﻿EINIGE ELEKTROPHYSIOLOGISCHE VERSUCHE.
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g un g der Platte geschah liier einfach mit der Hand. In Fig. 20 sehen wir am deutlichsten, wie eine hohe Zacke mit einer niedrigeren ab wechselt. Man könnte das so erklären, dass beim Stimmgabelspiel der Öffnungs- und auch der Schliessungsschlag reizend wirkt, nach einer kurzen Zeit aber die Wirkung des Schliessimgsschlages schwächer wird. Leider waren aber die Schwingungen der Stimmgebel nicht mitregistrirt worden, weshalb die Deutung, die wir soeben gegeben haben, nicht bekräftigt werden kann. Andererseits sehen wir in Fig. 22 zwei tetanische Kurven, die rasch nacheinander bei schneller Bewegung der Platte vermittelst des fallenden Gewichts mit Zeitmarkirung (Stimmgabel 100 Mal in 1 Sec.) aufgenommen sind; in der oberen Kurve sehen wir auch die Erscheinung, dass eine stärkere Schwankung mit einer schwächeren abwechselt; die Erklärung dafür muss hier aber eine andere sein. Die reizgebende Stimmgabel machte 50 Schwingungen in 1 Sec., weshalb man auf Grund des Vergleiches mit den Zeitmarken schliessen kann, dass nur der Öffnungsschlag reizend wirkte. Wenn also im Verlaufe der tetanischen Reizung jede zweite Schwankung niedriger wird, so spricht es eher dafür, dass wir hier in graphischer Darstellung diejenige Erscheinung vor uns haben, die man sonst beim Auskultieren des Muskeltones vermittelst des Telephons zu hören bekommt, d. h. das Tieferwerden des Muskeltones um eine Öktave. Dieselbe Beobachtung und Deutung der Erscheinung machte Buchanan *). Ich habe aber nicht beobachten können, dass nachher anstatt des zweiten jeder dritte Reiz unbeantwortet bleibt, oder dass der Muskel entgegen der künstlichen Reizfrequenz einen Eigenrhythmus entwickelt, wie das noch neulich, allerdings für höhere Frequenzen, von Buchanan * 1 ) behauptet wurde.
In den weiteren Versuchen wurden einige Formen der Dauercontraction, wie der Oeffnungstetanus und der Tetanus durch chemische Reizung des Nerven, geprüft.
Bei Reizung des Muskels mit dem constanten Strom gewahrt man, wie schon längst von Biedermann beschrieben ist, dass die Schliessungszuckung des Muskels grösser ist, als die maximale durch einen Einzelinductionsschlag bewirkte. Biedermann nahm deshalb an, dass die Schliessungszuckung keine Zuckung, sodern eher einen kurzdauernden Tetanus vorstellt. Später wurde der rhythmische Charakter der Seliliessungs- und Oeffnungszuckung, sowie der Schliessungs- und Oeffnungstetani auf elektrischem Wege erwiesen, wobei die eingehendsten Untersuchungen darüber Garten 2) angehören. In Fig. 24 sehen wir die myographische und elektrometrische Kurve, die man bei Oeffnung des im Nerven aufsteigenden constanten Stromes erhält; jede Periode der unteren Linie entspricht 0,02 Secunde. Man sieht deutlich den rhythmischen Charakter ausgesprochen; die Dauer jeder Periode gleicht 0,007 Sec. Stellt sich nach der Stromöffnung ein langdauernder Tetanus ein, so liefert die elektrometrische Kurve eine Reihe von Oscillationen, ohne dass man einen deutlichen Rhythmus desselben bestimmen könnte, wie es z. B. in Fig. 25 der Fall ist.

0 Buchanan. Journal of Physiol. 27, p. 95. 1901.
l) 1. c.