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VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN SÄUREN.
Satz selbst, nachdem man die von Panum angeführten Thatsachen zugunsten des Unterschieds zwischen dem Seroglobin und den durch Säuren erzeugten Niederschlägen erwogen hat.
Selbstverständlich sah Panum sich genötigt den Unterschied zwischen der Art der Fällung des Seroglobins und der salzsauren Niederschläge aus demselben Serum zu erklären. Im ersteren Falle wurde das Serum mit Wasser verdünnt und dann mit Essigsäure angesäuert, in letzterem mit Salz versetzt und ebenfalls mit Essigsäure angesäuert. In Anbetracht dessen, dass eine Säure allein im Serum keine Fällung bewirkt, bei Gegenwart von Salzen dieselbe aber einen Niederschlag erzeugt, findet Panum schon darin einen Unterschied, der mit dem Charakter des Niederschlags in Verbindung steht; er hält es nämlich für angemessen den Beweis zu führen, dass in dem Falle, wenn das Seroglobin durch Essigsäure gefällt wird, die Salze des Serums bei der Fällung nicht mitwirken ‘), da andernfalls das Seroglobin sich schneller ausscheiden müsste, als es gewöhnlich bei der Verdünnung des Serums beobachtet wird. Nicht genug, mit Salz versetztes Serum, welches nach dem Zusatz der Säure einen Niederschlag ausgeschieden hat. werde bei Verdünnung mit Wasser von der Säure nicht mehr gefällt.
Diese einseitige Ansicht lässt sich einmal dadurch erklären, dass Panum die Eigenschaften des Seroglobins nicht genügend kannte, das andere Mal, dass ihm die Arbeiten seiner Vorgänger unbekannt waren. In Übereinstimmung mit der schon damals allgemein herrschenden Ansicht hatte Denis (AhV 48—60 p. 90—1) die Verdünnung mit Wasser bei der Fällung des Globulins mit Essigsäure für ein Agens erklärt, welches das Lösungsvermögen des bei der Neutralisation mit Essigsäure neugebildeten Salzes schwächt, infolgedessen das Globulin bei der Neutralisation nicht ausfalle: das neugebildete Salz genüge zur Auflösung des Globulins, da Panum selbst behauptet, dass das Seroglobin in Salzlösungen ungemein löslich sei* 2). Doch neutralisirte er nicht nur das Serum, er setzte auch noch einen Überschuss von Säure hinzu, wobei alter die Fällung trotzdem ausblieb. Wie Panum’s und Melsen’s (109 p. 437) Beobachtungen gezeigt haben, bedarf es auch in diesem Falle zur Fällung eines gewissen Überschusses von Salz. Vergleicht man die Bedingnisse der Fällung des Seroglobins und der Entstehung der durch Salze und Säuren erzeugten Niederschläge in einem und demselben Serum, so darf man wohl sagen dass in den zwei Gleichungen: 1) Serum-p Wasser+Essigsäure; und 2) Serum-pSalz-fEssigsäure in beiden Fällen Niederschläge erhalten werden, in denen der Unterschied, wenn ein solcher vorhanden ist, offenbar durch das Wasser und das Salz bedingt wird. Erwägt man, dass im besten Falle die Essigsäure die Alkalinität des Serums neutralisirte, und vergegenwärtigt man sich die Grundeigenschaften des Globulins, so begreift man klar, dass beides: Verdünnung mit Wasser und Behandlung mit einem Salze ein und dasselbe Resultat—Fällung des Globulins—zur Folge haben muss. In der Tat finden wir auch bei Panum Angaben, die dies bezeugen, und zwar dort, wo er einen Unterschied sucht, indem er erklärt, dass der durch das Salz und die Säure bewirkte Niederschlag in concentrirten Salzlösungen unlöslich ist 3). Weiter führt Panum nicht nur in-
*) v..... dass die Fällung des Serumcaseins
durch Essigsäure nicht von den Salzen des Serums abbängen kann“ (109 p. 431).
2)	„Das Serumcaseïn haben wir aber als einen in Salzlösungen ungemein leicht löslichen Stoff kennen gelernt“ (109 p. 431-2).
3)	„Was nun zweitens die Eigenschaften der beiden durch Essigsäure in eiweissartigen Flüs-
sigkeiten bewirkten Niederschläge betrifft, so ist der aus salzreicher Eiweisslösung durch Essigsäure, Phosphorsäure u. s. w. gefällte Stoff in concentrirten Salzlösungen ganz unlöslich“; und dies wird unmittelbar Folgendem entgegengesetzt: „das Serumcaseïn haben wir aber als einen in Salzlösungen ungemein leicht löslichen Stoff kennen gelernt“ (109 p. 431-2).