﻿VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN SAUREN.
227
wart von Natriumpliosphat und auch mit Borsäure Niederschläge aus. Im letzteren Falle seien dieselben in Borax löslich, worauf zuerst Brücke hinwies. Die erwähnten Lösungen würden auch von Neutralsalzen, saurem Natriumphosphat, Mineralsäuren und vegetabilischen Säuren gefällt, wobei die Niederschiäge in einem Überschuss letzterer, am wenigsten jedoch in Essigsäure, löslich seien und von neutralen Phosphaten ausgefällt werden. Aus den Essigsäurelösungen werde das Protein durch Alkaliacetate ausgeschieden. Was die Lösungen der Neutralisationsniederschläge sowohl aus den alkalischen als aus den sauren Verbindungen in Säure n anbetrifft, so verhalten sich dieselben ganz analog: auch hier würden sie durch Säuren, neutralen Alkalisalzen u. s. w. ausgeschieden (139 p. 3GG).
Soyka findet im ganzen keinen Unterschied sowohl zwischen den sauren Lösungen des Neutralisationsniederschlags aus den Alkali- und den Säureverbindungen des Proteins, als auch zwischen den alkalischen Lösungen derselben Niederschläge einerseits, sowie auch andererseits, zwischen diesen und jenen. Ein Unterschied werde in keiner Beziehung wahrgenommen ’)! Durch einen Satz Eichwald’s geleitet, fügt Soyka hinzu, es wäre wohl richtiger zu sagen, dass das aus verdünntem Serum bei schwachsaurer Reaktion ausfallende Protein (Globulin) allmälig durch Zwischensubstanzen—Syntonin und Albuminat—in geronnenes Albumin überlebe 2). Da Yerf. in den Eigenschaften der Neutralisationsprodukte aus Lösungen der Alkali- und Säureverbindungen nicht den geringsten Unterschied findet, so schlägt er vor, sie unter einem allgemeinen Namen „P rote! n“ zusammenzufassen, dieses in seinen Verbindungen mit Säuren, je nach dem Namen der Säure, z. B. salzsaures, essigsaures Protein u. s. w. zu benennen, die Verbindungen mit Metallen dagegen durch die Ausdrücke Proteinkali,- Proteinnatron u. s. w. zu bezeichnen, so dass in diesem Falle der Name „Protein“ dem von Graham und Kraut eingeführten Ausdrück „Albuminsäure“ entsprechen würde 3).
Was die Beschaffenheit der Niederschläge anbetrifft, so legt ihr Soyka, in Übereinstimmung mit Brücke und Heynsius, keine Bedeutung bei. Das Casein wurde so oft mit dem Alkalialbuminat und dieses seinerseits mit den Säureverbindungen des Proteins identificirt, dass es nur folgerichtig sein dürfte hier einige Beobachtungen über das Casein anzuführen, welche dazu dienen könnten auf die die Veränderlichkeit des frischgefällten Niederschläge einiges Licht zu werfen, obgleich
*) Aus ihrer Zusammenstellung und Vergleichung ergiebt sich aber, dass Acidalbumin und Albuminat sowohl in saurer als auch in alkalischer Lösung ein vollständig gleiches Verhalten gegenüber den Reagentien darbieten. Es zeigt sich in keinem Punkte irgend eine Verschiedenheit in ihrem chemise h e n Verhalten“ (ib. p. 367).
•) „So bemerkt Eichwald (Eichwald: Beiträge, 77) man habe eben soviel Grund, das Serumca-sein für Syntonin zu halten als fur Natronalbu-minat, richtiger sei es vielleicht, zu sagen, der aus dem verdünnten Serum bei schwach saurer Reaction ausgefallene Eiweisskörper gehe allmäh-lig durch die Zwischenstufen des Natronalbumi-nats und Syntonins in coagulirtes Albumin über“ (ib. p. 367).
ff „Um aber den schon an den Namen geknüpften Vorurtkeilen vorzubeugen, möchte ich für jenen Körper, der, einmal an Säure gebunden
Acidalbumin, das anderemal mit einer Base in Verbindung Albuminat genannt wird, den gewis-sermassen neutralen Namen Protein vorschlagen, womit ja der chemischen Constitution desselben gewiss nicht präjudicirt werden soll. Er hat insoferne bereits eine gewisse Berechtigung, als M u 1 d e r mit ihm einen Körper bezeichnete, der eben dem Alkalialbuminat entspricht, und führt auch letzteres in den Lehrbüchern diesen Namen. Die bisher als Acidalbumin bezeiclnieten Verbindungen führen dann den Namen saures (z. B. salzsaures, essigsaures Protein, die Albuminat benannten Verbindungen dagegen heissen dann Proteinmetalle, z. B. Proteinnatron, Proteinkali, Proteinkalk etc. Für die Proteinmetalle würde dann der Name Protein mit dem von K r a u t adoptirten Ausdruck Albuminsäure zusammenfallen, während für den analogen Körper des sauren Proteins (Acidalbumins) eine solche Bezeichnungsweise fehlen würde“ (ib. p. 368-9).
15*