﻿VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN SÄUREN.
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scheidet. Das in Chlorwasserstoffsäure aufgelöste Casein wurde durch Neutralisation ausgefällt, und der Niederschlag löste sich in einem Ueberschuss des fällenden Agens (ib. p. 581) auf.
Das, was Liebig und Strecker blos flüchtig beobachteten, unterwarf Parkes einem genaueren Studium (112 p. 84; 113 p. 28). Im Jahre 1850 fand er, dass, wenn in stark mit Salzsäure angesäuertes Blutserum Kochsalzkrystalle eingetragen werden, in dem Maasse, wie dieselben sich auflOsen, Protein sich um sie herum ausscheidet ‘). Umschütteln des Gemenges bewirke Auflösung sowohl der Salzkry-stalle als auch des Proteinniederschlags. Wird aber eine genügende Salzmenge zugesetzt, so gewahre man schon Auflösung des Proteins nicht mehr, und es lasse sich im Filtrat nicht nachweisen 2)!
Zugleich beobachtete Parkes, dass in diesem Falle die Säure und das Salz einander gleichsam ergänzen: je mehr Säure genommen wird, desto weniger Salz bedürfe es zur Fällung des Proteins und umgekehrt. Die Rolle des Kochsalzes könne irgend ein anderes Neutralsalz, Kalium, Natrium- oder Magnesiumsulfat, Natriumnitrat, Chlorkalium, übernehmen. Interessant ist aber, dass Parkes bei gleichzeitiger Einwirkung von Essigsäure und Kaliumacetat keine Niederschläge erhielt. Auch Natriumphospat gebe mit Essigsäure keine Fällung, und sei sogar der Fällung durch Kochsalz in einem gewissen Maasse hinderlich 3). Mit demselben Erfolge könne Essigsiiure durch eine andere ersetzt werden 4).
Fast zu derselben Zeit wie Parkes gelangte Melsens, wrenn auch durch in umgekehrter Reihenfolge veranstaltete Versuche, zu denselben Resultaten (91 p. 247). Melsens trug in die prote'inhaltigen Flüssigkeiten Salze ein und verlieh ihnen dadurch die Eigenschaft, durch Essigsäure und Phosphorsäure gefällt zu werden, während doch Unfällbarkeit5) der prote'inhaltigen Flüssigkeiten durch diese Säuren das sog. historische Albumin charakterisirte. Dabei bemerkte Melsens, dass die durch Phosphorsäure erzeugten Niederschläge in einem Ueberschuss derselben löslich waren, was bei der Essigsäure nicht der Fall sei. In demselben Jahre (1850) wies auch Lehmann (78 p. 342) auf die Fällbarkeit einer sauren Proteinlösung durch neu trale Salze, aber schon beim Erwärmen, hin; so sollen proteinhaltige Flüssigkeiten mit einer im Ueberschuss genommenen organischen Säure beim Kochen nicht gerinnen, wird aber vorher Natriumsulfat, Kochsalz oder Salmiak zugesetzt, so entstehe beim Kochen ein Niederschlag.
1. P a n u m’s Arbeiten. Eine für jene Zeit sehr schwere Aufgabe stellte sich Panum, indem er unternahm das Verhalten folgender Körper zu einander aufzuklären: 1) des seinen Eigenschaften nach damals noch wenig bestimmten Seroglobins, oder Serumcaseins (AkM 48 — 60 p. 108), wie Panum es nannte; 2) der säure-
*) „If the undiluted serum of the blood be strongly acidified with acetic acid, no change of results, or a very slight haze is produced. If large fragments of chloride of sodium are now dropped into this fluid, the following changes occur. Almost immediately the sharp angles of the salt disappear, the fragment increases in size, and becomes rounded in form, from the deposit upon its surface of a coating af albumin“ (112 p. 84).
-) „If chloride of sodium be now added to saturation, the whole of the albumen is thrown down, and the liquid, which can be filtered of the precipitate, gives no indication of albumen or the very merest trace“ (112 p. 84).
3) „It is an interesting point that the common phosphate of soda (2 atoms of fixed base) not only gives no precipitate by itself, or with acetic acid, but appears to a certain extent to dissolve that given by the chloride of sodium (112 p. 85). On the contrary, no precipitate can be obtained with acetate of potash and acetic acid“ (112 p. 84).
*) „Other acid may be substituted for the acetic“ (ib).
5) „En changeant la constitution physique des liquides albumineux par des additions des sels solubles, on rend l’albumine précipitable par l’acide phosphorique à 3 équivalents d'eau, et par l’acide acétique“ (91p. 247).