﻿EINIGE ELEKTRO PHYSIOLOGISCHE VERSUCHE.
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vierten Bewegung der Platte wurden das Netz und die Stimmgabellinie aufge-nonimen. An lug. 1 kann man sich von der Proportionalität zwischen den Potentialen und Ausschlägen in den Grenzen von 15 Millivolt leicht überzeugen. Dasselbe sehen wir auch auf Fig. 2, die vermittelst eines anderen Kapillarelektrometers gewonnen wurde. Hier sind drei Kurven entsprechend den Potentialen 10, 20, 30 Millivolt mit Ausschlägen auf die andere Seite dargestellt. Auf Fig. 3 haben wir 0 Kurven mit Ausschlägen proportional 5, 10, 15, 20, 25 und 30 Millivolt. Was die Grösse und den Verlauf der Ausschläge nach beiden Seiten anbetrifft, so muss ich gestehen, dass eine volle Identität nicht zu erreichen war: die Unterschiede sind aber dennoch gering. In Fig. 4 sehen wir 2 Kurven, die den Verlauf der Ausschläge bei Potentialänderung \on-j-20 und —20 Millivolt bis auf Xull darstellen. Die Einstellungszeit des Meniskus auf ein gegebenes Potential war bei meiner Kapillare äusserst gering. Auf Grund von Fig. 1, kann man sich leicht überzeugen, dass beim Potential von 15 Millivolt 90°/0 der Gesammtablenkung schon in 0,03 Sek. erreicht wurden, und für die 100% nicht mehr als etwa 0,05 Sek. erforderlich sind.
Sämmtliche Figuren sind kleiner als die Originalkurven; sie sind hier anderthalb Mal verkleinert wiedergegeben.
Sämmtliche Versuche über die Actionsströme der Muskeln, sind am Frosch-gastrocnemius, der indirect durch den X. ischiadicus gereizt wurde, ausgeführt. Gewöhnlich wurde zur Beizung der Inductionsstrom angewandt (über andere Arten der Reizung wird unten erwähnt werden). Die Einzelreize mit Inductions-strümen wurden vermittelst der beweglichen Platte, die den primären Strom des Schlittenapparates öffnete, bewirkt: von der secundären Spirale führten die Drähte zu den Platinelektroden zum Zwecke der Xervenreizung. Zum Kapillarelektrometer führten Drähte von den unpolarisirbaren Thonelektroden. Um sicher zu sein, dass die Elektroden während der Bewegung des Muskels sich nicht verschieben, verfuhr ich folgendermaassen. Ein mit physiologischer Lösung durchtränkter Faden war vermittelst einer Xadel durch die Dicke des Muskels durchgeführt und darauf mit einem Knoten versehen; die Enden des Fadens wurden dann um den Thon der Elektroden gewickelt. Freilich lässt sich vieles gegen die Wahl des Gastrocnemius, sowie gegen das Durchstehen desselben sagen. Die Vorzüge, einen Muskel mit einem längeren leicht zugänglichen Verven anzuwenden, sowie die Sicherheit in der Unverschiebarkeit der Elektroden, beseitigen aber andererseits eine Reihe von Versuchsfehlern, die bei einer anderen Versuchsanordnung kaum zu umgehen sein würden.
In Fig. 5 sehen wir b—die Kurve der Muskelzuckung, a—die elektrome-trische Kurve und c—die Stimmgabel Kurve (100 Mal in 1 Sek.). Es ist hier sehr deutlich, das der grösste Theil des Ausschlages in die latente Periode der Muskelzugung fällt; der höchste Punkt der Kurve a findet noch während der völligen mechanischen Ruhe des Muskels statt. Dieses Resultat steht im Einklang mit den bekannten Ergebnissen von I. Bernstein '). Der Verlauf
) I. Bernstein. Untersuchungen über den Erregungsvorgang u. s. w. Heidelberg. 1871.
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