﻿VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN ALKALIEN.
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waid's Beobachtung nach, findet hier bei Gegenwart von Salzen und beim Kochen Spaltung des Albuminats in das Alkali und geronnenes Protein statt, wie schon von Gautier angegeben wurde (p. n. 79 u. Anm.).
Fokker (1873, 24 p. 274) erhielt Kalialbuminat in Gestalt eines geléeartigen Coagulums, indem er die Oberfläche eines zerschnittenen und filtrirten Hühnereiweisses, welches in einer 2 Zoll dicken Schicht im einem gewöhnlichen Probirgläschen enthalten war, mit Kalkpulver bestreute. Einige Stunden später hatte sich unmittelbar unter der Kalkschicht eine trübe, feste, geléeartige Masse gebildet, die allmälig sich nach unten vergrösserte und nach einigen Tagen den Boden erreichte. Nachdem Fokker das Probirgläschen zerschlagen hatte, zog er die Stücke des Ivalk-albuminats heraus, befreite sie von dem Kalküberschuss und wusch sie mit de-stillirtem Wasser ab. Anstatt dieses Verfahrens schlägt Fokker noch vor, das zerschnittene und filtrirte Eiweiss in eine flache Schale zu thun, die Eiweiss -schicht mit Filtrirpapier zu bedecken und erst dieses mit dem Kalkpulver zu bestreuen. Nach 2 Tagen hat sich an der unterem Seite des Papiers eine gallertartige Schicht gebildet, welche keinen Ueberschuss von Kalk enthält. Das Kalkalbu-minat löse sich in Wasser, obgleich schwerer als die Alkalialbuminate, und werde wie letztere durch Auswaschen mit Wasser von dem Kalküberschuss befreit; in Chlornatriumlösung aufgelöst, zeige eine solche Lösung dasselbe Verhalten wie eine Alkalialbuminatlösung in demselben Salze, d. li. beide Lösungen scheiden sowohl beim Kochen als bei der Einwirkung von Säuren unlösliche Niederschläge aus. Die geléeartigen Kalkalbuminatstücke seien fast unlöslich in Chlorcalcium, Natriumcarbonat, Salzsäure und Salpetersäure; in verdünnter Phosphorsäure quellen sie auf und werden ganz durchsichtig; nach der Einwirkung von verdünnter Salzsäure und Salpetersäure übe Phosphorsäure schon keine Wirkung mehr aus; in diesem Falle besitze das undurchsichtig gewordene und zusammengefallene Präparat alle Eigenschaften des sog. geronnenen Proteins. Wässerige Kalkalbuminatlösungen würden durch Wärme nicht gefällt; bei Gegenwart von Kochsalz aber können sie. von der Zimmertemperatur an bis 100°, ausfallen. Säuren erzeugen auch einen Niederschlag, der aber in einem Ueberschuss derselben löslich ist. Auch Kohlensäure bewirke Fällung, wobei der Niederschlag jedoch in Aetzalkalien und auch in Alkali-carbonaten löslich sei (ib. p. 275).
Eine Verbindung des Proteins mit Magnesia—Magnesiaalbuminat—erhielt Fokker durch einfache Vermischung von Eiweiss mit Magnesia: nach einigen Stunden entstand eine schleimige, gallertartige Masse, welche in Wasser sich leicht löste und alkalisch reagirte, wobei die Lösungen beim Kochen sich trübten, aber keinen Niederschlag ausschieden. Säuren fällten eine wässerige Lösung, und der Niederschlag war in geringen Mengen von Kali- oder Ammoniakflüssigkeit löslich. Wird Kali- oder Ammoniaklösung zu einer wässerigen Magnesiaalbuminatlösung zugegeben, so entstehe ein Niederschlag von Magnesiahydrat, wobei das Kali die Magnesia aus der Verbindung besser ausscheide als das Ammoniak, da in letzterem Falle nach der Einwirkung der Ammoniaklösung sowohl das phosphorsaure Ammonium als auch das phosphorsaure Natrium einen kärglichen Niederschlag ausschieden. Fokker sieht dies für eine Substitutionsreactien *) an. Kalkalbuminat bilde mit Essigsäure, Salpetersäure. Salzsäure und Schwefelsäure Niederschläge, welche in Natriumphosphat löslich seien (24 p. 280).
') „Die Lösungen der Erdalkalialbuminate wer-	die Erde substituirt und letztere als unlösliches
den durch Alkalien zersetzt, indem das Alkali	Oxydhydrat niederschlagen wn’d“ (24 p. 277).