﻿VERBINDUNG DES GLOBULINS MIT SÄUREN.
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C. Gegenseitige Beziehungen der Verbindungen des Globulins mit Salzen, Basen und Säuren. Es unterliegt keinem Zweifel, dass es multiple Verbindungen gibt, in denen das Globulin zugleich mit einer Base und mit einer Säure verbunden ist! Die Globulinniederschläge aus den natürlich vorkommenden Flüssigkeit sind, wie wir in den ersten 10 Kapiteln vorliegenden Werkes gesehen, stets, sogar wenn eine Säure zur Fällung benutzt wird, von Basen begleitet, die mit jenen so fest verbunden sind, dass es weder durch wiederholtes Fällen, noch durch wiederholtes Auflösen oder Dialysiren möglich ist, dieselben von der alkalisch reagirenden Asche zu befreien. Alle bis zu den fünfziger Jahren ausgeführten Elementaranalysen enthalten Angaben (in Zahlen) auch über die Gegenwart von Basen in den genannten Körpern. Dennoch löst sich frischgefälltes Globulin in der soeben beschriebenen Verbindung mit Basen; auch künstlich dargestellte Globulate lösen sich, wie schon öfters erwähnt, in schwachen Säurelösungen; trotzdem aber enthält gewöhnlich der aus dieser Lösung durch ein Salz, Alkohol u. s. w. ausgeschiedene Globulinniederschlag, d. h. nach der Entfernung der Säure, alkalisch reagirende Asche. Die beträchtliche Anzahl solcher Beobachtungen der älteren Autoren findet ihren Kulminationspunkt in Danilewski’s Beobachtungen über den Kalkgehalt im Myosin, trotzdem letzteres aus einer säurehaltigen Lösung ausgeschieden worden war (A»V 86—92 p. 234). Offenbar wirft sich das Globulin zwischen die einander zustrebenden Körper, Base und Säure, und verhindert deren Verbindung! Nur wiederholtes Auflösen in verhältnissmässig energischen Säuren führen, wie wir in den ersten zehn Kapiteln gesehen, zu mehr oder weniger vollständiger Abspaltung der Basen und auch nur in kleinen Globulinportionen. Wünscht man bedeutendere Globulinmengen aus den natürlich vorkommenden Flüssigkeiten zu erhalten, so muss man die Abtrennung der Base vom Globulin im Wasserbade oder auf offener Flamme und mit ziemlich bedeutenden Mengen Säure-lösungen, sei es auch schwacher, vornehmen.
Pauli (116 p. 340) meint: Durch den Nachweis, dass die Lösung des Globulins vor allem als eine Wirkung freier Jonen gelten muss, erfährt die auf Grund früherer Versuche gebildete Vorstellung von der Anlagerung der Jonen an die Eiweissmoleküle zu lockeren chemischen Verbindungen eine weitere Bestätigung. Dieselben wären so zu denken, dass das elektropositive und negative Jon an verschiedene Stellen des Eiweissmöleküls herantreten, womit auch manche Verschiedenheiten von Acidalbumin und Albuminat Zusammenhängen können, ebenso wie die verschiedene Art des Eiweissabbaues durch Säuren und Alkalien.
Die Annahme der Globulin-Jonenverbindungen ist nicht ohne Analogie (Aminosäuren).
Diese gleichzeitige Verbindung des Globulins mit Säuren und mit Alkalien führt, wenn man über die innere Struktur des Globulinmoleküls vorläufig noch schweigt, zu der Annahme zweier entgegengesetzter Pole in demselben—eines basischen (If) und eines sauren (S)—welche inbezug auf die entsprechenden chemischen Agentien mit specifischer Energie ausgestattet sind, was sich etwa durch das Schema
jB—Base
Gb	........... ( 16)
S— Säure
ausdrücken liesse.
Die Energie dieser Pole ist jedoch nicht stark genug, um die Verbindung mehr oder weniger grosser Mengen Säuren oder Basen mit einander zu verhindern, d. h. solcher Mengen, welche, einzeln unsern Formeln entsprechend (AkV 75 — 80 p. 269 Form. 8 u. AkV« 81—5 p. 109 Form. 9), sich in Verbindung mit dem Globulin befinden
Morochowetz— Die Einheit etc., B. I, T. 1.	17