﻿VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN SÄUREN.
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Behandlung eiweisshaltiger Flüssigkeiten mit Essigsäure erhaltene geleeartige Masse (4 p. 38—9; 137 p. 60).
Mulder (102 p. 9) giebt eine Verbindung des Proteins mit Essigsäure nicht zu, erkennt aber eine schwefelsaure Verbindung an. Casein z. B. bilde mit Schwefelsäure eine Gallerte, welche nach dem Auswaschen in sehr viel Wasser das anfängliche Aussehen des Caseins wiedergewinnt. Eine Verbindung mit Salzsäure erhielt Mulder, indem er das trockene Gas über trockenes gepulvertes Eiweiss leitete; erfand, dass 100 Teile der Proteinsubstanz 11,5 Teile des Gases aufnahmen (137 p. 60).
Was die bei der Behandlung proteinhaltiger Flüssigkeiten mit Säuren bis zu schwachsaurer Pieaktion erhaltenen Niederschläge anbetrifft, welche von den Autoren für Säureverbindungen gehalten wurden, so gewinnen sie seit Denis eine ganz andere Bedeutung. Denis sieht dieselben für in freiem Zustande ausgeschiedenes Protein an, welches in den natürlich vorkommenden Flüssigkeiten von Alkalien und Salzen J) in Lösung gehalten wurde. Mit einem Worte, wir haben diejenige Substanz vor uns, welche heutzutage Globulin genannt wird. In der Tat kann man nicht umhin Denis beizustimmen, da Berzelius selbst, in den durch Schwefelsäure in pro-te'inhaltigen Flüssigkeiten bewirkten Niederschlägen nach dem Auswaschen mit Wasser einen Ueberschuss von Schwefel, welcher auf gebundene Schwefelsäure hingewiesen hätte (4 p. 38), nicht fand, worauf Braconnot (p. n. 172) übrigens schon früher hingewiesen hatte.
Schon in den ersten 10 Kapiteln hoben wir hervor, dass die Fällung durch Säuren in der Geschichte eines jeden Globulins eine nicht geringe Rolle spielt, und dass man sich solcher auch zur Ausscheidung dieses oder jenes Globulins bediente. Neben diesen Fällungsmethoden ist es interessant die Fällung salzhaltiger Fibrinlösungen mit Säuren, wie Denis (p. n. 235) und nach ihm Nasse sie im Jahre 1842 ausführten, zu betrachten. Nasse nannte den durch Zusatz einer geringen Menge Essigsäure zu einer salzhaltigen Fibrinlösung erhaltenen Niederschlag „essigsaures Albuminat“ (105 p. 156).
Nachdem wir auf Grund von Denis’s Arbeiten die durch Neutralisation protein-haltiger Flüssigkeiten mit verschiedenen Säuren erhaltenen Niederschläge der Gruppe der Globuline zugezählt, deren Kenntnis wir, wie man gestehen muss, den Arbeiten verdanken, welche die Erforschung des Verhaltens der Säuren zu den protein-haltigen Flüssigkeiten bezweckten, bleiben uns die Verbindungen oder Gemenge übrig, in denen die Mitwirkung von Säuren unzweifelhaft ist. So finden wir bei Berzelius (4 p. 35) eine Darstellungsart des geronnenen Proteins, die sich von der soeben beschriebenen scharf unterscheidet. Nach der Fällung proteinhaltiger Flüssigkeiten mit verdünnter Salzsäure wusch Berzelius den erhaltenen Niederschlag mit salz-säurehaltigem Wasser, und brachte ihn dann in Wasser; darin löste er sich, natürlich auf kosten der Salzsäure, auf, infolgedessen in der Lösung salzsaures Albumin erhalten wurde. Die Lösung wurde mit Ammoniumcarbonat gefällt, der Niederschlag auf dem Filter gesammelt und mit Wasser, Alkohol u. s. w. gewaschen. Das erhaltene Präparat hielt Berzelius für coagulirtes Protein.
Wenn wir uns vergegenwärtigen, dass Berzelius „coagulirtes Albumin“ auch diejenigen Niederschläge nannte, welche in der Folge für Globulin anerkannt wur-
') „Quest- ce que l’albumine? Prenez pour pure, en étendant d’eau le blanc d’oeuf ou le type, comme tous les physiologistes et les cbi- sérum, et en saturant leur alcali naturel avec un mistes, soit le blanc d’oeuf, soit le sérum du sang acide quelconque; l’albumine se précipitera“ (ib.
de l’bomme ou du boeuf“ (26 p. 17)............... p. 19—20).
„Vous séparerez aussi de l’albumine moléculaire
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