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VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN SÄUREN.
wasserstoffsäure als auch von Essigsäure. Weinsäure und Oxalsäure. Fibrin löst sich in den genannten Säuren, in den vegetabilischen in der Wärme, auf. Beim Eindampfen und Ahkü'hlen bilden diese Lösungen geleeartige Massen *). Aus diesen Lösungen scheiden Alkalien einen in warmen Wasser löslichen Körper aus (ib. p. 159).
Zu derselben Zeit zeigte Scheele, dass Käse in einer schwachen, dem Geschmack nach kaum wahrnehmbaren Lösung einer Mineralsäure löslich ist. während er in vegetabilischen Säuren sich schwerer löst (126 p. 147). Uebrigens hatte Edler von Jacquin (31p. 193) schon früher bemerkt, dass das Fibrin in Säuren sich auflöst und aus der Lösung von Alkalien gefällt wird, doch schon in veränderter Gestalt. Dennoch ist es Eourcroy's Verdienst, das Vorhandensein so zu sagen eines Antagonismus zwischen den Säuren und den Alkalien in Bezug auf das Protein mutig verfochten zu haben; er spricht wiederum von der Fällbarkeit des Serums durch Säuren, wobei er den Niederschlag in Ammoniakflüssigkeit löslich findet, aus welcher das Protein durch abermalige Neutralisation ausgeschieden werden könne (37 p. 312)1 Fast dasselbe findet auch Treviranus (145 p. 364), namentlich wenn man von seiner aufrichtigen Ueberzeugung absieht, dass das Protein unter der Einwirkung von Säuren in wirklichen Leim übergeht—eine Ansicht die in Hünefeld's Arbeiten (68 p. 261) eine Widerlegung gefunden hat. Jedenfalls ist Treviranus'Beobachtung interessant, dass saure Proteinlösungen von Metallsalzen gefällt werden.
Nicht geringer ist Parmentier & Deyeux’s (114 p. 183) Verdienst. Sie waren die ersten, die auf die zweifache Bolle der Säuren im allgemeinen hinwiesen. Nach dem Auswaschen in Wasser löste sich Käse spontan geronnener Milch den Beobachtungen der genannten Auroren nach in sehr verdünnten Säuren, während das Casein von denselben, doch concentrirteren Säuren kompakter wurde. 2). Zugleich bemerkten sie, dass Blutserum von verdünnten Säuren nicht gefällt wurde (115 p. 456). Gleichsam um den Satz genannter Autoren, dass Salpetersäure, ein starkes Protein fällendes, coagulirendes Agens sei, zu stützen, findet Hatchet (52 p. 743), dass sehr verdünnte Salpetersäure in derselben eingeweichten Muskelfasern und auch darin eingedicktem Albumin die Eigenschaft verleihe, in warmem Wasser sich aufzulösen, beim Abdampfen dieser Lösung in Gallerte s) überzugehen und nach abermaliger Auflösung aufs neue sowohl mit Tannin als mit Bleinitrat Niederschläge zu geben (ib. p. 743).
Nach Parmentier & Deyeux sei Thénard (142-ap. 123) genannt, der sich über das Vorhandensein von Verbindungen der Protemsubstanzen mit Säuren ziemlich bestimmt aussprach; er gab sogar zu, dass das „Albumin“ Säuren vollständig neu-tralisiren könne. Thénard scheint lösliche und unlösliche Verbindungen des Albumins mit Säuren angenommen zu haben.
Übrigens finden wir bei Berzelius eine Bestätigung von Parmentier A Deyeux's Ansicht. Gewöhnliche Essigsäurelösungen bewirken demnach die Bildung einer in der Wärme löslichen geléeartigen Masse, wobei nicht nur gelbes Blutlaugensalz sondern auch Säuren, nämlich Schwefelsäure, Salpetersäure und Salzsäure, weisse Niederschläge erzeugen. Beim Auswaschen auf dem Filter lösen sich diese Niederschläge, nachdem der Säureüberschuss entfernt ist, aufs neue in Wasser auf. wobei, Berze-
*) ,Elles ressemblent alors à une véritable gelée“ (38 p. 159g
G „L’acide ou vinaigre, et tous les acides très affaiblis la dissolvent: ceux qui sont concentrés, la racornissent“ (114 p. 189).
3) „That tortoise-shell, horn, musculare fibre, and inspissated albumen after long immersion in
very dilute nitric acid, and after being well washed, were soluble in boiling water;................ and
lastly, by forming a gelatinous mass, when the aqueous solution was sufficiently evaporated and cooled, approached and ressembled gelatin“ (52 p. 743).