﻿VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN SÄUREN.
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führen einige Bestimmungen der Mengenverhältnisse des Proteins und der Säuren an (96 p. 120 — 1).
Die Geschichte des Verhaltens des Proteins zu schwachen Säuren wird durch Brücke’s Arbeiten (14 p. 897) über das Verhalten desselben zu Borsäure durch neue Tatsachen bereichert. Diesen Untersuchungen zufolge erinnert das Verhalten der Borsäure zu den proteinhaltigeu Flüssigkeiten an das allgemeine Verhalten der Kohlensäure. In Bezug auf diese letztere linden wir bei Brücke sehr unbestimmte Angaben, so dass es schwer ist zu entscheiden, ob das Seioglobin in seinem Versuche löslich war oder nicht! Das durch Einwirkung von Kohlensäure auf 10-fach mit Wasser verdünntes Serum erhaltene Seroglobin wurde abtiltrirt und in Wasser eingetragen, durch welches man Sauerstoff leitete. Brücke beobachtete hier Verschwinden der suspendirten Seroglobinflocken, und die Flüssigkeit wurde nach dem Abfiltriren bei neuer Durchleitung von Kohlensäure in einem Falle getrübt, klärte sich aber bei längerer Einwirkung der Kohlensäure wieder, während in einem andern Falle gar keine Veränderung wahrgenommen wurde. Nichtsdestoweniger zieht Brücke den Schluss, dass die Kohlensäure das Seroglobin aufgelöst hatte! Ob die beobachtete Trübung wirklich Globulin, nicht aber z. B. Calciumoxyd gewesen war, darüber finden wir keinerlei Angaben ‘)! Brücke behauptet, Borsäure verändere das Protein der natürlich vorkommenden Flüssigkeiten weniger als alle anderen Säuren, Kohlensäure ausgenommen. Borsäure könne Kohlensäure sehr gut bei der Fällung z. B. des Seroglobins ersetzen, wobei sich dieses mit denselben Eigenschaften wie bei der Ausfällung durch Kohlensäure ausscheide und sich dabei in keiner der genannten Säuren auflöse (14 p. 898). Der durch irgend eine der beiden Säuren erzeugte und vom Filter gesammelte Seroglobinniederschlag sei jedoch in concentrirter Borsäure löslich. Chlornatrium, gelbes Blutlaugensalz und andere Alkalisalze erzeugen in dieser Säurelösung Ti Übung oder Niederschläge, welche in einem Säureüberschuss sich auflösen: ebenso verhalte sich eine Ätzkalilösung. Die Globulinlösungen in Borsäure trüben sich, scheiden aber beim Kochen keine Niederschläge aus (ib. p. 898); wird jedoch vorher Kochsalz eingeführt, so erfolge beim Kochen Fällung. Auch mit Borsäure angesäuertes Blutserum scheide beim Kochen keinen Niederschlag aus. Obgleich sehr unbestimmt, giebt Brücke dennoch die Möglichkeit gleichsam einer Substitutionsreaktion mit Borax zu. dessen Natrium auf irgend eine Weise auf das Protein einwirken soll, welches deshalb in Borax nicht gerinne 2). In mit Wasser verdünntes Blutserum eingetragen, scheide Borsäure, gleich der Kohlensäure, das Globulin aus; Essigsäure erzeuge nach der Einwirkung sowohl von Borsäure als von Kohlensäure einen neuen Niederschlag in dem Filtrat (ib. p. 904).
Dabei finden wir bei Brücke interessante Tatsachen über den Übergang frisch gefällten Seroglobins mit verdünnter Phosphorsäure in den geleeartigen Zustand, wobei die erhaltene Gelée beim Erwärmen sich verflüssige und beim Abkühlen wieder erstarre. So gebe frischgefälltes Seroglobin mit Eisessig zwar eine gallertartige Masse, doch habe diese ein trübes, milchiges Aussehen; eine durchsichtige Gallerte entstehe bei grösserem Wassergehalt (ib. p. 886).
Gleich dem Protein des Hühnereiweisses nach der Auflösung in Säuren were auch das Seroglobin durch Salze—Chlorkalium, oder Chlornatrium, Natriumsulfat
') Die Erklärung dieses Vorgangs ist in Kap. XIX und XVII (Einfluss des Sauerstoffs) gegeben.
-) „Wenn man Eiweisslösung mit Borax versetzt und erwärmt, so gerinnt sie nicht, weil das
Eiweiss durch das an Borsäure gebundene Natron schon während des Erwärmens modiflcirt wird“ (14 p. 899).