﻿VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN ALKALIEN.
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Die auf dem Dialysor erhaltene gallertartige Masse reagirte alkalisch, weshalb Rollet, um das überschüssige Alkali zu entfernen, den Dialysor später auf Wasser brachte. Auf diese Weise wurde das Alkali entfernt, die Gallerte quoll auf, und hei einem gewissen Mengenverhältniss des Wassers zur Gallerte und unstreitig auch zum Alkali zerfloss die gallertartige Masse beim Erwärmen und erstarrte wieder beim Abkühlen (117 p. 365). Rollet gab in dieser Beziehung dem Wasser den Vorzug 1). Bei längerem Verweilen der Gallerte im Dialysor auf dem Wasser, besonders in sackförmigen Dialysoren und bei öfterem Wasserwechsel scheidet sich ein unlöslicher Niederschlag aus, der alle Eigenschaften eines bei vorsichtiger Neutralisation einer Alkalialbuminlösung erhaltenen besitzt, welcher ebenfalls aus Serum nach dem gewöhnlichen Verfahren Lieberkühn’s bereitet wurde. In beiden Fällen findet Zersetzung des Alkalialbumins statt, wobei dieselbe bei der Dialyse ziemlich viel Zeit erfordert; vollständige Zersetzung und folglich auch vollständige Fällung fand erst nach 4 Wochen statt. Gegen das Ende der ersten Woche erzeugte Essigsäure einen bedeutenden Niederschlag, der in einem Ueberschuss der Säure sich leicht auflöste; nach der zweiten Woche hatte die Flüssigkeit sich wieder getrübt, wobei das Filtrat mit Essigsäure einen unbedeutenden Niederschlag ausschied u. s. w. (ib. p. 366).
Im Jahre 1880 schlug Danilewski (12 p. 929) Tropäolin 000 A? 1 als Indicator für freie oder mit schwachen Mineralsäuren (Kohlensäure, Borsäure und Antimonsäure) verbundene Alkalien vor; die genannten Körper und auch die Erdalkalien verwandeln den mit einer frischen wässerigen Tropäolinlösung auf Papier oder einer Porzellanplatte gemachten gelben Fleck in einen hochroten, scharlachroten (ib. p, 932), Versuche mit Tropäolin zeigten Danilewski, dass die „Myosin“, „Fibrin“ genannten Präparate und auch der in Eiweiss durch Wasser bewirkte Niederschlag die Alkalien nicht gebunden enthalten, d. h. dass bei Gegenwart der genannten Proteine die geringste Quantität derselben durch Tropäolin aufgedeckt wird (ib. p. 933).
Aus den Erklärungen, die wir in den zehn ersten Kapiteln gegeben haben, folgt, dass die Asche der Prote'inpräparate freie Alkalien und Erdalkalien enthält. In der That beobachtete auch Danilewski in Myosin, welches durch Chlorammonium (A2AI26I—80 p. 48) ausgeschieden wurde und die Reaction mit Tropäolin 000 auf die Gegenwart eines Alkali gab, dass die Asche noch alkalisch reagirte, was er durch das Vorhandensein von Kalk erklärt. Danilewski äussert die Meinung, dass in diesem Falle der Kalk mit dem Myosin verbunden sei 2). Dennoch kann Danilewski nicht mit Schweigen übergeben, dass auch das durch Chlorammonium ausgeschiedene Myosin einen Teil des Alkali bindet, da er beim Zusatz einer gleichen Menge Natron zu gleichen Volumina Myosinlösung und Wasser bei dem Versuch mit Tropäolin eine Reaction erhielt, die zu Gunsten der Verbindung des Natron mit dem Myosin zeugte. Etwas ganz anderes beobachtete Danilewski an Casein, welches scheinbar auf gewöhnliche Weise durch Einwirkung von Säuren ausgeschieden worden war: hier wurde mit Tropäolin 000 A« 1 deutliche Reaction auf Bindung des Alkali (13 p. 161) beobachtet, da das Casein, fügen wir hinzu, wenn nicht seine sämmtlichen, so doch einen grossen Teil seiner anorganischen Basen verlor.
Wie fest jedoch die Basen an das Protein gebunden sein können, zeigt der Umstand, dass Danilewski, nachdem er das Myosin in Salzsäure aufgelöst und die Lösung
*) „Dieselben (Gallerte) verlangen nur eine gewisse Menge Wasser, um jene Erscheinung zu geben“ (117 p. 366).
■) „....dass das Calcium oder vielmehr das
Calciumoxyd an irgend welche organische Atomgruppen des Moleküls, welche die Rolle sehr schwacher Säuren spielen, gebunden ist“ (18 P-167).