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VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN SÄUREN.
Külme’s und Hoppe-SeyleFs Arbeiten gesehen haben (s. auch p. n. 81). Infolgedessen halten wir es für überflüssig den Benennungen einen anderen Sinn zu verleihen, als ihnen von den ersten Autoren gegeben wurde, so dass wir uns auch in diesem Falle der Ausdrücke: „Säurelösungen des Proteins“ „Neutralisationsniederschläge“ „durch Salz und Säure bewirkte Niederschläge“ u. s. w. bedienen wollen, die hoffentlich weniger Anlass zu Misverständnissen geben werden als die Ausdrücke „Syn-tonin“. und „Acidalbumin“, die, kaum entstanden, sogleich ihren Wert als Träger einer bestimmten Vorstellung verloren. Was die Beziehung von deren Neutralisationsniederschlägen zu den Globulinen betrifft, so ergänzt Hoppe-Seyler, so zu sagen, Kühne s Beweisführung zu gunsten der Identität der Eigenschaften dieser Niederschläge und des Globulins. Hoppe-Seyler findet, dass auch eine Myosinlösung in Salzsäure nach der Neutralisation mit Natriumcarbonat leichtlösliche Niederschläge ausscheidet; längeres Verweilen des Myosins in einer säurehaltigen Lösung habe zur lolge, dass in Kochsalz lösliche Neutralisationsniederschläge sich nicht mehr bilden ]) (60 p. 195). Wir sehen hier, wenn auch keine vollständige Anerkennung der Löslichkeit der Neutralisationsniederschläge in Salzen, so doch einen bedeutenden Schritt vorwärts in dieser Richtung! Man darf wohl sagen, dass, wenn Kühne zugab, dass das Syntonin sich schon gebildet hatte, wenn die Lösung beim Kochen nicht gerann, Hoppe-Seyler auf Grund seiner letzten Beobachtung annahm, dass das Syntonin sich dann bildet, wenn der Neutralisationsschlag aufhört sich in Salzen zu lösen. Also wieder etwas mit den Neutralisationsniederschlägen aus alkalihaltigen Proteinlösungen Gemeinsames.
Die Uebereinstimmung der „Syntoninreaktion“ mit der Reaktion einer Seroglobinlösung bewog Stscherbakoff „dem Syntonin die Reaktionen der fibrinoplastischen Substanz, wie sie von A. Schmidt beschrieben werden, beizulegen“ (142 p. 11). Das Syntonin wurde aus „Froschmuskeln durch Behandlung mit 0,1% Salzsäure und nachheriger Neutralisation bereitet“. Auf grund seiner Beobachtungen behauptet Stscherbakoff, dass er in Bezug auf die Löslichkeit in verdünnten Säuren, Alkalien und Erdalkalien, sowie in Lösungen von Neutralsalzen zwischen dem obenerwähnten Neutralisationsniederschlag aus einer Säurelösung und den Globulinen—„der fibrinoplastischen Substanz, dem Fibrinogen und dem Globulin“—keinen Unterschied gefunden hat (ib.p. 12).
Andererseits bestätigt sich die von uns ausgesagte Ansicht sowohl in der Hinsicht, dass die obenerwähnten unrichtigen Benennungen noch um eine neue, allen Forderungen der Chemie widersprechende Benennung, zur Bezeichnung des durch Einwirkung von Säuren erhaltenen Produkts, nämlich „Albuminat“ bereichert werden, als auch in der Beziehung, dass hier schon ein neues Kriterium aufgestellt wird, auf grund dessen die Frage entschieden werden soll, ob eine Veränderung des Proteins im erwähnten Sinne unter der Einwirkung der Säuren stattgefunden hat oder nicht. In Bezug auf ersteres haben wir den Leser auf die irrtümliche Anwendung des Ausdrucks „Albuminat“ im obenerwähnten Sinne, welche von Hoppe-Seyler (p. n. 509) eingeleitet und von Lehmann (81 p. 110) fortgesetzt wurde, schon zur genüge aufmerksam gemacht; in Bezug auf letzteres, nämlich was als Anzei-
0 „In sehr verdünnter Salzsäure löst es (das Myosin) sich zur klaren Flüssigkeit, geht aber in dieser Lösung allmählich in Syntonin über. Fällt man die Lösung bald nach ihrer Anfertigung mit verdünntem kohlensaurem Natron, filtrirt, wäscht mit Wasser aus, so löst sich der Niederschlag-
leicht in Kochsalzlösung, wie oben angegeben ist, lässt man dagegen das Myosin einige Zeit in der salzsauren Lösung, so löst sich der durch kohlensaures Natron erhaltene Niederschlag nicht wieder in massig verdünnter Kochsalzlösung“ (60 p. 195