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EINIGE ELEKTKOPHYSIOLOGISCHE VERSUCHE.
Kontur gab. Diese Maassregel ist zuweilen von grosser Bedeutung, denn nimmt man im Falle einer langsamen Bewegung der Platte einen dünnen Hebel, der eine relativ rasche Erhebung und Senkung, wie bei der Muskelzuckung der Fall ist, ausführt, so kann dabei in Folge stärkerer Einwirkung des Lichtes auf der nur langsam den Spalt verlassenden Plattenstelle zuweilen jede Spur einer Kurve fehlen. Durch die angeklebte Kartonscheibe haben wir für die Photographie des Hebels etwa dieselben Verhältnisse geschaffen, wie sie für die Photographie des Hg-Meniskus von selbst gegeben sind. Betrachtet man die untere Reihe der Erhebungen (von rechts nach links), so sieht man, dass je höher der Hebel unterstüzt wird, um so geringer die Hubhöhe und also die geleistete Arbeit wird. Anderseits sehen wir in Fig- 9, dass je höher der Hebel unterstützt wird, um so ausgiebiger auch die Contraction ist. Auf diese Weise erhalten wir durch Drehen der Schraube eine Reihe von Muskelcontractionen, bei welchen die erzeugte Arbeit kleiner, die Verkürzung grösser wird. Es fragt sich nun, was die Grösse des elektrischen Effekts hierbei bestimmt: die geleistete Arbeit, oder der Grad der Verkürzung. Betrachten wir nun die Erhebungen der oberen Reihe, die den Actionsströmen entsprechen, so sehen wir, dass die Grösse der Ausschläge parallel den Änderungen der geleisteten Muskelarbeit geht. Man könnte nun glauben, dass die beiden Effecte, d. h. der mechanische und der elektrische, nebeneinander einhergehen und von dem für die einzelne Zuckung bestimmten Verbrauch der Stoffe ahhängen. Die weitere Zergliederung der Erscheinung zeigt aber, dass die Sache sich anders verhält. Zu gleicher Zeit mit der Hebung des Hebels zusammt dem an demselben angehängten Gewicht verkleinern wir die Spannung des Muskels. Es ist deshalb wohl auch möglich, dass im Versuch Fig. 9 der elektrische Effect nicht parallel der geleisteten Arbeit, sondern der sich ändernden Muskelspannung geht. Zur Prüfung dieser Möglichkeit wurde im Versuch Fig. 10 der Muskel mit verschiedenen Gewichten belastet, wobei die Spannung desselben im ruhenden Zustande dieselbe blieb; nach der ersten Belastung mit 5 g. wurde der Hebel unterstützt und die zwei anderen Gewichte zu 100 und 200 g. nach dem Princip der FTeber-lastung angehängt. Bei 5 g. Belastung erhielt man die isotonische Kurve a und die entsprechende elektrometrische Kurve A. Darauf wurde der Hebel unterstützt und mit 100 g. belastet; danach wurden das Myographien und das Elektrometer so weit gehoben, bis der Hebel die Höhe b und der Hg-Meniskus die Höhe B erreichte; auf diese Weise wurden die Kurven b und B aufgenommen. In derselben Art waren bei der dritten Aufnahme nach Anhängung des Gewichtes von 200 g. die Kurven c und Cphotographirt worden. In einem anderen Versuch Fig. 11 blieben die Bedingungen der Belastung und Verkürzung dieselben, wie im Versuch Fig. 10, nur wurde weder das Mvographion, noch der Hg-Meniskus bei den drei aufeinanderfolgenden Contractionen verschoben; sämmt-liche 3 Kurven, die myographischen sowohl wie die elektrometrischen, beginnen entsprechend von denselben Abscissen. Aus diesen Versuchen Fig. 10 und Fig. 11 lässt sich der Schluss ziehen, dass für die Grösse des elektrischen Effektes bei der Muskelzuckung weder die Verkürzung, noch der Betrag der geleisteten Arbeit, sondern nur der Grad der Spannung und zwar der Spannung, die der Muskel vor dem Akte der Verkürzung erleidet, von Bedeutung