﻿VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN SÄUREN.
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wendet man folgendes Verfahren an: man nimmt gleiche Teile Eiweiss und Essigsäure, überlässt das Gemenge einige Stunden lang der Ruhe, setzt dann ein gleiches Volum Wasser hinzu und dampft schliesslich bei 50° ab. Durch solche Versuche gewann Thouvenel die Überzeugung, dass die Menge der Essigsäure grösser oder kleiner als die oben angegebene sein kann, dass Wasserzusatz nicht notwendig ist, dass endlich Wärme, sogar Sonnenwärme genügt, um dieselben Resultate zu erzielen. Thouvenel bemerkte jedoch, dass, je geringer die Quantität der zur Bildung der gallertartigen Masse zu Hilfe gezogenen genannten Agentien war, desto flüssiger dieselbe ausfiel. Um sich zu vergewissern, ob im genannten Falle der geléeartige Zustand des Proteins ausschliesslich von der Säure abhing, neutralisirte er letztere mit einem Alkali oder mit Kalk: es erwies sich, dass die erhaltene Lösung beim Kochen gerann; dennoch bemerkt Thouvenel. dass bei längerer Einwirkung von Säuren nach der Neutralisation und dem Kochen ein Niederschlag auch nicht erhalten werden könne (ib. p. 26).
Wir finden es für nötig hierselbst zu erwähnen, dass wenn in diesem Falle die Unfällbarkeit beim Kochen durch die starke Verdünnung mit Wasser oder wenigstens durch einen Alkali- oder Säureüberschuss sich erklären lässt, in Bezug auf den ersteren Fall Thouvenel für den ersten Forscher anzusehen ist, welcher beobachtet hatte, dass die Neutralisationsniederschläge in einer Salzlösung von einem solchen Procentgehalt, wie bei der Neutralisation sich einer bilden konnte (ib. p. 27), löslich sind. Ausserdem quillt auch Protein im festen Zustande, d. h. sowohl die obenbeschriebenen Neutralisationsniederschläge der protemhaltigen Flüssigkeiten als auch die von Thouvenel plastische Gebilde (concrétions plastiques ou fibreuses) benannten und zwar pleuritische fibrinöse Häute, durch Auswaschen mit Wasser entfärbtes Fibrin. Entzündungshäute, fibröse Coagula des Herzens u. s. v., in Essigsäure sehr bedeutend und löst sich alsdann auf. Die Auflösung wird durch Erwärmen befördert. Die Lösung besitzt alle Eigenschaften der von uns schon beschriebenen Lösung einer aus Hühnereiweiss bereiteten geleeartigen Masse, nämlich es wird unter denselben Bedingungen und auf dieselbe Weise eine mit den schon beschriebenen Eigenschaften ausgestattete Gallerte erhalten (ib. p. 28— 9). Ähnliche Beobachtungen machte der Autor auch in Bezug auf das Casein der Milch (ib. p. 36).
Auf ThouvenePs Angaben folgten, ausser den schon oben mitgeteilten (.Y.Y 4S— 60 p. 76). zahlreiche Hinweise anderer Forscher auf den Charakter des Einflusses der Säuren auf die Proteinkörper. So sprach Fourcroy schon im Jahre 1782 sich dahin aus, dass Fibrin mit Säuren in Verbindung tritt, in Essigsäure aber aufquillt und sich auflöst, wobei Wasser und Alkalien dasselbe aus seinen Lösungen ausfällen (35 p. 720). Gleichdem wie Gmelin (41p. 725) Fällung proteinhaltiger Flüssigkeiten durch Essigsäure und Bildung eines Coagulums beobachtete, zeigte Fourcroy. dass auch Blutserum mit Salpetersäure, Salzsäure und Essigsäure geléeartige Coagula bildet, die in der Wärme zerfliessen. beim Abkühlen wieder erstarren und in Wasser löslich sind '). Obgleich aus dem Dargelegten klar zu ersehen ist. dass die säurehaltigen Proteinlösungen durch Kochen nicht gefällt werden, so ist es dennoch interessant zu konstatiren, dass Fourcroy (38 p. 143) darauf hingewiesen hat, dass nach einem Säurezusatz Blutserum in der Wärme nicht gerinnt. Ausserdem erwähnt Fourcroy noch der Bildung geleeartiger Massen unter der Einwirkung sowohl von Chlor-
‘) ..D’un autre côte j'ai vu souvent l'albumen l’eau, fusible par la chaleur, et coagulable par du sang former avec les acides nitrique, muriatique le refroidissement“ (36 p. 260). et acéteux. une espèce de gelée soluble dans