﻿VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN ALKÂLIEN.
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hatte (p. n. 73). Von den früheren Beobachtungen nichts wissend (p. n. 85), fand auch Nikoliukin, dass die Neutralisationsniederschläge aus einer wässerigen Alkali-albuminatlösung nach der Ausscheidung ziemlich rasch die Fähigkeit einbüssen, sich in Salzen aufzulösen, und vergleicht in dieser Beziehung ganz richtig die Neutralisationsniederschläge mit den Globulinen, welche, Nikoliukin’s Ansicht nach, das Vermögen, sich in Salzen zu lösen, etwas langsamer als jene einbüssen. Zugleich findet der Autor eine gewisse Successivität in den Salzen, welche den Neutralisationsniederschlag auflösen und mit derjenigen, die von uns für das Globulin auseinandergetzt wurde, übereinstimmt (JVêJVê 75—80 p. 232) und zwar: der Neutralisationsniederschlag löst sich am besten in Aetzkali; darauf folgen in Bezug auf ihr absteigendes Lösungsvermögen kohlensaures, phospliorsaures, essigsaures Natron, salpetersaures Kali und als schwächstes Lösungsmittel Chlornatrium oder Natriumsulfat. Wenn man eine Lösung von Lieberkühn’s Albuminat mit Wasser verdünnt, mit HCl bis zur Trübung ansäuert und dann die Fällung mit C02 zu Ende führt, so blisst der erhaltene Niederschlag schon einige Minuten nach seiner Bildung die Löslichkeit in einer Salpeterlösung (NOsK) ein; circa 30 Minuten später wird derselbe in einer N03K, nach 1—l1/. Stunde in einer Lösung P04Na2H unlöslich; nach 4—6 Stunden verliert er seine Löslichkeit in dem zuletztgenannten Salze, löst sich aber in einer Lösung von C03Na2; die Löslichkeit in den Aetzal-kalien dauert noch lange fort. Nikoliukin findet überhaupt, die Löslichkeit des Neutralisationsniederschlags nehme rasch mit der Menge der zugesetzten Säure ab (95 p. 62): je mehr Säure zugesetzt wird, desto schneller finde der Uebergang in den in Salzen unlöslichen Zustand statt. Nikoliukin meint im allgemeinen, dass die Mengen der in der Lösung der Alkaliverbindung befindlichen Alkalien und Salze die Löslichkeit des Neutralisationsniederschlags beeinflussen. Auch die Temperatur befördere den Uebergang desselben in den unlöslichen Zustand (ib. p. 63). Die bei Durchleitung von Kohlensäure durch eine hinlänglich mit Wasser verdünnte Al-kalialbuminatlösung erhaltenen Niederschläge sollen rasch ihre Löslichkeit in Salzen einbüssen. Im Ganzen sieht Nikoliukin keinen Unterschied zwischen den, wenn auch bei erhöhter Temperatur erhaltenen, Neutralisationsniederschlägen der Alkaliverbindungen und den Globulinen (ib. p. 64). Um eine durch Wasser fällbare Salzlösung eines Neutralisationsniederschlags zu erhalten, empfiehlt Nikoliukin (ib. p. 65) die Gegenwart eines Alkali möglichst zu vermeiden *)•
In Kap. XVIII wollen wir diese Frage näher erörtern, wie wir es auch schon früher (91 p. 486) gethan; jetzt fügen wir zu dem Gesagten nur noch hinzu, dass schon Hoppe-Sevler (p. n. 94) über die Verwandlung des Serumalbumins in Globulin sich ausgesprochen hatte. Selbstverständlich lässt sich dies alles auf den Satz zurückführen, dass auf irgend eine Weise ausgeschiedenes Globulin verschiedene Löslichkeit besitzt, von sehr grosser bis zu so geringer, dass zwischen dem schwerlöslichen Globulin und dem „geronnenen Eiweiss“ schon kein Unterschied mehr zu erkennen ist. In dieser Beziehung ist es interessant hervorzuheben, dass ausser
') Nikoliukin’s Ansichten über den Sinn des Verhaltens der Alkalien zu dem Globulin führen wir nicht an, da dieselben wenig begründet sind: „..... was die Alkalien anbetrifft, so wird all-
gemein angenommen, dass sie sich, indem sie Protein auflösen, mit demselben verbinden und ein Albuminat bilden. Eine solche Annahme ist unbegründet (?!), da der Unterschied in dem Lösungsvermögen in Bezug auf das Protein (wie
Nikoliukin den Neutralisationsniederschlag nennt) der starkalkalischen (KOH, NaaCOa), sehwachalkalischen (PCbNa:H, CslLOsNa) und neutralen Salze (NaCl, SChNas, SOtMg) bloss eine quantitative ist. Folglich muss man anerkennen, dass sowohl die neutralen, als auch die alkalischen Salze das Protein nur im physikalischen, nicht aber im chemischen Sinne dieses Worts auflösen“ (95 p. 65).