﻿VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN SÄUREN.
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nariengelbe darin, bei weiterem Säurezusatz, in eine rosa übergeht (50-ap. 268). Aus dem von Hardy gegebenen Diagramm ersieht man, dass das Globulin seine saure Reaktion auf roten Lakmus und Phenolphtaleän nur bei einem gewissen Alkali- oder Erdalkaliüberschuss [ROH, NaOH, NH4OH und Ba(OH)2] verändert, während umgekehrt seine basische Reaktion auf Methylorange durch Basen erhöht, mit Säuren dagegen nur ein gewisser Überschuss letzterer die rosa Färbung bedingt (ib. p. 268).
ÄVir wollen hier nicht das ziemlich reichhaltige Material anführen, welches in Betreff der Verbindung von Salzsäure mit den Proteinen der Nahrungsstoffe in den Arbeiten der Klinicisten enthalten ist: in den meisten Fällen ist die Ausführung der hierher gehörigen Versuche eine gar zu naive, um nicht von der Willkürlich-keit der Schlüsse der resp. Autoren zu reden.
Die Anforderungen der praktischen Medizin erweckten nichtsdestoweniger ein besonderes Riteresse für die Frage von dem Zustand der Salzsäure im Magen und waren die Ursache, dass der langsame aber sichere Rauf der Erforschung des Verhaltens der Eiweisssubstanzen zu den Säuren im allgemeinen eine episodische Störung erlitt.
Von den alten Beobachtungen ausgehend, dass bei der Magenverdauung ein Teil der vorhandenen freien Salzsäure allmälig verbraucht wird und das Verdauungsgemisch nach einer gewissen Zeit zwar für Lakmus und Phenolphthalein noch sauer ist, aber nicht die für freie Salzsäure charakteristischen Reaktionen—die Bläuung des Methylviolett und des rothen Congopapiers, die Rothfärbung mit dem Giinzburg’schen Phloroglucin-Vanillin-Reagenz u. s. w. giebt. machte eine ganze Reihe von Forschern es sich zur Aufgabe, das Verhalten der Salzsäure zu den Proteinkörpern zu erforschen. Ri der festen Überzeugung, dass das Vorhandensein einer salzartigen Verbindung des Proteins mit Säuren möglich ist, griffen Cohnheim & Krieger (28 p. 98), um zu erforschen welcher Art das Band sei. welches die genannten Körper aneinander knüpft, zur Fällung solcher Verbindungen mit Alkaloidreagenzien: „Es musste nun aber erst festgestellt werden, in welcher Weise bei ihnen die Umsetzungsreaction verläuft“, wobei es genüge, wenn nicht mehr Säure da ist, als den basischen Äquivalenten (?) der Eiweisskörper entspricht (ib. p. 98). Um diese ihre Überzeugeng mit Hantsch’s Lehre (Ber. d. d. Ch. Ges. 1899. Bd. 32, p. 3109 u. 1909. Bd. 33, p. 278) von den Pseudosalzen in Einklang zu bringen und dadurch Spiro et Pemsel’s (p. n. 244) Schlüsse zu erklären, geben Cohnheim & Krieger eine besondere Metamorphose der Eiweisssubstanzen zu. „Für die Eiweisskörper liegen die Verhältnisse aber klar; in neutraler Lösung sind sie Pseudobasen und werden daher durch die Alkalo'idreagentien nicht gefällt, durch Zusatz einer Säure werden sie zu wirklichen Basen, un d d a m i t f ä 11 b a r“. Sich nicht mit einer solchen Behauptung begnügend, in welcher die Autoren selbst die Ausdrücke unterstreichen. fahren Colmheim & Krieger mit nicht geringerer Sicherheit fort; „Für die Alkalo'idreagentien kann jedenfalls kein Zweifel (!) bestehen, dass hier wirklich eine Umsetzung in der Richtung vorliegt: salzsaures Eiweiss -j- Phosphorwolframsäure = phosphorwolframsaures Eiweiss -f- Salzsäure, oder: Salzsaures Eiweiss -j- phosphorwolframsaures Natron = phosphorwolframsaures Eiweiss-f- Chlornatrium. Eine nähere Formulirung ist einstweilen natürlich unmöglich“ (20 p. 100). Nachdem die Umsetzung vollendet und das unlösliche phosphorwolframsaure Eiweiss ausgefallen ist, befinden sich nur (!) noch Salze in Lösung, die neutral reagiren. „Enthielt die Lösung daher vor dem Fällen genau so viel Salzsäure, wie das Eiweiss zu binden vermag, so wird sie nachher neutral reagiren; enthielt sie einen Ueberschuss an Salzsäure, so wird sie um so viel weniger sauer sein, als Säure zur Neutralisation des Eiweisses erforderlich (!) ist. Es wird ein Aciditätverlust eintreten, der