﻿VERHALTEN DER ACIDOGLOBINE ZU DEN SALZEN.
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Maliutin (88 p. 245) fand beim Filtriren durch Chamberlain’sclie Zylinder ebenfalls, dass Salze sich aus protei'nhaltigen Losungen eher als Basen ausscheiden. Die einzelnen auf diese Verhältnisse bezüglichen Fälle bieten eine grosse Mannigfaltigkeit.
In dem oben Dargelegten nahmen wir solche Fälle, wenn bei der Bildung komplexer Verbindungen das sämmtlicbe Globulin in der Lösung blieb; ist aber das bei der Neutralisation der Alkaliverbindungen sich neubildende Salz nicht imstande das vorhandene Globulin aufzulösen, so scheidet sich mehr oder weniger davon aus, und in Lösung bleibt nur soviel, als mit einem Salze eine wasserlösliche Verbindung eingehen kann. Dasselbe muss geschehen, wenn vor oder nach der Neutralisation die zu prüfende Flüssigkeit mit Wasser verdünnt wird, da dadurch der Prozentgehalt des Salzes niedriger und das Lösungsvermögen der Salzlösung herabgesetzt ist. Ein Teil des Globulins kann sich auch bei der Bildung komplexerer Verbindungen, nämlich eines salzbasischen Globulins oder salzbasischer Acidoglobine, ausscheiden. Endlich kann das sich ausscheidende Globulin sich in einem Überschuss der zur Neutralisation benutzten Säure lösen, wonach die Lösung selbstverständlich ein Gemenge entsprechender Globulinverbindungen vorstellen kann.
Zu allen hier möglichen Fällen müssen wir auch diejenigen rechnen, wenn eine Säure- oder Salzverbindung des Globulins auf Salze oder Säuren stösst.
D. V e r h a 11 e n der Acidoglobine zu den Salzen. Schon seit lange wird in der Geschichte der Proteinkörper des gegenseitigen Verhaltens der Salze und Säuren erwähnt, wobei gewöhnlich hervorgehoben wird, dass die Säure und das Salz bei gleichzeitiger Einwirkung auf die Proteïnkürper im umgekehrten Verhältnis vorhanden sind. Ohne sich um die inneren gegenseitigen Verhältnisse der Säure, des Salzes und des Globulins zu kümmern, richteten die Autoren ihre Aufmerksamkeit hauptsächlich auf die Bedingnisse, unter welchen eine mehr oder weniger vollständige Fällung des Globulins vor sich geht. Vom Standpunkte der hier betrachteten Beziehungen aus weist eine jede, gleichviel ob volle oder teilweise, Fällung, aut die Zerstörung wenigstens einer bis dahin in Lösung befindlichen Verbindung, im einfachsten Falle der Säure, des Salzes und des Globulins hin. Die Verbindung befindet sich im Gleichgewicht, sofern die gegenseitigen Verhältnisse den schematischen Formeln (.VA? 86—92 p. 251) entsprechen. Wird irgend ein Glied der Verbindung quantitativ vergrössert, so erfolgt Zersetzung der Verbindung, nämlich Fällung. Mie irgend ein Salz beim Zusatz der gleichnamigen oder irgend einer andern Säure aus seiner wässerigen Lösung ausfällt, so scheidet sich auch das Acidoglobin, wie wir schon erwähnt (ib.), beim Zusatz von Säuren aus. Da ferner das Acidoglobin eine salzartige Verbindung vorstellt, so wird es, wie ein jedes Salz, aus seiner wässerigen Lösung durch ein andres Salz verdrängt (VA 48—60 p. 160). Auch die Globulinverbindungen mit Basen werden wie diejenigen mit Salzen durch Salze aus-gelällt, doch muss hierbei bemerkt werden, dass die Acidoglobine aus ihren Lösungen weit besser durch Salze ausgeschieden werden, weshalb „Ansäuern“ der Flüssigkeit mit darauffolgender Sättigung der Globulinlösung mit einem Salze vollkommenere Fällung bedingt. Anderseits wird ein Salzglobulin, da es den Charakter salzartiger Verbindungen besitzt, ebenfalls durch Einträgen einer Säure verdrängt oder zersetzt. In all den genannten Fällen, wo das Globulin sich immer ausscheiden möge, scheidet es sich natürlich niemals im reinen Zustande aus. sondern immer als Bestandteil irgend welcher Verbindungen, obgleich diese sowohl quantitativ als qualitativ von den in Lösung gewesenen Verbindungen desselben sich unterscheiden, wenn auch im allgemeinen von den schon dagewesenen Verbindungen und den zugesetzten Agenden abhängen. Dass die sich bildenden Niederschläge in der Tat Abarten der schon beschriebenen Verbindungen sind, beweist der Umstand, dass dieselben nach dem Abfiltriren und Abpressen zwischen Fliesspapier in Lösung übergehen und