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VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN SÄUREN.
hinzuweisen Simon dagegen verhielt sich ihnen gegenüber etwas anders: er machte Bird’s Versuche mit dem durch Alkohol in Eiweiss bewirkten Niederschlage durch, fand aber nicht, dass derselbe in Kohlensäure sich löste, und stellte seinerseits die Löslichkeit von dem Charakter der Einwirkung des Alkohols in einen Konnex. Wurde wenig concentrirter Alkohol benutzt, und wirkte er auf den entstandenen Niederschlag nicht lange ein, so löste sich dieser in Wasser leicht auch ohne Mitwirkung von Kohlensäure; im entgegengesetzten Falle, d. h. wenn der Niederschlag infolge von starker Concentration des Alkohols oder längerer Einwirkung desselben die Fähigkeit eingebüsst hatte, sich in Wasser zu lösen, übte auch Kohlensäure keinen Einfluss mehr aus (137 p. 58)! Nicht genug: bei der Durchleitung eines Kohlensäurestroms in Serum und Eiweiss erhielt Simon zwar einen Niederschlag, fand aber nicht, dass dieser sich in Wasser nur im geringsten löste; die entstandenen Hocken lösten sich auch in dem Falle nicht, wenn sie nach dem Waschen in ein grosses Gefäss gebracht wurden, welches Kohlensäure und Wasser enthielt, und in welches noch längere Zeit Kohlensäuregas eingeleitet wurde (ib. p. 00).
Verbindung der Proteïnsu b stanz mit Sä u r e n. Man dar! lest behaupten, dass Anfang der 40-iger Jahre die Ansicht, dass die Säuren mit dem Protein sich chemisch verbinden können, eine allgemein verbreitete war: Denis (1839, 26 p. 19), Berzelius (1840. 4 p. 33), Simon (1840, 137 p. 59). Liebig (1837-42, 83 p. 875; auch 1843, 84 p. 735). Nasse (105 p. 156) u. s. w.
V enn die soeben genannten Autoren darüber einig waren, dass das Protein mit den Säuren sich chemisch verbindet, wenn sie diesen Verbindungen entsprechende Namen gaben, welche darauf hinwiesen, dass sie die Verbindungen des Proteins mit Säuren für den Salzen analoge Körper hielten-—„salpetersaures, schwefelsaures u. s. w. Albumin“—, so gingen ihre Ansichten sowohl in Bezug auf das, was sie 'unter diesen Namen verstanden, als auch in Hinsicht der Darstellungsmethoden dieser Verbindungen weit auseinander. So stellt Berzelius (4 p. 33 und 38) schwefelsaures Albumin aus ein wenig mit Wasser verdünntem Serum oder Eiweiss dar. Simon dagegen aus denselben aber unverdünnten Flüssigkeiten (137 p. 59) durch Zusatz verdünnter Schwefelsäure bis zu schwachsaurer Reaktion. Die filtrirte Flüssigkeit wird bis zur Trockne abgedampft; die trockene durchsichtige Masse löst sich nach dem Aufquellen in Wasser auf. doch nicht vollständig: es bleibt ein unbedeutender Rückstand von „schwefelsaurem coagulirtem A 1 b u m i n“ zurück (4 p. 33 und 137 p. 59)! Die Lösung gerinnt bei 65°, wobei aufs neue schwefelsaures coagulirtes Albumin erhalten wird, und in der Flüssigkeit nur freie Schwefelsäure, wie Berzelius meint, zurückbleibt, da das coagulirte Albumin einen geringeren Sättigungsgrad besitzt (4 p. 33). Eine ähnliche Fällung sollen auch andere Säuren und sogar Essigsäure in derselben Lösung bewirken. Beim Auswaschen mit Wasser wird alle Schwefelsäure entfernt (ib. p. 37). Was die Darstellung des salpetersauren. phosphorsauren und salzsauren Albumins anbetrift. so unterschied sich dieselbe von derjenigen des obigen Präparats bedeutend; die Flüssigkeit wurde direkt mit verdünnten Säurelösungen gefällt, und der erhaltene Niederschlag für eine Verbindung des Proteins mit den genannten Säuren angesehen. Was das essigsaure Albumin anbetrilft, so bezeiclmete man mit diesem Namen die bei der
') Aus diesem Grunde scheint mir Simon’s Angabe (137 p. 60) ungenau, als babe Berzelius ein Verfahren gegeben, eine Lösung von Albumin in Kohlensäure zu erhalten, nachdem dasselbe in
einem Alkali aufgelöst, sodann gefällt worden war und in Kohlensäure, wie Bird vorgeschlagen hatte, aufgelöst wurde.