﻿VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN SÄUREN.
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(p. n. 10). Ausser den erwähnten Säuren bediente sich Hühnefeld (1836, 67 p. 29) zu seinen Beobachtungen auch der Chromsäure; er fand, dass letztere sogar sehr stark verdünnte proteinhaltige Lösungen, z. B. 300—400-fach verdünntes Eiweiss, fällt. Der Niederschlag ist von gelblicher Farbe; er löst sich sowohl in einem Ueber-schuss derselben proteinhaltigen Flüssigkeit als auch in Alkalien. Der durch Chromsäure erzeugte Niederschlag, den Hühnefeld für eine Verbindung das Proteins mit dieser Säure hielt und deshalb „Albumenchromat“ nannte, ist in Schwefelsäure unlöslich.
In dieselbe Zeit fällt auch die erste Angabe über die Löslichkeit der Niederschläge in Kohlensäure. Nach dem Zusatz eines Alkali zu Hlihnereiweiss bis zu deutlicher Reaction auf Curcumapapier und dem Erwärmen des Gemenges im Wasserbade erhielt Bird (G p. 34) eine geléeartige Masse; nachdem er diese Masse in demselben Bade aufgelöst hatte, fällte er die erhaltene Lösung durch einen Kohlensäurestrom. Zuerst trübte sich die Flüssigkeit, schied dann ein feines Pulver aus, welches bei weiterer Durchleitung des Kohlensäurestroms verschwand; danach rea-girte die Flüssigkeit sauer und wurde volkommen klar. Aus der Beschreibung dieses Versuches ist es schwer zu entscheiden, ob der Niederschlag wirklich aus Protein oder aus Kalk bestanden hatte; andererseits fragt es sich, ob, wenn ein solcher sich gebildet hatte, der Niederschlag nicht von dem Kohlensäurestrom fortgerissen und für die. Auflösung desselben angesehen werden konnte. Solche Fragen sind um so mehr am Platze, als die gewöhnlichen Reagentien auf Proteine starke Fällung in derselben Flüssigkeit bewirkten. Eine unbedeutende Menge Ammoniaklösung ruft die Bildung eines unbedeutenden Niederschlags hervor, der in einem Überschuss davon löslich ist (ib. p. 34). Diese Beobachtungen leiteten Bird zu dem Schlüsse, dass Kohlensäure nicht bloss die Verbindung des Proteins mit einem Alkali zersetzt sondern auch mit dem Protein selbst in Verbindung tritt 1). Direkte Versuche. welche mit einem durch Alkohol in Serum erzeugten, mit Wasser gewaschenen, dann zu Pulver verriebenen und in einer neuen Portion Wasser suspendirten Niederschlage angestellt wurden, zeigten, dass bei der Durchleitung von Kohlensäure der sämmtliche Niederschlag verschwand, die.Lösung jedoch keine klare Flüssigkeit vorstellte. Bei Veranlassung des soeben beschriebenen Versuchs macht Bird einige Bemerkungen, welche die Bedeutung seiner Versuche sehr verringern. So empfiehlt er eine genügende Menge Wasser zu nehmen, da ein jedes Bläschen Kohlensäure ein Partikelchen des Niederschlags nach oben führe, dieses sich an die Wände des Gefässes hänge, an denselben antrockne und sich danach nicht mehr in der Flüssigkeit löse. Bird verbirgt sein Befremden nicht über die grosse Menge von Protein, welche von den Blasen und dem von der Kohlensäure erzeugten Schaum fortgerissen wird 2). Fügen wir hinzu, dass der durch Alkohol im Serum erzeugte Niederschlag, wie auch schon vor Bird bekannt war, auch ohne Kohlensäure sich in Wasser löst (p. n. AbV 48—60 p. 82, 99 70).
Unstreitig sind es diese Resultate von Bird’s Versuchen, welche Berzelius in sein Lehrbuche vom J. 1840 (4 p. 38) aufnahm, ohne jedoch auf diese Quelle
') Diese Thatsachen veranlassteu mich zu dem Schlüsse, dass das vorher mit dem Natron in chemischer Verbindung stehende Eiweiss dieses Alkali verlassen und sich mit dem kohlensauren Gase chemisch verbunden hatte“ (6 p. 35).
-) „Bei Bereitung dieser Auflösung muss man ja eine hinreichende Menge Wasser hinzusetzen, somit wird eine beträchtliche Menge Eiweiss
durch jede Gasblase mechanisch herausgetrieben, setzt sich an den Seiten des Gefässes ab, trocknet schnell, und hat, wenn es sich wieder mit der Flüssigkeit vereinigt, viel von seiner Auflös-lichkeit in der Säure verloren; und es ist merkwürdig, was für eine grosse Menge Eiweiss (durch diese Art umgekehrter Filtrirung) dem Einflüsse des Gases entzogen werden kann“ (6 p. 36).