﻿VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN ALKALIEN.
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in den festen Zustand übergehe. Parmentier & Deyeux (100 p. 439) fanden, dass mit einem Alkali vermischtes Blutserum beim Erwärmen sich ebenfalls in eine geléear-tige Masse verwandle. Auch Hunter (57 p. 101) beobachte, dass „das Serum mit Salmiakgeist eine milchartige Flüssigkeit giebt. welche erhitzt zu Gallerte wird“. Sowohl Thouvenel als auch die letztgenannten Autoren sehen diesen Process für einen Gerinnungsprocess (Festwerden) an (A'A 41—7 p. 59). Die allgemeinverbreitete Ueberzeugung, dass das Globulin mit dem Kalk in dem sog. Porzellankitt fest verbunden sei, findet in vielen Werken des vorigen Jahrhunderts, unter anderen auch in Fourcroy’s, ihren Ausdruck ’).
Parmentier & Deyeux nehmen an, dass sowohl in der Gallerte als auch in deren Lösung das P rote ï n mit dem Aetz natron eine chemische Y erbindung bildet. Sie beobachteten ferner, dass mit einem Alkali versetztes und dem Aussehen nach unverändertes Serum von Essigsäure gefällt wurde (100 p. 456). Uebrigens hatte schon Scheele etwas früher eine ähnliche Beobachtung gemacht, als er eine alkalische Serumlösung mit Salzsäure fällte (123 p. 150). In der Folge sprach John (58 p. 250) sich dahin aus, dass das Protein mit Kali „sich sehr innig vereinigt“. Fourcroy (25 p. 312) der eine Verbindung des Alkali mit den Proteinen des Serums annimmt, findet, dass auch die durch Säuren im Serum erzeugten Niederschläge nicht nur in den gewöhnlichen Alkalien sondern auch in Ammoniakflüssigkeit löslich seien, während sie sich in reinem Wasser nicht lösen. Dasselbe Verhalten zu Aetzkali fand Vauquelin (146 p. 118) beim Säureniederschlag der Lymphe.
Noch bestimmter sprachen sich Klaproth (60 p. 53) und Thomson (144 p. 30) über die Bereitung der gallertartigen Masse aus den proteinhaltigen Flüssigkeiten aus: wird mit Wasser versetztes Hühnereiweiss mit gesättigten Aetzkalilösungen zusammengerieben, so gerinne das Protein nach und nach oder gehe vielmehr in einen gelatineartigen Zustand über 2). Diese beiden Autoren bemerkten, dass eine solche alkalinische Gallerte beim Austrocknen eine durchsichtige, leimartige Masse bildete. Fast dieselben Thatsachen finden wir bei Hünefeld (56 p. 248) nur mit dem Unterschied, dass der durch Säuren erhaltene Niederschlag in Essigsäure sich nicht löste. Davy (42 p. 459) endlich findet, das Eiweiss sei an und für sich in Wasser unlöslich und werde nur durch die Gegenwart des Alkali in Lösung erhalten. Durch Säure, Weingeist werde ihm das Alkali entzogen, und in der Hitze trete es dasselbe an das Wasser ab.
Infolgedessen, dass Dumas & Prévost das Protein des Serums für eine Verbindung mit einem Alkali hielten, scheint Lassaigne als erster diese Verbindun g d e s hi sto rischen „Albumins“, richtiger Globulins, mit einem Alkali Na t r o n-A 1 b u m i n a t—a lbuminate de soude 3)—g enannt zu hab en. Auch im Jahre 1823 bestätigten Prévost & Dumas gleichsam diese Angaben und wiesen aufs neue auf eine unmittelbare chemische Verbindung des Proteins mit dem Alkali hin 4).
*) „La chaux vive forme avec cette matière (la lactoglobine) encore humide une espèce de pâte susceptible d’une grande solidité et d une grande adhérence: c’est ce mélange que l'on emploie avec le plus de succès pour coller les fragments de porcelaine1' (25 p. 419).
'-) „Wird aber eine koncentrirte Auflösung des reinen Kali einige Zeit mit Eiweiss zusammengerieben und die Mischung ruhig hingestellt, so coagulirt oder vielmehr gelatinirt sich das Eiweiss nach und nach; denn die geronnene Masse
hat eine auffallende Aehnlichkeit mit der Gallerte“ (60 p. 53).
3) „Ils regardent ("Dumas & Prévost) la solution d’albumine, telle qu’on la retire du blanc d’oeuf ou du sérum du sang, comme de l’albu-minate de soude“ (19 p. 97).
‘) „Ces inconvéniens disparaissent lorsqu’on met en présence les deux substances à l’état naissant, et la combinaison qui s’opère est un a 1 b u-m i n a t e pur et simple, comme nous le démontrerons ailleurs“ (20 p. 54).
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