﻿VERHALHEN DES GLOBULINS ZU DEN SÄUREN.
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zeugen; vorheriges Abstumpfen der Säure mit einem Alkali befördere Fällung durch Salze (ib. p. 537).
Mehr um die damalige Nomenklatur zu charakterisiren als auf die uns beschäftigende Frage ein neues Licht zu verbreiten, finden wir es interessant Ham-marsten’s Ansicht (48 p. 466) anzuführen, nach welcher der in verdünntem Serum durch Essigsäure hervorgerufene, aus Eichwald’s (p.n. 215) Serumcasein bestehende Niederschlag, der nach vorangegangener Entfernung des von Eichwald Paraglobulin genannten Teils des Globulins durch Kohlensäure erhalten wird, nicht aus Syntonin allein, sondern aus diesem mit einer Beimengung von verändertem Paraglobulin bestehen soll. Damit erklärt Hammarsten garnichts, da das modificirte Para globulin eben ein Körper ist. der sich vom Syntonin in nichts unterscheidet! Dies um so mehr, als Hammarsten kurz darauf (49 p. 436) behauptet, dass eine Fibrinogen-lusung bei Gegenwart eines Salzes ausfällt, wobei der Niederschlag unter rascher Umwandlung in Syntonin löslich sein soll. Noch mehr, auch Kohlensäure fälle eine salzhaltige Fibrinogenlösung, und das Filtrat scheide nach der Abtrennung des Niederschlags beim Einleiten von Kohlensäure wieder neue Niederschläge aus. Trotzdem falle nur ein geringer Teil aus, während die Hauptmasse, wie Hammarsten fand, in der Lösung zurückbleibt. Obgleich die Niederschläge in Gestalt von Flocken und Massen aus der Mutterlauge sogleich entfernt wurden, lösten sie sich in Neutralsalzen schwerer als frisches Fibrinogen. Bleibt dagegen der Niederschlag in dem kohlensäurehaltigen Wasser, so verliere er seine Löslichkeit vollständig, und werde dem Fibrin ähnlich.
Weiter findet Hammarsten, dass dieser ausgeschiedene Niederschlag seiner Löslichkeit nach den Neutralisationsniederschlägen aus den Alkali- und Säureverbindungen des Proteins ') gleicht. Hammarsten nimmt im allgemeinen an, dass hier das unter dem Einflüsse sowohl von Kohlensäure als von Essigsäure ausgeschiedene Präparat sich verhältnissmässig leicht in verdünnten Alkalien und Säuren löst und einen dem Acidalbuminat ähnlichen Körper darstellt (49 p. 442). Fügen wir hinzu, dass wir bei Hammarsten Hinweise auf die Unlöslichkeit des Globulins in Kohlensäure finden (48 p. 434).
Wie wir aus dem Dax gelegten ersehen, beschäftigten sich die nach Panum kommenden Autoren hauptsächlich mit der Untersuchung der Neutralisationsnieder-schläge, wobei sie, mit der Geschichte dieser Frage wenig bekannt, eine Verwechslung der von den älteren Autoren den Verbindungen des Proteins mit Säuren und Alka-
‘) „Diese Flocken oder Massen sind frisch aus der Flüssigkeit herausgenommen, stets schwer-löslicher als das typische Fibrinogen, und es ist also ganz unzweifelhaft, dass die CCL nicht einfach das Fibrinogen herausfällt, sondern es auch merkbar verändert. Die Schwerlöslichkeit der aus Fibrinogenlösungen mit CO.- gefällten Flocken kann zwar mit der ursprünglichen Beschaffenheit des Fibrinogens ein wenig wechseln—das eine Niai sind sie mehr, das andere weniger schwerlöslich — aber stets sind sie, wenn nicht ganz unlöslich, doch bedeutend schwerlöslicher in Neutralsalzen als das Fibrinogen selbst, ln verdünnten Säuren und Alkalien sind sie dagegen verhältnissmässig leicht löslich, und sie unter-scheiden sich dadurch bestimmt von dem Faserstoffe. Werden diese durch CO2 ausgefällte Mas-
sen unter AVasser aufbewahrt, können sie, ebenso wie das durch VYasserzusatz direkt gefällte Fibrinogen, allmählich ebenso unlöslich wie der Faserstoff werden.
Der durch CO? in salzhaltigen Fibrinogenlösungen erzeugte Niederschlag steht also durch Unlöslichkeit in Neutralsalzen und Leichtlöslichkeit in verdünnten Säuren, resp. Alkalien, den Acid-resp. Alkalialbuminaten nahe, und da wir durch Hopp e-S e y 1 e r wissen, dass die Eiweissstofte besonders leicht bei Gegenwart von Salzen durch Säuren in Acidalbuminate umgewandelt werden, liegt die Annahme gewiss sehr nahe, dass die leicht veränderliche ffbrinogene Substanz durch die combinirte Wirkung von Kochsalz und Kohlensäure in einen acidalbuminatähnlichen Stoff umgewandelt worden ist“ (49 p. 439-40).