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VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN ALKALIEN.
Andererseits losen sieh die z. B. nach Lieberkühn bereiteten geleeartigen Massen in Wasser mehr oder weniger rasch; wechselt man aber das Wasser oft, so wird, wie schon erwähnt, dem Coagulum das Alkali verhältnissmässig schnell entzogen, jedenfalls ehe es Zeit gehabt hat sich aufzulösen; bei einem gewissen mittleren Tempo des Waschens werden so flüssige geléeartige Massen erhalten, dass der Protemgehalt in denselben nur 2% beträgt! In diesen Fällen kann der lieber-gang einer Lösung in den festen Zustand überhaupt nicht bestritten werden. Diese Beobachtungen lassen sich am besten in Dialysoren, in welchen das äussere Wasser sich ununterbrochen erneut, anstellen.
Sehr charakteristisch und interessant ist die Dialyse eines Globulats mit ziemlich niedrigem Alkaligehalt gegen wenig concentrirte Salzlösungen, z. B. 0,5— 3% Kochsalz! Bei ununterbrochener Erneuerung der Kochsalzlösung giebt das Glo-bulat, welches 1% und weniger Alkali enthält, dasselbe dem Kochsalz fast garnicht ab, wie lange die Dialyse auch fortgesetzt werde. Eine Alkaliverbindung des Globulins in eine Salzverbindung auf diese Weise überzuführen gelang uns nicht: das Globulat gab seine Base der äusseren Salzlösung nicht ab. Umgekehrt, ist es verhältnissmässig leicht eine Salzverbindung des Globulins in eine basische überzuführen, nämlich bei der Dialyse eines Salzglobulins gegen eine beständig sich erneuernde Alkalilösung.
Ueberhaupt verlässt ein Salz eine gegen Wasser dialysirte Globulinlösung ungleich leichter als ein Alkali. Enthält die Globulinlösung zugleich ein Salz und ein Alkali, so geht ersteres viel leichter in das äussere Wasser über als das Alkali. Wenn also bei gleichzeitigem Vorhandensein eines Alkali und eines Salzes in einer Globulinlösung bei einer gewissen Temperatur Fällung erfolgt, so steigt bei der Dialyse infolge der raschen Ausscheidung des Salzes aus der Lösung die Temperatur der Fällung mit der Entfernung der Salze allmälig höher, bis über 100°, und fällt nur dann unter 100°, wenn der Alkaligehalt sich auch um ein Bedeutendes verringert hat.
Durch Dialyse eines Alkaliglobulats gegen Säurelösungen, von der Kohlensäure an beginnend u. s. w., wird vollständige Spaltung des Globulats am schnellsten und vollständigsten erreicht.
C. Einwirkung von Alkohol, Wärme u. s. w. Hier muss erwähnt werden, dass bei der Fällung von Alkali- und Erdalkalilösungen durch Wärme bei Gegenwart von Salzen, sowie auch durch Alkohol bei Abwesenheit oder Gegenwart von Salzen ebenfalls partielle Spaltung der Verbindung vor sich geht, denn die Mutterlauge enthält, je nach den Umständen, eine mehr oder weniger grosse Menge der Basen (p. n. 90), die sich in Verbindung mit dem Globulin befunden hatten. Am hartnäckigsten halten die Globulate die Erdalkalien, dann das Kali und Natron zurück; unter den von uns studirten Basen verlässt das Ammonium das Globulin am leichtesten. Dieses Alkali trennt sich vom Globulin schon beim Trocknen der Verbindung an der Luft!
LITERATUR ZU KAP. XII.
1) Babington.'—Jahrbüch. Schmidt’s. 1840. Bd, 27. 2) Berzelius—.Lehrbuch der Thier-Chemie; aus d Schwed. übers, v. Wöhler. Dresden. 1831. 3) Id.—Ib. 4 Aufl. 1840. Bd, 9. 4) Bird.—The London and Edinburgh Philos. Magazine. 1836, v. 9. 5) Id.—Journ. f. prakt. Chemie. 1836. Bd. 9. 6) Id.—Ib. 1837.