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VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN SÄUREN.
haltene, doch nicht gewaschene, sondern nur zwischen Fliesspapier abgepresste geléeartige Niederschlag löste sich in Wasser, wobei die Lösung hei abermaliger Sättigung mit Magnesiumsulfat selten gefällt wurde, mit 0,25°/0-iger Essigsäure aber aufs neue einen Niederschlag gab und so 2—3-mal. Nach der Dialyse der erhaltenen Lösung in Kühne’s cylinderförmigen Dialysoren wurde die Flüssigkeit bei 30—40° eingedichtet, und hielt der Autor diese Lösung für das „Albumin“ der Milch. Nach der Fällen mit Alkohol, raschem Abfiltriren und nachheriger Behandlung wurde der Niederschlag getrocknet; wurde die Behandlung zweckmässig ausgeführt, so war das erhaltene Präparat in Wasser löslich. Die Lösung schied mit Magnesiumsulfat bei 40° keinen Niederschlag aus, mit Natriumsulfat wurde aber schon bei 30° ein solcher erhalten, und Ammoniumsulfat fällte die Lösung schon bei Zimmertemperatur (136 p. 456).
Diese Untersuchungen berechtigen in noch höherem Maase die aus ihrer Verbindung mit Säuren ausgeschiedenen Körper, dem Ausdruck der Autoren zufolge, „unverändert“ zu nennen, oder, mit andern Worten, die Zahl der Tatsachen, die zu gunsten der Annahme zeugen, dass mit einer Säure verbunden gewesenes Protein in den anfänglichen Zustand zurückkehrt, sobald der Energie dieser Säure eine andre Richtung gegeben wird, wird immer bedeutender.
Ganz vereinzelt stehen die interessanten Beobachtungen Otto’s da, die aber für die Lehre von den Säureverbindungen eine nicht weniger grosse Bedeutung haben. Otto (107 p. 153) sättigte die Flüssigkeit eines (nicht weiter bestimmten) Exsudats mit Magnesiumsulfat und unterwarf das Filtrat der Dialyse, wonach die Flüssigkeit aus dem Dialysor aufs neue mit Bittersalz zwischen 30°—40° gesättigt wurde; das zweite Filtrat diente nun zur Probe. 5 cc. der klaren Flüssigkeit vermischte man mit 1 cc. eines Gemenges aus % Normallösung von neutralem Natriumphosphat und einer analogen Lösung von saurem Kaliumphosphat, wobei die genannten Lösungen einander bis zu 1 cc. ergänzten, d. h. wenn von einer 0,1 — 0,9 cc. genommen wurde, so nahm man von der andern umgekehrt 0,9—0,1. Die erhaltenen Gemenge wurden aufs neue mit Magnesiumsulfat bei 30°—40° gesättigt und zeigten, nachdem sie abgekühlt waren, folgende Verhältnisse: die 0—0,5 cc. Phosphat enthaltenden Proben waren klar; bei einem Gehalt von mehr als 0.5 cc. sauren Phosphats zeigte sich Trübung, erfolgte sogar Fällung, wobei diese am stärksten war. und sogar vollständige Ausscheidung der Proteinkörper erfolgte, wenn die Flüssigkeit 1 cc. sauren Phosphats, folglich gar kein neutrales enthielt (ib. p. 154). Bemerken wir, dass das Verhalten des sauren Phosphats an dasjenige schwacher Säurelösungen erinnert!
Michailoff allein (92 p. 684—5) und im Verein mit Chlopin (94 p. 237) führte Hühnereiweiss. Globulin. Casein und den Neutralisationsniederschlag aus einer Alkaliverbindung durch unmittelbaren Zusatz von Essig- oder Phosphorsäure in den geleeartigen Zustand über. Da Michailoff (93 p. 21) dem Aussehen der durch Behandlung der proteinhaltigen Flüssigkeiten mit Säuren erhaltenen Produkte eine besondere Bedeutung zuschrieb, so notirte er in jedem einzelnen Fall den Moment der Gallertbildung im Gemenge aus „zweifach, dreifach, vierfach und fünffach verdünntem“ Hühnereiweiss und 3 5 Vol. Essigsäure. Zweifach verdünntes F.iweiss verwandelte sich sogleich in Gallerte, bei dreifacher Verdünnung—nach 14 Minuten, bei vierfacher—nach 20 M., bei fünffacher—nach 30 M.; im letzten Falle wurde flüssige Gallerte erhalten. „Sehr verdünnte Lösungen gerannen sogar nach 24 Stunden nicht“. Andererseits erfolgte bei einem und demselben Verdünnungsgrade und gleicher Säuremenge Gallertbildung in verschiedenen Zeiträumen (93 p. 22). Durch Säure erzeugte Gallerte sei sowohl in concentrirten als auch in sehr verdünnten Salzlösungen unlöslich; letztere scheiden aus Säureverbindungen des Proteins sogar