﻿VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN SÄUREN.
241
Auf Hammarsten’s Vorschlag hin wandte Iohannsson, wie wir schon erwähn-(.VA” 48—60 pp. 161 — 3), die Fällungsmethode durch Säure und Salz an, wobei er als Zeit dien der Umwandlung des „Serumalbumins“ in die Säuremodiiication das Erscheinen eines Niederschlags bei der Neutralisation der Lösung mit einem Alkali, sowie die Fällung (?) einer solchen neutralen Lösung durch Sättigung mit einem Neutral-salzc, z. B. MgSO* '), hielt. Indem Iohansson Gemenge aus auf obige Weise (p. n. 201) mit Magnesinmsulfat uud durch Dialyse behandeltem und 1,62% Protein enthaltenden Serum mit 1 — 2%-iger Essigsäure 0,25, 0,05 und 1.0-iger Salzsäure und 0.25%-iger derselben Säure, aber bei 40° bereitete, beobachtete er in den drei ersten Versuchen im Laufe eines Monats keine Bildung einer Säuremodification, eigentlich eines Neutralisationsniederschlags; im vierten Versuche hatte teilweise Modification nach 16 Tagen stattgefunden; im achten—erfolgte eine solche schon nach 8 Tagen; im fünften—wurde nach täglicher 10-ständiger Infusion erst nach 14 Tagen und auch nur partielle Veränderung, lies Fällung (69 p. 313), wahrgenommen! Analoge Versuche mit 1%, 2% und 3%-iger Salzsäure zeigten, dass die Umwandlung um so schneller vor sich gehe, je höher die Temperatur und der Salzgehalt sei (69 p. 314)1 Um die Beständigkeit des „Serumalbumins“ in Abhängigkeit von Salzen oder Säuren zu erproben, stellte der Autor folgende Versuche an: das Serum wurde nach der Sättigung mit Magnesiumsulfat bei 30° filtrirt und das abgekühlte Filtrat in mehrere gleich grosse Portionen geteilt; zwei davon wurden mit 0,5%-iger und zwei mit 1%-iger Essigsäure vermischt, wobei sofortige Fällung erfolgte. Nach dem Abfiltriren wurde der Niederschlag in Wasser mit einem Alkali nentralisirt, die Lösung dialysirt; danach schied nach der Sättigung mit Magnesiumsulfat sich kein Niederschlag aus, ausgenommen in einer Probe, in welcher nach einem Zusatz von Säure, nach 48 Stunden bei der Dialyse sich Opa-lescenz zeigte (69 p. 315). Nach der beschriebenen Behandlung mit Magnesiumsulfat vermischte man das Filtrat mit 0,25%, 0,5% und 1%-iger Salzsäure und 1% Essigsäure. Im Übrigen verfuhr man wie oben, indem man die Flüssigkeit unmittelbar mit Magnesiumsulfat behandelte; auch hier erfolgte keine Fällung (ib. p. 316). Diese Versuche veranlassten Johansson zu der Aussage, dass das obenerwähnte Präparat aus Serum nach der Einwirkung schwacher Säuren gar nicht so schnell Neutralisationsniederschläge, oder, bei nachheriger Sättigung mit einem Salze, andre Niederschläge ausscheide, oder, wie er sich ausdrückt: „dass das Serumalbumin lange nicht so rasch, wie man glauben sollte, in Acidalbumin übergeführt2) wird“ (69 p. 317). Im Hinblick darauf schlägt der Autor dieselbe Methode zur Gewinnung von „Serumalbumin“ vor (s. p. n. 201).
Sebelien (136 p. 454), ein andrer Schüler Hammarsten’s, wandte dieselbe Methode auch bei der Gewinnung von „Albumin“ aus Milch an. Er sättigte diese zuerst mit Chlornatrium, dann mit Magnesiumsulfat. Nach dem Abfiltriren des Niederschlags wurde das Filtrat beinahe vollständig durch %%-ige Essigsäure gefällt. Mit 0,075—0.2%-iger Säure in genügender Menge erfolgte noch vollständigere Fällung. Offenbar „schien es“ Sebelien, dem die Arbeiten seiner Vorgänger, namentlich Panum’s unbekannt waren, dass die Säuremenge unter diesen Umständen von der Concentration der Lösungen abhänge, (136 p. 454). Der auf dem Filter er-
6 „Eine Umwandlung des Serumalbumins in Acidalbumin macht sich bekanntlich dadurch kund, dass die Lösung nunmehr bei Zusatz von Alkali zu neutraler Reaction gefällt wird. Ebenso wird aus einer solchen neutralisirten Lösung durch Sättigung mit einem Neutralsalze (z. B. MgS0<) das bei der Neutralisation vielleicht in Lösung gebliebene Albuminat vollständig gefällt, während
die unveränderte Serumalbuminlösung bekanntlich (?) dadurch nicht in Geringsten gefällt wird“ (69 p. 312).
:) Die nun mitgeleilten Versuche zeigen also dass das Serumalbumin lange nicht so rasch, wie man glauben solche in Acidalbumin übergeführt wird (403 p. 307).
16