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VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN ALKALIEN.
derselbe aber bis 0,0002& Kali oder Natron, so gerann die Flüssigkeit in der Wärmet nicht mehr, obgleich das Gemenge ungefähr 1% Protein enthielt.
Die zuletzt gegebene Tafel erinnert an Gruppe III auf Tafel IV (N?JV?75—80 p. 257): wie dort, steigt auch hier die Fällungstemperatur mit der Abnahme des Oxyd-und Salzgehalts. Besonders ähnlich sind in dieser Beziehung die Curven der Fällungstemperatur der Verbindungen des Globulins mit den Basen und mit kohlensaurem Natron und Kali. In der That sind alle Autoren darüber einig, dass in Bezug auf das Lösungsvermögen des Globulins die Carbonate sogleich nach den Alkalien kommen; unsererseits fügen wir noch hinzu, dass die Carbonate eigentlich ein Ueber-gangstadium von den Alkalien zu einer ganzen Reihe von Salzen — Gruppe III Tafel IV (ib. p. 257) bilden, die sich ebenso wie die Alkalien verhalten, d. h. das Globulin in ihren verdünnten Lösungen besser als in concentrirteren auflösen.
Die tägliche Erfahrung lehrt uns jedoch, dass mit dem Alkaligehalt auch der Globulingehalt in der Lösung steigt, demgemäss auch hier eine solche Concentration der Lösungen der Basen gesucht und gefunden werden muss, welche der maximalen Löslichkeit des Globulins entspreche (ib.p. 262). War es uns bei der Untersuchung der Salze verhältnissmässig leicht die maximale Löslichkeit zu bestimmen, indem wir die Fällungstemperatur der mittleren Glieder einer jeden Gruppe von Salzen nahmen, so liegt hier dagegen die höchste Fällungstemperatur über 100°.
Eine und dieselbe Lösung von Proteïnsubstanzen giebt mit minimalen Quantitäten von Oxyden Gemenge, die beim Kochen nicht gefällt werden. Wie bei der Untersuchung des Verhaltens der Globuline zu den Salzen, so beobachten wir auch hier eine analoge Erscheinung: mit der Abnahme des Globulingehalts steigt die Fällungstemperatur rasch, und bei einem gewissen Gehalt an Proteünkörpern in der Lösung bewirkt nicht nur Zusatz von concentrirten Lösungen sondern auch Sättigung mit Alkalien keine Fällung.
Daraus folgt klar, dass die allgemein verbreitete Ansicht, die Alkalien würden die Proteïnsubstanzen um so leichter lösen, je concentrirter sie sind, eine irrtümliche ist; ist eine gewisse Grenze überschritten, so beobachtet man gerade das Gegenteil, d. h. die Proteïnsubstanzen lösen sich in einer Alkalilösung um so schwerer, je concentrirter diese ist. Demgemäss giebt es für die Basen einen gewissen Con-centrationsgrad, bei welchem das Globulin sich am besten löst, und ist derselbe für Kali, Natron und Baryt jedenfalls niedriger als 0,5U
Das Dargelegte macht es uns jetzt möglich zu erklären, dass Gallertbildung als eine Stufe des Festwerdens bei Zuhilfenahme von Wärme und einem Alkali-Kali oder Natron—beobachtet werden kann, wobei diese Agentien einander ergänzen: um einen und denselben Effekt—Gallertbildung—hervorzubrigen, ist um so mehr Alkali nötig, je niedriger die Temperatur ist. Wollte man Wärme aut Kosten des Alkali anwenden, so versteht es sich von selbst, dass man um so weniger Alkali brauchen und eine um so festere Gallerte erhalten, je stärker man das Gemenge erwärmen würde.
Andererseits, wenn die Gallertbildung bei gewöhnlicher Temperatur stattgefunden hat, so zerfliesst die gallertartige Masse beim Erwärmen und erstarrt bei der Abkühlung aufs neue. Vergleicht man die Gallertbildung unter den genannten Umständen und auch in Bezug auf die Temperatur, so gewahrt man, dass im letzteren Falle ein Ueberschuss an Alkali vorhanden ist, welcher die Gallerte bei einer gewissen Temperatur auflöst. Als Folge der soeben studirten Verhältnisse müssen endlich noch einige Fälle von Gallertbildung, eigentlich Erhärtung, angenommen werden. In solchen Fällen, wo weder Zusatz eines Alkali irgend welcher Concentration noch irgend eine Temperatur, natürlich bei dem Versuch einer einzelnen Probe,