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VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN SÄUREN.
Mit diesem Umstande, nämlich dass Panum’s Acidalbumin Säure zurückhält. stimmt Eichwald’s Beobachtung überein, dass der Zusatz einer geringen Salzsäuremenge dem Niederschlag die Eigenschaft verleiht, sich in Wasser aufzulösen, während ein Alkali das Gegenteil bewirkt (ib. p. 133). Eichwald konnte sich nicht erklären, warum es ihm sogar nach dreimaliger Fällung nicht gelungen war durch Salzsäure sämmt-liches Protein in den unlöslichen Zustand überzuführen (32 p. 133). Um analoge Produkte aus reinem Seroglobin näher zu erforschen, löste Eichwald dieses in 0.1%-iger Chlorwasserstoffsäure auf und fällte es mit Chlornatrium (ib. p. 135), wobei schon 1—0,5 cc. gesättigter Chlornatriumlösung genügte, in 9 cc. Lösung, d. h. gegen 2% Salz, eine Fällung hervorzurufen. Bei der Neutralisation derselben Lösung mit kohlensaurem Natron fand vollständige Fällung statt; dabei löste sich der Niederschlag leicht in verdünnten Alkalien oder Säuren, nicht aber in 1—5 —10%-iger Kochsalzlösung. Diese Modifikation des Seroglobins sieht Eichwald für „SyntoniiP an. Dieselbe Modifikation des Globulins werde durch concentrirte Salzsäure bewirkt (ib. p. 136). Durch Einwirkung von Kohlensäure von einem Teil des Seroglobins befreites Serum schied, mit dem 10-fachen Volum Wasser verdünnt, unter der Einwirkung von Kochsalz und Chlorwasserstoffsäure das von Eichwald „Syntonin“ genannte Produkt nicht aus, während letzteres aus unverdünntem Serum erhalten wurde (ib. p. 137). Eichwald getraut sich nicht, diesen Umstand zu deuten, während derselbe sich doch sehr leicht durch einen grösseren Proteingehalt in der gegebenen Flüssigkeit erklären lässt.
Ausser dem Dargelegten finden wir bei Eichwald interessante Angaben über die Bildung einer geléeartigen Masse aus Serum durch Einwirkung von Säuren. Es erweist sich, dass eine Säuremenge, welche 10-fach mit Wasser verdünntes Serum zu fällen imstande ist, unverdünntes Serum in einen geléeartigen Zustand überführt. Die consistentesten Gallerten wurden mit solchen Säuremengen erhalten, welche in 10-fach verdünntem Serum die vollständigste Fällung bewirken '). In verdünnter Essigsäure löste sich das Seroglobin schwerer als in verdünnten Alkalien.
Eichwald gelang es nicht, mit Essigsäure eine neutrale Verbindung zu erhalten, ungeachtet dessen, dass er zu Globulin, welches in Wasser suspendirt war, äusserst vorsichtig und allmälig sehr verdünnte (0,25%) Essigsäure zuseczte, woraus er schliesst, dass eine Säure das Globulin weniger gut als ein Alkali zu neutrali-siren vermag. Ungleich leichter erhalte man eine Lösung in Säuren, wenn man das Globulin zuerst in einer möglichst geringen Alkalimenge auflöst und dann mit Essigsäure fällt, in deren Überschuss es sich dann löse. Durch Wärme werde das Globulin nicht gefällt. Ein allmäliger Zusatz von Kochsalz bewirke Fällung zuerst in der Wärme, bei Vergrösserung des Salzgehaltes aber auch schon in der Kälte: mit dem gleichen Volum gesättigter Kochsalzlösung erfolge vollständige Fällung. Bei grösserem Säuregehalt gehe der Prozess schwerer vor sich. Ebenso verhalte sich das Seroglobin auch zu anderen Säuren. Hier hebt Eichwald die Wirkung der Salzsäure hervor, welche das Seroglobin in Syntonin überführen soll (ib. p. 43—44). Wenn man die Fraktionen des Syntonins oder des durch Wasser modificirten Seroglobins
*) „Es erfährt mithin u n v e r d ü n n-t e s Serum eine gallertige E i n d i k-kung durch diesel lien Salzsäuremengen, durch welche Zehntelseru m flockig gefällt wird. Die consistenteste Gallerte wurde bei demjenigen der von uns geprüften Säuregrade erhalten, bei welchem auch das Zehntelserum am vollständigsten gefällt wurde
(8 p. Ct.); bei denjenigen Säuregraden, bei welchen Zehntelserum unvollständig gefällt wurde, wurden weniger resistente Gallerten erhalten (3 p. Ct. 11p. Ct); bei sehr grossen Säuremengen endlich, durch die das Serumalbumin nicht gefällt wird, blieben auch die aus unverdünntem Serum dargestellten [Mischungen dünnflüssig (17 p. Ct. und mehr)“ (32 p. 142-43).