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EINIGE ELEKTROPHTSIOLOGISCHE VERSUCHE.
zur ersten Schwankung je eine zweite. Auf Grund dieser Fig. kann man sehr deutlich eine Eigentümlichkeit in der Wiedergabe der elektrischen Schwankung bei Tetanus vermittelst des Kapillarelektrometers verfolgen. Wir sehen hier, dass die summarische Ablenkung der Hg-Säule nach oben gerichtet ist, während die Einzelschwankung oder ihre erste Phase ihren Weg nach unten nimmt. Man kann also im Falle einer tetanischen Kontraction nicht von vornherein bestimmen, nach welcher Seite die summarische Ablenkung der Hg-Säule ihren Weg nehmen wird, denn es hängt alles von der Form der Einzelschwankung und der Frequenz der Reizung ab. Die Frequenz hat hier unter anderem insofern eine Bedeutung, dass durch dieselbe der Punkt der ersten Kurve, auf den die zweite fällt, bestimmt wird. In Fig. 18 ist die summarische Ablenkung nach oben gerichtet; würde man die Reizfrequenz höher nehmen, so dass die zweite Schwankung noch in die erste Phase der ersten falle, so würde die summarische Ablenkung nach unten gerichtet sein; dasselbe könnte auch bei der anfänglichen Reizfrequenz resultiren. wenn die Schwankung überhaupt nur aus einer Phase bestände. In Fig. 19 ist die untere elektrometrische Kurve bei isotonischer summirter Zuckung erhalten. Hier ist die summarische Ablenkung, wie auch die erste Phase der Schwankung, nach unten gerichtet.
Wir sahen früher, dass bei der Einzelreizung des Muskels die Schwankungsform unabhängig davon ist, ob die Contraction unter den Bedingungen der Isotonie, oder der Isometrie zu Stande kommt. Das den Ablauf des Actionsstromes bedingende Moment fanden wir an die Spannung, in welcher der Muskel im Momente der Reizung war, gebunden. Man könnte deshalb erwarten, dass wenn ein Muskel infolge eines Einzelreizes sich im tätigen Zustande befindet und in diesem Zustande von einem zweiten Reize getroffen wird, der Einfluss des zweiten Reizes auf die Änderung des Schwankungsverlaufes verschieden sein wird, je nachdem die Contraction isotonisch oder isometrisch geschah. Denn tatsächlich ist die Spannung eines tätigen Muskels, dessen beide Enden unbeweglich gemacht sind, grösser als die eines ruhenden, und folglich muss von beiden rasch nacheinander folgenden Reizen der zweite den Muskel im Zustande stärkerer Spannung treffen. Diese Erwartung hat sich aber bis jetzt nicht erfüllt, wie es auch in Fig. 19 zu sehen ist. Die Platte war 2 Mal vor dem Spalt bewegt worden; das erste Mal wurde die untere, schon besprochene, elektrometrische Kurve bei isotonischer Contraction aufgenommen; darauf wurde der Hebel des Myographions unbeweglich gemacht, der Hg-Meniscus gehoben, die Platte noch ein Mal losgelassen und die obere Kurve aufgenommen. Irgend ein nennenswerter Unterschied im Verlauf der oberen und der unteren Kurve lässt sich nicht constatiren. Es tauchen wahrscheinlich bei der Erscheinung der Summation neue Momente auf, die eine eingehende selbständige Untersuchung verdienen. Auch die elektrometrischen Kurven von tetanisch gereizten Muskeln sehen bei isotonischer und isometrischer Kontraction im Allgemeinen gleich aus. In Fig. 20, 21 und 22 sehen wir Beispiele dafür; in diesen Abbildungen entsprechen die unteren elektrometrischen Kurven der Isotonie, die oberen der Isometrie, die Reizfrequenzen waren entsprechend den angewandten Stimmgabeln in Fig. 20,—50 pro Sec., in Fig. 21,—100 pro Sec., und in Fig. 22—200 pro Sec.; die Bewe-