﻿VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN ALKALIEN.
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Im allgemeinen unterscheidet sich die Löslichkeit der Neutralisationsniederschläge aus Alkaliverbindungen in nichts von der Löslichkeit des typischen Globulins in irgend welchen Agentien.
Um leichtlösliche Niederschläge zu erhalten, muss die Substitution bei niedriger Temperatur in möglichst verdünnten Globulatlösungen geschehen. Daraus folgt klar, dass zur vollständigen Abtrennung, Abspaltung, der Base andere Methoden erforderlich sind. Eine von Basen möglichst freie Globulinsäure wird, wie wir schon mehr als einmal erwähnt, durch wiederholtes Auflösen in schwachen Säurelösungen und Dialyse gegen destillirtes Wasser erhalten. Bei möglichst rascher Dialyse bleibt im Dialysor reine Globulinsäure oder in Salzlösungen, Alkalien u. s. w. leichtlösliches Globulin zurück.
B. Dialyse. Zersetzung der Alkaliverbindungen des Globulins findet sowohl beim Auswaschen der geléeartigen Globulinstücke als bei der Dialyse der Globulatlösungen statt. Wenn bei der Dialyse die die Flüssigkeiten trennende Membran den Uebergang des Globulins in das äussere Wasser verhindert, so stellen heim Auswaschen des geléeartigen Globulats besonders auf Gaze oder einem Metallnetze mittels eines Wasserstrahls die Stücke an sich selbst alle die Diffusion des Alkali begünstigenden Bedingnisse dar, infolgedessen diesen Stücken das Alkali entzogen wird und dieselben sich zuerst trüben und dann eine weisse Färbung annehmen.
Mit geringerem Verlust an Globulin geht die Spaltung des Globulats bei Dialyse gegen Wasser vor sich. Selbstverständlich muss hei diesen Versuchen einem Dialysor mit ununterbrochen sich erneuerndem Aussenwasser (VjV 75—80 p. 245) der Vorzug gegeben werden. Zuerst geht die Zersetzung schnell: die Reaction auf Alkali im Dialysor nimmt rasch ab, und kann in dem Aussenwasser dagegen die Gegenwart von Alkali leicht nachgewiesen werden. Nach einiger Zeit verzögert sich jedoch die Ausscheidung des Alkali in das äussere Wasser, und es können zwei und mehr Wochen vergehen, ehe sich alles Globulin zu Boden gesetzt hat.
Bei den Dialysationsversuchen wird eine interessante Erscheinung beobachtet. Wenn mit der Flüssigkeit aus dem Dialysor nach dem Abdampfen und Einäschern nach irgend einer der von uns erwähnten Verfahrungsweisen (AhV 48—-60 p. 167) eine Probe auf den Alkaligehalt in der Asche gemacht wird, so tritt vor der vollständigen Ausscheidung des Globulins ein Moment ein, wo nicht nur kein Alkali sondern auch keine Asche gefunden wird. Nichtsdestoweniger aber bleibt das Globulin dem Anschein nach in Lösung, denn die Flüssigkeit opalescirt schwach. Es genügt aber die Flüssigkeit aufzukochen oder auch nur bis zu einem gewissen Grade zu erwärmen, dieselbe stark durchzuschütteln oder mit einem Reisbündel zu schlagen, mit einer kleinen Menge Weingeist, Aether, Quecksilber umzuschütteln, damit das Globulin sich sammle und zu Boden falle (s. Kap. XVIII).
Im Ganzen setzt uns die Dialyse in den Stand, das Globulat mit einem gewünschten Alkaligehalt zu erhalten. Bei der Dialyse gegen Wasser können wir den Alkaligehalt bis zur neutralen Reaction—neutrale Globulate—oder bis zur sauren Reaction—saure Globulate—herabsetzen. Auf dieselbe Weise kann der Alkaligehalt auch erhöht werden, zu welchem Zwecke man bloss gegen eine Alkalilösung gewünschter Concentration zu dialysiren braucht. Die mit dem gewünschten Alkaligehalt erhaltene Globulatlösung wird bei niedriger Temperatur abgedampft; bei einem gewissen Concentrationsgrade derselben entsteht eine Gallerte.
Somit charakterisirt der geléeartige Zustand keine bestimmte Verbindung des Globulins mit einem Alkali, und kann derselbe auf obige Weise aus den verschiedensten Verbindungen des Globulins und eines Alkali erhalten werden, wenn der Lösung nur eine entsprechende Menge Wasser entzogen wird.