﻿VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN ALKALIEN.
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die Bildung der Verbindung momentan vor sich geht. Die zur Bestätigung dieses Satzes angestellten Versuche waren aber keineswegs geeignet denselben zu stützen. Vit dem gleichen Volum Wasser versetztes, bis 2% Protein enthaltendes Eiweiss wurde mit Essigsäure neutralisme und nach dem Filtriren mit verschiedenen Quantitäten einer 2%-igen Aetznatronlösung versetzt. Die Gegenwart oder Abwesenheit eines Albuminats in dem erhaltenen Gemenge wurde mittels Essigsäure nachgewiesen, wobei man diese die Wand entlang in das Probirgläschen einfliessen liess, damit sie unmittelbar aut den Boden gelange. War ein Albuminat zugegen, so erschien an der Grenze der Flüssigkeiten eine weisse tiockige Schicht. Lehmann hielt diese Reaction für sehr charakteristisch und empfindlich ‘). Dennoch musste er eingestehen, dass die Fällbarkeit nicht bloss von der absoluten Proteinmenge sondern auch von dem Verdünnungsgrade abhängt. In verdünnten Lösungen zeigte" sich Trübung erst nach einigen Minuten. Auch Zusatz von Aetznatron hielt die Ausscheidung der Niederschläge auf einige Tage zurück (ib. p. 530). Wodurch, fragt es sich, liess Lehmann sich leiten, als er den erhaltenen Niederschlag als einen für das Alkalialbuminat charakteristischen ansah? Genügt es den sich bildenden Niederschlag für den Ausdruck einer stattgehabten Verbindung des Proteins mit dem Alkali anzuerkennen? Auf diese Fragen finden wir keine Antwort.
Die historische N o m e n c 1 a t u r. Aus allem Dargelegten ersieht man unschwer, dass die Autoren unter dem Namen „Albuminat“ eine Verbindung des Albumins (Globulins, Proteins) mit einer Base begriffen und dieselbe einem beliebigen Salz für analog erklärten; demgemäss sollten die Mineral- und Pflanzensäuren das Albumin (Globulin) aus dessen "Verbindungen mit Alkalien in seiner anfänglichen (Testait ausscheiden, in welcher es von den Autoren entweder wieder Albumin (Globulin) oder Albuminsäure genannt wird.
Indessen machte seit der Mitte der sechziger Jahre in der einschlägigen Literatur sich allmälig die Vorstellung vom Albuminat als von einem Niederschlage geltend, der in einer Alkalialbuminatlüsung bei der Neutralisation derselben mit Säuren entsteht, mit einem Wort man begann „Albuminat“ das zu nennen, was von 1 echtswegen A 1 b u m i n (Globulin) oder A 1 b u m i n s ä u r e genannt werden sollte, sobald die Benennung „Albuminat“ für die Verbindungen des Proteins mit einem Alkali sich eingebürgert hat. Zur Geschichte der unrichtigen Anwendung des Woites „Albuminat“ gehört auch Reichert’s Fall, der die Hämatoglobinkry-stalle „Albuminatkrystalle“ (106-ap. 2) nannte.
Nach der Quelle der Fälschung der Vorstellung vom Albuminat forschend, gewannen wir die Ueberzeugung, dass im Jahre 1864 Hoppe-Seyler, dem offenbar die Geschichte dieser Verbindung unbekannt war, nicht nur in dem Artikel einei Zeitschrift (48 p. 426) zuerst diese Unrichtigkeit sich zu schulden kommen liess, sondern auch, nichts Böses ahnend, dieselbe in seinem Lehrbuche (1865,51 p. 115) aufnahm. Findet man in jenem Artikel nur eine Beschreibung, aus welcher deutlich zu sehen ist. dass Hoppe-Seyler gerade die durch eine Säure erzeugten Neutralisationsniederschläge „Albuminate“ nennt, so ist in dem 1865 erschienenen Lehrbuche auch die Gewinnungsart dieses Albuminats angegeben. Zwar begegnet man schon bei Nasse (93 p. 156) dem Ausdruck „essigsaures Albuminat“ für eine Säureverbindung des Proteins und bei Schmidt, C. (126 p. 166) einem sehr unbestimmten Ausdruck, wo neben dem Worte „Globulin“ das Wort „Albuminat“ steht (.VA? 41 — 47 p. 82),—doch sind das alles offenbar zufällige Misverständnisse.
J »Alan kann aut diese "Weise mit sehr gros-	sen Schicht die Menge des vorhandenen Natrön-
ser Schärfe jede Spur von Natronalbuminat aut-	albuminats beurtheilen‘‘ (69 p. 529).
baden und ferner aus der Mächtigkeit der -weis-
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