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VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN SÄUREN.
mir nach Zusatz von Xatriumcarbonat, demgemäss Eichwald meint, dass man liier eine schwachsaure und salzhaltige Lösung vor sich habe (ib. p. 9G—9). Diese Lösung mit einer geringen Quantität Natriumcarbonat versetzend, um sie zu neu-tralisiren, erhielt er eine Lösung, die in der Wärme gerann und die Substanz in einer Lösung neutraler Salze (NaCl und C2H2Xa02) gelöst enthielt. Aus dieser wurde die Substanz durch Sättigung mit gepulvertem Kochsalz oder durch starke Verdünnung mit Wasser (100 Yol.) teilweise ausgefällt. Der sich a u s s c h eitle n d e Niederschlag ha b e dabei alle Eig e n s c h a f t e n des „Syntonins“ besessen (ib. p. 101)1 In der Überzeugung, dass das in diesem Lalle ausgeschiedene und aus gelaugte „Albumin“ Syntonin l) ist. vergleicht es Eichwald mit Ivühne’s durch verdünnte Salzsäure dargesteiltem Syntonin und mit Iloppe-Seyler's Syntonin, der es durch Einwirkung von rauchender Salzsäure erhielt (ib. p. 100). Eichwald erprobte Salzsäure verschiedener Concentration an dem von „Paraglobinund „Serumcasein“ (.V.V 48—GO p. 120) befreiten Serum: 1) bei längerer Einwirkung von 0,1 °/0-iger Chlorwasserstoffsäure und nachheriger Neutralisation mit Natriumcarbonat erhielt er Niederschläge, die er nur für Syntonin halten konnte; 2) bloss mit Wasser und Kohlensäure oder, behufs der Entfernung des Globulins, auch noch mit Essigsäure behandeltes Serum vermischte Eichwald mit titrirter Salzsäure, wobei das Gemenge. 0,1 —0,5—1 — 3—5 — 8—10—12—15 —17% HCl enthielt. Eichwald findet, dass solche Lösungen, welche 0,1 — 1% Säure enthalten, wochenlang klar bleiben,—bei 3% sich langsam bildende Niederschläge auslallen; dass S°/0 Säure ziemlich rasch reichliche Niederschläge erzeuge, doch keine so vollständige Fällung wie 10% hervorrufe. Die bei 10°/o und höher erhaltenen Niederschläge besässen den Charakter des „Syntonins“ in dessen schwerlöslichster Form (ib. p. 108—9); doch kann Eichwald nicht ableugnen, dass hier eher die Reaktionen des sog. geronnenen Proteins stattgehabt hatten. Nach der Neutralisation der Lösungen blieb ein Teil der Substanz in der Lösung zurück, fiel aber beim Kochen aus. Bei den in der Siedhitze angestellten Versuchen bemerkte Eichwald, dass im Moment der Trübung die Flüssigkeit schwach sauer rea-girte, weshalb er empfiehlt zum Neutralismen freien Alkalien den Vorzug zu geben. Jedenfalls werde ein um so reichlicherer Niederschlag erhalten, je genauer die Neutralisation stattgefunden hat (ib. p. 110—11). Der aus sehr verdünnten Säuren (0.1%) durch Neutralisation der Lösung erhaltene Niederschlag weise nach dem Auswaschen mit Wasser alle Eigenschaften des Seroglobins auf, auch nennt Eichwald denselben nur deshalb nicht Syntonin, weil er glaubt, dass niemand seine Ansicht teilen würde 2). Dennoch löste sich der vom Filter gesammelte Niederschlag auch nach dem Auswaschen mit Kochsalzlösung weder in Wasser, noch in Salzen, obwohl nach und nach in Ätznatron oder Ammoniakflüssigkeit (ib. p. 115).
Indem Eichwald nun zum Studium von Panunrs Acidalbumin übergeht und dieses so auffasst, wie Panum es zuerst beschrieben hatte, nämlich als einen durch
’) „Indem ich zur Ueberzeugung kam, dass das durch starke Verdiinnung aus seiner neutralen Lösung ausgefällte und mit ILO ausgelaugte Albumin als Syntonin aufzufassen sei, entstand für mich die Aufgabe, die so erhaltenen Niederschläge direct mit denjenigen Körpern zu vergleichen, welche durch andauernde Einwirkung von HCl auf genuine Eiweissstoffe entstehen, und für welche der Ausdruck Syntonin gerade in Anwendung gekommen ist. Zur Darstellung von Syntonin auf
diesem Wege wählte ich das Serumalbumin selbst“ (32 p. 10G).
■) „Die Eigenschaften des mit Wasser gewaschenen Xeutralisationspräeipitats fand ich so mit denen des sogenannten Serumcasein übereinstimmend, dass ich einfach auf die Beschreibung desselben (s. oh. S. 08 ff.) verweise, während ich anderseits n i c h t g lauf e, d a s s .1 e ni a n d anstelien w i r d, e i n e n so da r g e s t e 11-t e n un d so be s ch af f e n e n Stof f für Synt o nin zue r k 1 ä r e n“ (ib. p. 113-14).