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VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN SÄUREN.
leicht in verdünnten Säuren und Alkalien und sogar in Salzlösungen löst, aus denen er wie das Myosin ‘) durch Wasser ausgefällt wird (74 p. 23; 75 p. 165).
Wenn man auf grund des Dargelegten erwägt, dass alle Reaktionen des aus einer Säurelösung bereiteten Syntonins mit denjenigen des Myoglobins übereinstimmen, so sollte man meinen, dass auch diese letzte Reaktion—Auflösung in Salzen und Ausfällung durch Wasser—sogar aus säurehaltiger Lösung gewonnenem Syntonin Kühne’s eigen sei, wenn die Löslichkeit des frischgefällten Syntonins in Salzen zeitig genug erprobt wird, besonders wenn das Präparat nicht lange unter Wasser oder in feuchtem Zustande überhaupt gelegen hat (p. n. 203). Um so mehr muss der Neutralisationsniederschlag aus einem Alkalialbuminat, wie Kühne in der Folge (1866) fand, beim Liegen im feuchten Zustande und an der Luft dieselben Veränderungen erfahren, nämlich auch in 0,1 %-iger Chlorwasserstoffsäure sogar bei 60° schwerlöslich werden, während der frischgefällte sich sofort auch bei Zimmertemperatur auflöst, aber in beiden Fällen in gelöstes Syntonin übergehen. Durch Kochen in Wasser büsste der Niederschlag seine Löslichkeit in Salzsäure erwähnter Concentration ganz ein. während die frischgefällten Neutralisationsniederschläge in Salzen löslich waren (75 p. 176).
Diese von Kühne angestellten Vergleiche weisen immer mehr auf die nahe Verwandschaft der Niederschläge mit den Globulinen hin. Kühne selbst konnte diese Verwandschaft nicht ableugnen, obgleich er zwei Jahre zuvor behauptet hatte, dass Syntonin und Myosin mit einander nichts gemein hätten (p. n. 201)! Nunmehr behauptet er, dass eine Lösung z. B. von Myosin in verdünnten Säuren schon kein Myosin sondern Syntonin enthalte, d. h. einen Körper, der durch Neutralisation aus seiner Lösung ausgeschieden wird, in sehr verdünnten Säuren und Alkalien löslich, in Salzlösungen aber unlöslich ist. Die Löslichkeit in Salzen bilde einen wesentlichen Unterschied zwischen dem Globulin, dem Myosin im erwähnten Falle, und dem Syntonin, doch könne auch d a s M y o s i n durchSäuren ausgeschieden und dennoch in einem in Salzen löslichen Zustande erhalten w e r d e n, wobei die Niederschläge nur nicht wiederholentlich in Säuren aufgelöst werden dürfen 2).
Weiter oben erwähnten wir schon, dass Kühne das von Panum „Acidalbumin“ genannte Produkt mit seinem Syntonin identificirte (p. n. 205); dasselbe tut er flüchtig auch jetzt (75 p. 43), was noch mehr zu gunsten der Globulinnatur des Syntonins als Niederschlag redet.
Eine Säuresyntoninlösung werde durch Chlorcalcium, Chlornatrium und Chlorammonium, auch durch Natrium- oder Magnesiumsulfat gefällt, wenn die Lösung eine genügende Menge Syntonin enthält; andernfalls—in sehr verdünnten Lösungen—bewirken diese Salze nur Trübung. Wie eine saure Syntoninlösung in der Wärme nicht gerinnt, so koagulire auch eine alkalische beim Kochen nicht, wohl
') „Der Eiweisskörper, den man mit Essigsäure aus Lösungen des Kalialbuminats niederschlagen kann, löst sicli äusserst leicht in verdünnten Säuren und Alkalien, und ist ferner löslich in concentrirten Salzlösungen, aus denen er durch Wasser wieder gefällt wird, wie die Lösungen des Myosins in Salzen“ (74 p. 23).
J) „Die Lösungen des Myosins in verdünnten Säuren enthalten kein Myosin mehr, sondern ein Umwandlungsproduct desselben; nämlich Syntonin, «inen Körper, welcher durch Neutralisation fällt,
in sehr verdünnten Säuren und Alkalien, auch kohlensauren Alkalien leicht löslich ist, dagegen völlig unlöslich in Salzlösungen. Die Löslichkeit in Salzen ist also die Eigenschaft, welche das Myosin beim Lösen in einer Säure einbiisst, ein Hauptunterschied zwischen Myosin und Syntonin. Man kann indess das Myosin durch Säuren aus-scheiden und für Salze immer noch löslich erhalten, nur darf man es dann nicht zur Wiederauflösung kommen lassen“ (75 p. 275).