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VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN ALKALIEN.
albuminatcoagula mit den Gallerten, die bei der Eintragung von Soda in Eiweiss im Wasserbade entstehen (79 p. 32). Weiter findet der Autor, dass Lieberktihn’s Aikalialbuminat in Stücken, bis zu neutraler Reaction auf Lakmus ausgewaschen, löslich sei (ib. p. 47). Nach Rollett’s (p. n. 101) Beispiel, erhielt auch Sawin, der unter Michailoffs Leitung (122 p. 394) arbeitete, auf dem Dialysor Aikalialbuminat in Gestalt von Gallerte.
Um geleeartige Massen zu erhalten, legte Tarchanoff ein ganzes Ei für 2—3 und mehr Tage in 5—10%-ige Aetznatron- oder Aetzkalilösung und kochte es darauf. Das Eiweiss habe das Aussehen einer festen, durchsichtigen Masse gewonnen (141 p. 476). So bilde auch Eiweiss bei verhälnissmässig geringem Alkaligehalt aber in der Wärme eine Gallerte. In diesem Verhalten der Wärme gegenüber sieht Tarchanoff einen Unterschied zwischen seinem Präparat und Lieberkühn’s Fall, wo die bei gewöhnlicher Temperatur erhaltene Gallerte in der Wärme zerfloss (p. n. 74) und beim Abkühlen der Flüssigkeit sich aufs neue bildete (141 p. 478). Zoth (151 p. 169) dagegen findet nach seiner auf Grund verschiedener Versuche gewonnen Anschauung keinen Unterschied; er sieht vielmehr Tarchanoffs „durchsichtiges Eiweiss“ für eine alkalialbuminatartige Gallerte an, die dem Lieberkühn’schen Kali-albuminat zum mindesten sehr nahe steht und wie das durchsichtig erstarrte Blutserum die hervorragendste Reaction mit jenem vollständig gemein hat. Solch eine Gallerte aus ganzen Eiern in Alkalilösungen verstand man, unabhängig von Tarchanoffs Beobachtungen, in demselben Jahre, 1886, in unserm Laboratorium zu bereiten; auch Micliailoff (79 p. 68), der die Schale vorher mittels Säure entfernte, erhielt eine solche.
In der Folge empfahlen Tarchanoff & Kolesnikoff (143 p. 19) und nach ihnen Rosenthal & Schultz (119 p. 307) dasselbe Verfahrend, h. Kochen in 5— 10%-igem Aetzkali- oder Aetznatron gelegener Eier zur Bereitung von Nährböden für Bakterien. Ohne eine nähere Erklärung schlägt Tarchanoff ein solches Aikalialbuminat auch als menschliche Nahrung *) vor (142 p. 501). Denselben Gedanken propagan-dirt auch Kusnetzoff (65 p. 60).
Um den historischen Teil über die Wirkung concentrirter Alkalien zu ergänzen, sei noch Dogiefs (17-a p. 355) Beobachtung erwähnt, dass die Stromata der roten Blutkörperchen in 40%-iger Aetzkalilösung dichter wurden und auf lauge ihre Form behielten.
Nach meinen Mitteilungen über die Identität der durch Einwirkung von Alkalien auf Globuline entstandenen Produkte (89 p. 300) führte Nikoliukin, der mit der Geschichte der Alkaliverbindung, namentlich mit Lieberkühn’s Arbeit nicht genügend bekannt gewesen war, den Beweis, dass wässerige Lösungen des Lieberkühn’schen Albuminats in Salzen lösliche Neutralisationsniederschläge geben; kurz Nikoliukin fand dasselbe, was Lieberkühn schon fast ein halbes Jahrhundert früher gelehrt
•wenn nicht ein Coagulum von Aikalialbuminat, so doch ein solches der ersten Modification des Eiweisses unter dem Einflüsse des Alkali—Globulin—vor uns haben“ (79 p. 30). Die Identität der Eigenschaften der Neutralisationsniederschläge des Alkalialbuminats und des Globulins liess Mi-chailoff offenbar diese zwei Begriffe verwechseln; wie würde sich sonst folgender Satz erklären lassen: „Man könnte jedoch voraussetzen, dass ein Ueberschuss des zugesetzten Salzes, sogar eines Carbonats, im Stande sei die Bildung des Globulins aus verdünntem Serum und Eiweiss zu ver-
hindern“ (ib. p. 31)'? wonach er schon unumwunden von der „Globulinisation“ (?!) der Proteine (ib. p. 173) spricht. Savin, der unter Mi-chailoff’s Leitung arbeitete, wiederholt die Worte seines Lehrers, indem er erklärt, dass „bei der Trypsinverdauung das erste intermediäre Product zwischen dem Eiweiss und dem Pepton das Globulin sei“ (78 p. 398).
*) Nach Rosenthal’s & Schultze’s Worten (119 p. 307) hat Tarchanoff auf die Bereitung der erwähnten Alkaliverbindung in Deutschland ein Patent, V 42462 D. R. P. Kl. 53, genommen.