﻿VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN SÄUREN.
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sobald aber die Temperatur erhöht und eine neue Säuremenge hineingetragen wird? scheidet das Gemenge einen flockenartigen oder zusammengeballten trüben Niederschlag aus. Hier werden im allgemeinen dieselben Erscheinungen wie bei den Alkalien beobachtet (p. n. A2A« 81 — 5 p. n. 112). Ausserdem tritt hier, wie in den Fällen mit den salzigen und basischen Verbindungen des Globulins dieselbe Regel an den Tag, dass, je verdünnter die Lösung, desto höher die Temperatur der Fällung (Zersetzung) derselben ist. Daraus folgt klar, dass je mehr Globulin vorhanden, je höher (über 0,01/.’) der Concentrationsgrad der Säure und je höher die Temperatur ist, eine desto geringere Menge sogar frischgefällten Globulins sich löst, was der allgemeinen Formel
Gh = 7ï.................. 05)
ontsprig, wie in den auf die Salze bezüglichen fällen (.V.V 81—5 p. n. 265). Daraus erklärt es sich, dass es Lieberkühn nicht gelang das in der Wärme geronnene Protein des Eiweisses in concentrirter Essigsäure, besonders beim Kochen, aufzulösen (p. n. 181)! Man kann sich über Lieberkühn’s Behauptung nur wundern, dass sich in diesem Falle überhaupt etwas aufgelöst hatte. Nicht minder war zu erwarten, dass beim Einträgen dieser Stücke in Wasser und abermaligem Kochen sich entweder garnichts auflösen oder nur eine ganz geringfügige Menge in Lösung übergehen würde, wie Taf. (p. n. 252) (0,001Ä; entsprechend) zeigt. Lieberkühn bemerkt jedoch, dass beim Kochen in Wasser das Präparat sich nicht ganz aufgelöst hatte (p. n. 181). Man kann daraus schliessen, dass die zufällig entstandene Concentration der Säure in Lieberkühn’s Versuch zwischen 0,001 /u. und 0,9k. enthalten war, die Gesammtmenge der Flüssigkeit jedoch zur Überführung des Niederschlags in die Lösung nicht genügte. Unsre im Jahre 1881 veröffentlichten Versuche zeigen geradezu (99 p. 24), dass unter ähnlichen Umständen es auch einer entsprechenden Menge Flüssigkeit bei einem und denselben Säuregehalt bedürfe, da die Menge des Globulins, welches in die Lösung übergeht, von der Menge der Lösung der gegebenen Säure abhängt. Hatte sich in der gegebenen Lösung die Säure mit dem Globulin bis zur Sättigung verbunden, so bedurfte es offenbar einer neuen Menge der sauren Lösung u. s. w.
Schliesslich bemerken wir, wie im Fall der Salz- und Alkaliverbindungen des Globulins, auch hier, dass bei einem und demselben Säuregehalt, aber mit der Abnahme des Globulingehalts die Temperatur rasch über 100° steigt. Dadurch erklärt es sich, warum auch die für empfindlich angesehene Reaktion auf Salpetersäure das Protein beim Kochen auch nicht aufdecken, d. h. dass Fällung auch nicht erfolgen kann!
B. Einfache und vielfältige Säureverbindungen des G 1 0-b u 1 i n s. Das Gebiet der zahlreichen Verbindungen, welche durch die verschiedenen Mengenverhältnisse des Globulins zu einer und derselben Säure erhalten werden, wird noch bedeutend durch die Verbindungen desselben mit zwei und mehr Säuren erweitert. In der Tat kann die Lösung irgend einer Verbindung, welche noch keine saure Reaktion auf Tropäolin 00 zeigt, eine gewisse Menge einer zweiten oder dritten Säure aufnehmen, ehe das Tropäolin 00 in diesem Gemenge die lila lärbung annimmt. Was die Gewinnung der geléeartigen Massen anbetrifft, so ist es ein leichtes, nachdem man die Behandlung mit irgend einer Säre begonnen, mit einer zweiten dieselbe fortzusetzen und mit einer dritten zu beschliessen! Wenn in Ermangelung irgend welcher stöchiometrischen Anzeigen hier auch nur parallele Verbindungen anerkannt werden, so ist man in der Praxis genötigt solchen, im äussersten Falle parallelen, Verbindungen Rechnung zu tragen.