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VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN SÄUREN.
sich eine genügende Anzahl von Beobachtungen angesammelt hatte, dass man von der gleichzeitigen Einwirkung von Säuren und Salzen reden dürfe.
Die von Brücke und Heynsius aufgeworfene Frage nach dem gegenseitigen Verhalten der Säuren und Salze erhält in Schmidt's Arbeiten (130 p. 422) eine endgültige Lösung. Ausserdem finden wir in diesen Arbeiten auch noch Hinweise darauf, dass der Neutralisationsniederschlag aus einer neutralen alkalischen Globulinverbindung unverändertes Globulin vorstellt. Die neutrale Lösung einer alkalischen Seroglobinlösung wurde sehr genau mit Essigsäure neutralisiert, infolgedessen das Seroglobin sich vollständig niederschlug; enthielt die erwähnte Lösung aber auch ein Salz, so erfolgte entweder nur teilweise Fällung, oder es wurde gar kein Niederschlag erhalten; daher musste behufs vollständiger Fällung die Flüssigkeit um so stärker angesäuert werden, je mehr Salz sie enthielt 1). Den Niederschlag war es immer möglich in einem Überschuss der zur Fällung benutzten Säure aufzulösen: dabei musste aber um so mehr Säure genommen werden, je mehr Salz die Lösung bei einer und derselben Globulinmenge enthielt, wie, andererseits, zur Fällung um so mehr Säure nötig war, eine je grössere Alkalimenge vor der Neutralisation vorhanden war. Dasselbe beobachtete man endlich auch bei Abwesenheit von Salzen, aber bei einem Überschuss von Kali. Natron oder sogar Natriumcarbonat, wenn dieses zur Auflösung des Seroglobins anstatt eines Alkali benutzt wurde. Hier wirkte das bei der Neutralisation sich bildende Alkaliacetat ebenso wie ein eigens dazu eingetragenes Salz.
Es ist interessant, dass, wie Schmidt behauptet, das Seroglobin bei diesen Versuchen unverändert blieb 2), was für die Fällung der Globuline aus den natürlich vorkommenden Flüssigkeiten in dem Sinne von Bedeutung sei, dass blosse Neutralisation zur Fällung derselben nicht genüge. Schmidt's Ansicht nach sei es notwendig, wie. fügen wir hinzu. Denis schon 30 Jahre früher bemerkt hatte, das Lösungsvermögen der Salze durch Verdünnung mit Wasser abzuschwächen, sogar in solchen Concentrationen, wie sie bei der Neutralisation mit einer Säure entstehen können. Schmidt’s Beobachtungen nach beziehe sich das nicht nur auf das Seroglobin sondern auch auf das Fibrinogen, d. h. auf die Globuline, welche auch in der Beziehung analog seien, dass sie aus Lösungen irgend welcher Concentration durch einen entsprechenden Zusatz von Säure ausgefällt werden, während in deren natürlich vorkommenden Lösungen, wenn sie nicht mit Wasser verdünnt wurden, dieselbe Säure etwa nur eine leichte Trübung bewirke (130 p. 441). Es ist interessant, dass in diesen Fällen die Eigenschaften des Globulins unverändert bleiben sollen.
Denselben Charakter tragen auch Fokker’s Beobachtung (34 p. 270), der bei der Neutralisation seiner Erdalkalialbuminate (p. n. 91) mit Salzsäure Fällung und darauffolgende Auflösung des Niedersehlags in einem Überschuss der zur Fällung benutzten Säure beobachtete, wobei, seiner Ansicht nach, die Niederschläge in Syn-tonin (34 p. 281) übergingen; doch charakterisirt Fokker den Unterschied zwischen diesem und dem Albuminat nicht.
Selbstverständlich musste eine solche Unklarheit der Vorstellung von den die oben erwähnten Benennungen tragenden Körpern die Aufmerksamkeit der Auto-
f) „Die Flüssigkeit muss zum Zwecke einer vollkommenen Fällung angesäuert werden um so stärker, je grösser der Salzgehalt ist“ (130 p. 422).
0 „Ich hebe besonders hervor, dass die tibrino-dlastische Wirksamkeit bei dem durch Ansäuern erhaltenen Niederschlage nicht im Mindesten beein-
trächtigt erscheint“ (130 p. 422). was von Schmidt für eine sehr charakteristische Eigenthümlichkeit des unveränderten Seroglobins (die Gerinnung der plasmatischen Flüssigkeiten zu befördern) gehalten wird.