﻿EINIGE ELEKTROPHYSIOLOGISCHE VERSUCHE.
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kommt, was augenscheinlich mit dem zweiten Stadium von Bernstein und Tschermak im Zusammenhänge steht.
ln den angeführten Fällen ändert sich hei der Zuckung gleichzeitig mit der Belastung auch die Grösse der anfänglichen Spannung, sowie der Verkürzung und der geleisteten Arbeit. Um aufzuklären, welcher von diesen Einflüssen auf die Grösse des elektrischen Effekts bestimmend wirkt, wurde eine Reihe von Versuchen mit entsprechenden Änderungen der Contractionsbedingungen angestellt.
Es war interessant den Einfluss der Belastung auf die elektrische Reaction in Bezug auf die zuerst von Frey und Kries beschriebene Versuchsanordnung zu verfolgen. Nehmen wir an, wir haben den Muskel belastet und ihn durch eine maximale Einzelreizung in Contraction versetzt. Wenn wir nun den Hebel zusammen mit dem Belastungsgewicht heben und unterstützen, so wird bei Reizung des Muskels das Gewicht auf eine kürzere Höhe gehoben, d. h. es wird weniger Arbeit geleistet; dagegen wird der Gesammtbetrag der Verkürzungsgrösse dabei grösser. Reizt man den Muskel mit einer Reihe von Einzelreizen und hebt dabei nach jedem Reiz den Hebel ein wenig in die Höhe, so erhält man bei langsamer Bewegung der Platte eine Reihe von verticalen Linien, von welchen jede folgende der Länge nach kürzer, der Lage nach auf der Platte dagegen höher als die vorhergehende ist. In Fig. 8 haben wir 3 einzelne Contractionen, die sammt den entsprechenden Actionsströmen 3 Mal übereinander photographirt wurden. Der Muskel war anfangs durch das Gewicht von 100 g gespannt; der Hebel befand sich in der Höhe a. Nachdem der Muskel gezuckt hatte, wurde der Hebel bis zur Höhe b gehoben und hier unterstüzt. Nach der zweiten Zuckung wurde der Hebel bis c gehoben, hier unterstützt und die Platte zur Aufnahme der dritten Zuckung und des dritten Actionsstromes zum dritten Mal losgelassen. Von den 3 Actionsstromcurven muss die höchste der 1-en Zuckung a, die mittlere der 2-en b und die kleinere der 3-en c entsprechen. Derselbe Versuch war auch in einer anderen Form, entsprechend der anfänglichen Versuchsanordnung der genannten Autoren, aber mit Hinzu-füzung der Registration der Actionsströme, ausgeführt. Der Nerv wurde rhythmisch mit Einzelinductionsschlägen gereizt; die Reize folgten je 1 Sec. nacheinander. Der Hebel des Myographions war von einer Schraube unterstützt; vermittelst der letzteren wurde der Hebel zusammen mit dem belastenden Gewicht von 100 g soweit gehoben, bis die Muskelverkürzung nicht mehr ausreichte um das Gewicht zu heben; durch Drehung der Schraube in umgekehrter Richtung wurde der Hebel bis zur anfänglichen Höhe gesenkt, Die photographische Platte bewegte sich langsam, etwa 1 cm. in 1 Sek. und wurde in diesem Falle nicht durch das fallende Gewicht in Bewegung gesetzt, sondern vermittelst des Uhrwerks eines Kymographions, dessen Rad durch eine Schnur mit dem Rahmen der Platte verbunden war. In Fig. 9 sehen wir zwei Reihen von Erhebungen, von welchen die unteren den vom Muskel erzeugten Lageveränderungen des Hebels bei den Muskelzuckungen entsprechen. Das Aussehen der Erhebungen in Form von ausgefüllten Zähnen erklärt sich dadurch, dass am Myographicnhebel eine kleine Kartonplatte befestigt war. Dadurch wurde bewirkt, dass der entworfene Schatten keinen doppelten, sondern einen einfachen