﻿VERHALTEN DES OLOBULIXS ZU DEN SÄUREN.
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einer andern Hinsicht. Heynsius fand, dass die Gegenwart von Kochsalz der fällenden Wirkung der Kohlensäure entgegenwirke (53 p. 15). Nichtsdestoweniger begünstige Sättigung der Flüssigkeiten mit Kochsalz, nach der Ausscheidung eines Teils des Proteins aus denselben durch Kohlen- oder Essigsäure, die Fällung des Proteins bedeutend, wie die von Heynsius angeführten Tabellen (53 p. 12—3) beweisen. Plosz bildet, dass eine Myoglobinlösung in Salzsäure 1%0 durch Kochsalz gefällt werde, wobei der mit halbgesättigter Kochsalzlösung sorgfältig ausgewaschene Niederschlag nach dem Abpressen zwischen Fliesspapier sich in Wasser wieder löse, und die Lösung sauer reagire (11S p. 227). Übrigens sah Schmidt schon im Jahre 1862 sich genötigt zuzugeben, dass eine Verbindung des Globulins mit Säuren in Salzen unlöslich sei. demgemäss dieselbe aus ihrer wässerigen Lösung durch Salze ausgeschieden werden müsse (129 p. 456).
Zugleich finden wir bei Brücke eine Widerlegung der Meinung, die sich zufällig geltend gemacht hatte, dass, wie wir schon mehrmals erwähnten, das Albumin von Essigsäure nicht gefällt werde. Brücke sagt geradezu, dass das Protein der natürlich vorkommenden Flüssigkeiten sowohl durch verdünnte vegetabilische Säuren als auch durch dreibasische Phosphorsäure gefällt wird, wobei aber der Niederschlag sich leicht in Salzen löst (14 p. 894—5).
Trotz allem, was in diesem Sinne von den Autoren gesagt worden ist, bedient sich Petit der Fällbarkeit durch Alkalien wieder als eines Kriteriums für die Bildung saurer Verbindungen. So soll durch Säuren oder Alkalien modificirtes Albumin die Fähigkeit gewinnen, im ersten Falle durch Alkalien, im zweiten—durch Säuren gefällt zu werden (117 p. 177)1
Bei der Verwirrung der Begriffe, die wir bisher gesehen, ist es oft schwer sich vorzustellen, was für ein Präparat dieser oder jener Autor vor sich hatte. Was die Terminologie anbetrifft, so ist es noch schwerer irgend einen Leitfaden zu finden, und sind die Erfinder dieser oder jener Benennung unter anderem selbst daran schuld. So findet Panum Kühne’s Versuch (627 p. 9), den nichtssagenden Ausdruck „Acidalbumin“ durch den, so weit es wenigstens Kühne’s Arbeiten anbetrifft, ebenso wenig bestimmten „Syntonin“ zu ersetzen, wenig angemessen, sagt aber von sich selbst, dass er durch Einwirkung (1) verschiedener Säuren auf Protein Körper erhalten habe, die er „Acidalbumin“ benannte, und dass Berzelius ein Produkt der Behandlung der roten Blutkörperchen—auch ein „Acidalbumin“ (.VA» 41—7 p. 77)—irrtümlicherweise für die gereinigte farblose Substanz der roten Blutkörperchen ansieht und desselbe Globulin nennt *)•
Es ist wohl kaum nötig zu sagen, dass Panum die Sache nicht richtig ansah und vergessen zu haben schien, was er bei der Beschreibung seiner Versuche über die Säuren gesagt hatte (p. n. 185—93); Panum zieht auch im weiteren die in dieser Pachtung gemachten Untersuchungen nicht in Betracht, obgleich im Laufe von 20 Jahren
’) „Schon Berzelius hat, ohne es zu wollen, die Bezeichnung Globulin in doppelter Bedeutung gebraucht, indem er theils, in histologischem Sinne, die farblose Grundsubstanz der Blutkörperchen so nannte, theils aber ein in neutralen Salzen unlösliches, in reinem Wasser lösliches Product, das er darstellte, indem er die Blutkörperchen mit verdünnter Schwefelsäure behandelte, und indem er nachher zur Entfernung des Blutfarbstoffes mit Alkohol extraliirte, als Globulin bezeichnete. Dieses Product, das, wie P. schon in Virchow’s Archiv Bd. IV. Heft 3 gezeigt hat,
durch Behandlung der verschiedensten Eiweiss-stofl'e mit vielfachen verschiedenen Säuren entsteht und das er Acidalbumin genannt hat, hielt Berzelius eben irrthümlieher Weise für die gereinigte farblose Substanz der Blutkörperchen.........
Auch dem Vorschläge Kühne’s, das Acidalbumin mit Rücksicht auf eine von ihm aufgestellte Hypothese umzutaufen und es Syntonin zu nennen, kann Panum nicht beitreten, weil der Ausdruck „Syntonin“ bereits eine andere, an das histologische Vorkommen geknüpfte Bedeutung hat“ (110 p. 91-2).