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VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN SÄUREN.
Das Globulin als Base. Neben den aciden Eigenschaften des Globulins ist es notwendig auch den basischen Charakter desselben, nämlich dessen Fähigkeit, sich mit Säuren zu verbinden und salzartige Verbindungen einzugehen, in Betracht zu ziehen; diese letzteren müssen vor allem nach dem Charakter der Säure die mit dem Globulin in Verbindung getreten ist. unterschieden werden, so z. B. „salpetersaures, schwefelsaures u. s. w.. im allgemeinen ...saures Globulin“. Alle derartigen Verbindungen des Globulins stellen zusammengesetzte Säuren vor, die mit dem allgemeinen Namen „Acidoglobine“ benannt werden können und jedenfalls eine energischere Wirksamkeit entfalten können als die primäre „Globulinsäuie oder das „Globulin“.
1. Darstellung der Verbindungen des Globulins m i t S ä u-ren. Wie beim Studium des Verhaltens des Globulins zu den Salzen und Alkalien, so benutzten wir auch hier gesättigte wässerige Säurelösungen, insofern es die kry-stallisirbaren Säuren anbetraf, und mehr oder weniger concentrirte im Handel vorkommende sog. Säuren, wenn es flüssige oder gasförmige waren. Es sei auch hier h der Sättigungskoefficient der gesättigten Lösungen von Weinsäure, Oxalsäure, Citronensäure und Eisessigsäure (100°/o), sowie von Schwefelsäure, spec. Gew. 1,825, Salzsäure—1.120. Salpetersäure—1,257. Milchsäure—1,236 und Phosphorsäure—1,68.
Frischgefälltes und in Wasser suspendirtes Globulin löst sich in den geringfügigsten Mengen der genannten Säuren auf, wobei das Filtrat ganz klar ist, bei der Probe die Gegenwart von Globulin anzeigt und blauen Lakmus stets rot färbt, rosa Phenol - Phtale'inpapier oder - lösung entfärbt. Im Hinblick darauf, dass auch frischgefälltes Globulin auf die genannten Indikatoren sauer reagirt, dürfen die Anzeigen weder des Lakmus noch des Phenol-Phtaleïns in Betracht gezogen werden. Wird aber die Farbe des „Congo“, sei es in Gestalt einer Lösung oder eines mit dieser durchtränkten Papierstreifens, von den Flocken frischgefällten Globulins nicht verändert, so bewirkt dagegen eine minimale Menge zu in Wasser suspendirtem Globulin oder zu einem gleichen Volum reinen Wassers hinzugesetzter Säure zuerst intensives Blauwerden der Farbe, dann, mit dem Steigen des Säuregehalts, auch Schwärzung. Doch sind die Anzeigen des Tropäolins 00 so charakteristisch, dass man au ein engeres Band zwischen dem Globulin und den Säuren, als wie das in einer Lösung gewöhnlich anerkannte, nicht zweifeln kann. Unter den obenerwähnten Umständen verändert Tropäolin 00 sich nicht; es muss zu dem in Wasser suspen-dirten Globulin oder zu dessen Lösung in minimalen Säuremengen eine verhätniss-mässig bedeutende Quantität einer Mineralsäure zugesetzt werden, damit die rötlichgelbe Farbe des Tropäolins in eine lila übergehe. Dieses Verhalten des Globulins mit Säuren dem Tropäolin gegenüber leitet zu der Annahme, dass es basische, neutrale und saure Acidoglobine giebt. Für basische dürften diejenigen Säureverbindungen des Globulins angesehen werden, die das Tropäolin nicht lila färben; das grösste Mengenverhältnis zwischen dem Globulin und einer Säure, bei welchem der geringste Säureüberschuss die Lilafärbung des Tropäolins hervorbringt, wird es angemessen sein als eine neutrale Verbindung zu betrachten, während als saure diejenigen Verbindungen gelten können, welche das Tropäolin 00 lila färben. Leider geben nur wenige organische Säuren die Farbenreaktion mit Tropäolin. Zwar finden Danilewski (p. n. 232) und W. Popofi (119 p. 322), dass Essigsäure, Milchsäure, Citronensäure, Weinsäure und andre Säuren die gelbe Farbe des Tropäolins in eine rosig-orangegelbe oder rötliche umwandeln, doch kann man dieselben zur Bestimmung der Reaktion der Acidoglobine nur mit Vorsicht gebrauchen. Sowohl das soeben Dargelegte, als auch die historischen Thatsachen, und das weiter unten Stehende berechtigen uns gleich Heynsius (p. n. 224) eine unbestimmte Anzahl von Acidoglobinen anzunehmen, was sich durch die allgemeine, der für die Salz- und