﻿EINIGE ELEKTROPHYSIOLOGISCHE VERSUCHE.
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sind. In der That sehen wir in beiden Fällen Fig. 10 und Fig. 11, dass der Muskel im Momente der Reizung mit 5 g. belastet war; später, trotzdem die gehobenen Gewichte verschieden gross waren, blieb die Grösse und Form der Hg-Ausschläge unverändert; die elektrometrischen Kurven zeigen identischen Verlauf und congruiren in Fig. 11, wogegen liier die Contractionskurven ganz verschieden aussehen. Ein derartiges Ergebniss kann uns eigentlich nicht wundern und sollte auf Grund des Versuches Fig. 5 erwartet werden. Wir sahen in Fig. 5, dass der grösste Teil des elektrischen Effekts bereits während der latenten Periode geschieht, also zur Zeit, wo die mechanische Reaction noch nicht begonnen hat und wo man weder von der Verkürzung noch von einer Arbeitsleistung sprechen darf. Es geht daraus hervor, dass der Charakter des elektrischen Phänomens von Einflüssen abhängen muss, die vor Allem den Zustand des Muskels im Momente der Reizung bestimmen. Einen derartigen Einfluss muss man auf Grund der oben angeführten Versuche Fig. 5, 6, 7, 8, 9, 10 und 11 der Muskelspannung im Momente der Reizung zuschreiben.
Stellt man sich auf einen derartigen Standpunkt, so ist es interessant den Vergleich der Actionsströme des Muskels bei seiner Thätigkeit unter isotonischen und isometrischen Bedingungen anzustellen. Diese Frage wurde schon mehrfach untersucht und die Resultate verschiedener Autoren [R. d. Bois-Reymond 1 j, Bourdon-Sanderson 2), F. Bouchanan 3), Amaya 4), lensen 5), Bernstein und Tschermak 6J] differiren in der Beantwortung derselben sehr bedeutend. R. du Bois-Reymond hat Photogramme erhalten, in welchen die Actionsströme für den isotonisch und isometrisch auf indirecte Einzelreize thä-tigen Gastrocnemius durchaus identischen Verlauf aufweisen. Dasselbe behaupten auch auf Grund ihrer Versuche mit der Registration der Ausschläge des Kapillarelektrometers Bourdon-Sanderson für die Einzelzuckung des curaresirten Sartorius und F. Buchanan für tetanische Contraction der Sartorius. Amaya untersuchte diese Frage mit dem repetirendem Rheotom und prüfte den Verlauf des abfallenden Teils der Kurve; die Resultate waren nicht ganz einheitlich, doch war es im ganzen klar, dass die Schwankung bei Isotonie grösser ist als bei Isometrie. Auch lensen, der ebenfalls mit dem Rheotom arbeitete bekam nicht genügend einheitliche, aber doch in demselben Sinne lautende Resultate. Allerdings erhielt lensen in einer anderen Reihe, wo er nicht den ganzen Muskel, sondern gewissermaassen ein Element desselben isometrisch prüfte, andere Resultate; es waren nämlich in diesem Falle keine Unterschiede in der
*) K. du Bois Keymond. Leber den Verlauf der negativen Schwankung bei Isotonie und Isometrie. Zentralblatt f. Phys. Bd. 11. p. 33. 1897.
"-) Bourdon-Sanderson. Zentralblatt f, Phys. Bd. 12, p. 490, 189S u. Journal of Phys. Vol. 23, p. 352, 1899.
9 F. Buchanan. The Elektrical Kesponse of the Muscle in Different Kinds of etc. Journal of Physiol. Vol. 28, p. 95. 1901.
*) Amaya. lieber die negative Schwankung bei isotonischer und isometrischer Zuckung. Pflü-ger's Arch. Bd. 70, p. 101. 1898.
“) lensen. LTeber dass Verhältnis der mechanischen und elektrischen Vorgänge im erregten Muskel. Pflüger’s Arch. Bd. 77, p. 107. 1899.
6) Bernstein und Tschermak. Ueber die Beziehung der negativen Schwankung des Muskelstromes zur Arbeitsleistung des Muskels. Pflüg. Arch. Bd. 89, p. 2S9. 1902.