gallertartige Massen, und fand Michailoff dabei, dass der Neutralisationsniederschlag aus einer Lösung dieser Ammoniumverbindung den „Charakter des Globulins“ G besitze (79 p. 18; 78 p. 683). Offenbar identificirt Michailoff die Alkali-
*) „Es ist schwer zu sagen, was Michailoff fluss der Alkalien auf das Eiweiss bemerkt: „Man unter dem Namen Globulin versteht, da er in kann sogar mit einiger Wahrscheinlichkeit be-Bezug auf Eichwald’s Versuche über den Ein- haupten, dass wir in den Versuchen des Autors