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VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN ALKALIEN.
Lakmuspapier noch weisses Phenol-Phtale'inpapier noch Tropäolinpapier 000 JN» 1, auch nicht die entsprechenden Aufgüsse bei der Probe auf Porzellanplatten und in Tropfen. Ein weiterer vorsichtiger Zusatz derselben Lösungen von Basen ermöglicht jedoch neutral reagirende und fernerer Zusatz auch alkalisch reagirende Flüssigkeiten zu erhalten. Diese Beobachtungen zeigen bei der Steigerung des Gehalts an Base im allgemeinen folgende Abstufungen: zuerst erhält man die Reaction auf violettes oder sogar rotes Lakmuspapier—dasselbe bläut sich—dann auf Carcuma, weiter folgt Tropäolin 000 JN» 1, aber das rosa Phenol-Phtale’mpapier wird noch immer entfärbt. Offenbar ist das Alkali in den gegebenen Bedingnissen gebunden. Schliesslich beginnt auch das weisse Phenol-Phtale’mpapier sich rosa zu färben und das rosa hört auf sich zu entfärben!
Schon dieses Verhalten allein bewegt uns Heynsius’ (p. n. 96) Annahme beizustimmen, dass es verschiedene Verbindungen nicht nur in Bezug auf die Basen sondern auch auf die quantitativen Verhältnisse einer und derselben Base giebt, was viel einfacher folgendermaasse ausgedrückt wird: es giebt saure, neutrale und basische Alkali- und Erdal k]a lisalze der Globulin s ä u r e.
Um saure globulinsaure Alkali- oder Erdalkaliverbindungen zu erhalten, kann man z. B. basische oder neutrale Globulinverbindungen dialysiren. Mit dem Uebergang der Basen in das äussere Wasser bekommt die im Dia-lysor befindliche Flüssigkeit eine saure Reaction. Im vorliegenden Fall ist das Globulin mit einer genügenden Quantität Base verbunden. Angaben über derartige saure Verbindungen finden wir bei allen Autoren, die sich mit Dialyse beschäftigt, doch natürlich nur bei denjenigen, die ihr Augenmerk auf die Reaction des Dia-lysats gerichtet haben. Dabei finden wir bei denselben Autoren auch Hinweise auf die anorganischen Bestandteile solcher sauren Globuline, wie z. B, bei Haas (32-a p. 756, 813), der in dialysirtem Serum 0,4—-0,8% und in dialysirtem Hühner-eiweiss 0,9—0,8% anorganischer Stoffe im Trockenrest fand. Haas’ Beobachtungen werden durch interessante Beobachtungen Hammarsten’s (36 p. 161) vervollständigt, der gleich vielen anderen	68 —74 p. 83) fand, dass ausgeschiedenes säure-
freies Lactoglobin sauer reagirt, und es deshalb für eine Säure ansah. Dies leitete Hammarsten zu dem Gedanken, mit Alkalieu, Erdmetallen, deren Carbonaten und Thosphaten sauerreagirende Lösungen zu erhalten; demgemäss sollte es möglich sein durch Auflösung von Lactoglobin in einer alkalischen Flüssigkeit eine sauer reagirende Lösung oder durch Ansäuern einer neutralen Lösung ebenfalls eine saure Lösung zu erhalten, wobei Fällung auch nicht erfolgen könne. Auch Kossel (61 p. 174) sah sich genötigt zuzugeben, dass „in chemischen Processen das Globulin als Säure auftritt“. Mit geringeren Kenntnissen ’) als irgend einer der Autoren, welche diesen Gegenstand behandelt haben, aber mit desto grösserer Sicherheit spricht sich Harnack (40-ap. 3745) zugunsten der Säurenatur des Globulins aus.
Sowohl die Geschichte als auch das weiter unten Dargelegte berechtigen uns zu der Annahme einer unbegrenzten Anzahl solcher Verbindungen, was durch eine der für die Salze analogen Formel ausgedrückt werden kann, nämlich:
*) „D a s Albumin ist eine Säure, ’worüber man ja im Grunde längst schon im Klaren ist (?!)“; dabei die Anmerkung: „Es sei liier nur die Beobachtung von Hoppe-Seyler und Sertoli erwähnt, wonach das Eiweiss im Vacuum aus Natriumcarbonat ein wenig Kohlensäure aus-
treibt, ('Medic.-ckem. Untersuchungen, Berlin, 1868. III. S. 350), was sich aber jetzt auch insofern sicher (?!) erweisen last, als das freie, unverbundene Albumin ampkigen reagirendes Lakmuspapier deutlich röthet“ (40-a p. 3745).