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VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN ALKALIEN.
Niederschlag in verdünnter Chlornatriumlösung unlöslich war, obgleich er in 1%-iger Natriumcarbonatlösung sich auflöste und durch Verdünnung mit Wasser und Einwirkung eines Kohlensäurestroms wieder ausgefällt wurde. Andererseits giebt Weyl zu, dass in Natriumcarbonat aufgelöstes 'Vitellin in ein Alkalialbuminat übergehen kann.
Den Culminationspunkt aber bildet Hoppe-Seyler’s Annahme, dass das Globulin dem Anschein nach durch Einwirkung sehr schwacher Alkalien auf das Serumalbumin entsteht * *)!
Im folgenden Jahre giebt Weyl (148 p. 72) seinen Gedanken einen bestimmteren Ausdruck, indem er von der allgemeinen Eigenschaft des Globulins, seine Lösungsfähigkeit in Salzlösungen einzubüssen, nachdem es aus Salzlösungen durch Verdünnung mit Wasser ausgeschieden worden war und mehr oder weniger lange unter Wasser gelegen hat, ausgehend, die Ansicht ausspricht, dass das Globulin anfänglich in ein Albuminat und dann wahrscheinlich in „coagulirtes Protein“ übergeht 3). Doch ist auch dies noch nicht genug: in einer Anmerkung zu dem soeben angeführten Satze erklärt der Autor, was er unter diesem Namen versteht. Seiner Meinung nach ist das „Albuminat“ ein Gemenge oder eine Verbindung-weiches von beiden, ist aus den angeführten Erklärungen schwer zu ersehen—von Alkalialbuminat und Acidalbumin 3). Weyl scheint den Wunsch zu hegen, die obenerwähnte Globulinverbindung „Protein“ zu nennen, entscheidet sich aber zu Gunsten des Ausdrucks „Albuminat“, da jenes Wort Anlass geben könnte den gegebenen Körper mit Mulder’s Protein 4) zu verwechseln. Offenbar war es Weyl unbekannt, dass dasselbe Laboratorium, welches in seiner Person diese Verwechslung der Begriffe so zu sagen verdammte, in der Person des Vertreters desselben, d. h. Hoppe-Sey-ler’s, diese Verwechslung geradezu sanctionnirt hatte (p. n. 81)! Weyl erklärt zugleich. dass er gerade die durch Einwirkung von Wasser auf das ausgeschiedene Globulin entstehenden Producte mit denjenigen, welche durch Einwirkung von Wasser auf dasselben Globulin erhalten werden, identificirt 5).
Für uns ist die Thatsache wichtig, dass hier dem Neutralisations-product dieselben Eigenschaften zuerkannt werden w i e dem G 1 o b u 1 i n, w e 1 c h e s unter der Einwirkung von W a s s e r seine Löslichkeit eingebüsst hat! Im allgemeinen findet hier d i e 1 ä n g s t anerkannte Meinung, dass in eine Verbindung getretenes Protein nach dem Austritt aus derselben unverändert bleibt, ihre Bestätigu n g. Tritt jedoch eine Veränderung ein. so unterscheidet sich diese, nach Weyl, in nichts von einer solchen des
*) „....aus Serumalbumin entsteht es, wie es
scheint, auch durch sehr schwache Einwirkung von Aetzalkali, ferner durch Ferrocyankalium mit schwachem Zusatz von Essigsäure u. s. w.“ (54 p. 424)!
•) „Bei längerer Berührung mit Wasser werden sie allmählig in neutraler NaCl-Lösung jeder Concentration unlöslich und gehen zunächst in Albuminate, später wahrscheinlich sämmtlich in coagulirte Eiweissstoffe über“ (148 p. 72).
Auch: „Das durch hhO gefällte Myosin wird auch bei möglichstem Luftabschluss durch blosse Berührung mit ILO allmählig in verdünnter Steinsalzlösung unlöslich und geht in Albuminat über“ (ib. p. 77). h t.
3)	„Albuminat: hier=Alkalialbuminat + Acidal-buminat=Protein Soyka“ (ib. p. 72; 149 p. 1).
Dabei beruft Weyl sich auf die Arbeit vom Soyka—Pflüger’s Arch. Bd. XII. p. 377. 1876,— aus welcher aber keineswegs das geschlossen werden kann, was Weyl darlegt.
4)	„Ich gebrauche für „Proteine“ „Albuminate“, da ersterer Ausdruck zu Verwechselungen mit Mulder’s „Protein“ Veranlassung giebt“ (148 p. 72; 149 p. 1).
5)	„Säuren und Alkalien verwandeln sie (d. h. Globuline) je nach Concentration und Dauer der Einwirkuug langsamer oder schneller in Körper, welche sich durch Keactionen von denen nicht unterscheiden lassen, die durch Einwirkung des Wassers aus ihnen entstehen“ (148 p. 72 u. 149 p. 1).