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VERHALTEN DES GLOBE LINS ZU DEN SÄUREN.
allmäliger verhält sich der Niederschlag anders. Sander behauptet, dass in diesem Falle die Löslichkeit des Niederschlags mit der Zeit abnehme und auch von der Concentration der sauren Lösung abhänge. Sander fand, dass eine Minute nach der Ausscheidung der dem Versuch unterworfene Niederschlag mit verdünnter Ätz-natronlösung keine klare Lösung mehr gab. wie das nach unmittelbarer Auflösung, nach der Ausscheidung der Fall gewesen war. Ein derartiger Niederschlag, nur 10 Secunden lang bei 60° gehalten, löste sich nicht mehr, während ein eben solcher, aber auf Eiswasser erhaltener sogar nach 10 Minuten in verdünnter Ätznatronlösung noch löslich war.
Als Ergänzung der Lehre von den Säureverbindungen ist es interessant Ham-marsten's Beobachtungen (50 p. 493) anzuführen. Dieser Autor bemerkte, dass sorgfältig von Globulin befreites Serum, oder, wie er es nennt, „das reine Albumin“ mit 0,5 — 1%-iger Essigsäure bei Zimmertemperatur viele "Wochen lang nicht in Acidalbumin überging, wovon Hammarsten sich dadurch überzeugte, dass die Neutralisation solcher Lösungen keine Fällung bewirkte! Dasselbe war auch mit 0.2—0,5%-iger Chlorwasserstoffsäure (50 p. 495) der Fall. Nach der Entfernung des Globulins durch Sättigung des Serums mit Magnesiumsulfat bei 30" wurde das Serum lange Zeit dialysirt und schied bei einem Gehalt an 0,5—0,75" „ Essigsäure bei Gegenwart von Magnesiumsulfat während 24—48 Stunden wieder einen Niederschlag aus. Dieser wurde nach dem Abpressen zwischen Fliesspapier und der Auflösung in Wasser dialysirt: ungeachtet der Neutralisation und der Sättigung mit Kochsalz oder Magnesiumsulfat wurde dabei kein Niederschlag erhalten (ib. p. 494— 5). Dies veranlasste Hammarsten, im Gegensatz zu der allgemein verbreiteten Meinung, zu der Aussage, dass „Albumin“ in einer gesättigten Salzlösung durch geringe Säuremengen ausgefällt, aber nicht in die unlösliche Verbindung „Acidalbumin“ übergeführt werde 1). Im vorliegenden Falle scheide sich. Hammarsten's Ansicht nach, unverändertes „Albumin-“ aus, und wenn sich dabei auch die Gegenwart von „Syntonin“ bemerkbar macht, so könne dessen Bildung dem Globulin zugeschrieben werden, welches, seiner Meinung nach, leichter in Syntonin übergeht.
Das soeben Gesagte veranlasste Hammarsten eine „neue Darstellungsmethode des reinen Albumins“ vorzuschlagen. Er empfiehlt das Serum vom Globulin so sorgfältig wie möglich zu befreien, was aber, seinen eigenen Worten nach, infolge der schweren Fällbarkeit des Globulins bei der Sättigung des Serums sogar bei 3o" kaum erreichbar sei! Wir erwähnten schon (p. n. .Y.V 48—GO p. 101—3). dass Hämin arsten die Arbeiten seiner Vorgänger, namentlich Eichwald’s (p. n. 209—25), nicht genügend studirt hatte. Hofmeister endlich hatte schon vor Hammarsten „unverändertes Albumin“ (p. n. A'.Y 48—60 p. 160) nicht nur vorgeschlagen, sondern solches auch aus dem Filtrat von mit Magnesiumsulfat gesättigtem Serum durch Zusatz von Schwefelsäure ausgeschieden (A'.V 48—60 p. 162).
Gleichsam zur Ergänzung dieser Fälle, in denen proteünhaltige Flüssigkeiten durch gleichzeitige Einwirkung von Säuren und Salzen gefällt werden, führte Halliburton seine Beobachtungen über die Fällbarkeit einer salzhaltigen Seroglobinlösung aus, in welcher eine Säure durch eine andere, doch in weit geringerer Menge, und durch Wärme ersetzt wird. Mit dem Steigen des Säuregehalts, falle die Temperatur der Fällung (45-ap. 165—6)!
*) „Die allgemein verbreitete Ansicht, dass schon ist also eine unrichtige. Aus'einer globulinfreien geringe Mengen von Saure hinreichen, um das Albuminlösung lallt unter diesen Verhältnissen .Serumalbumin in der mit einem Neutralsalze ge- nur unverändertes Serum - albumin aus“ (50 p. sättigten Lösung in Acidalbumin überzuführen. 495).