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VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN SÄUREN.
haltigen, durch Einwirkung von Säuren auf proteinhaltige Flüssigkeiten erhaltenen Gallerte, wobei Panum ausser den von Lieberkühn zu demselben Zwecke angegebenen Säuren auch noch Oxalsäure-, Milchsäure und Schwefelsäure benutzte (109 p. 436); 3) des nach der Entfernung der Säuren zurückgebliebenen Rückstands, der bei Lieberkühns Arbeiten erhalten und von ihm coagulirtes Eiweiss genannt wurde, und endlich 4) der salzsauren Niederschläge aus den proteïnhaltigen Flüssigkeiten, welche durch gleichzeitige Einwirkung von Säuren und Salzen nach Melsen’s Vorgehen erhalten wurden, da Panum die andern von uns genannten Autoren. Lehmann ausgeschlossen, nicht kannte.
Panum’s Beobachtungen gewinnen ein um so grösseres Interesse, als er seine Vergleiche an Präparaten einer und derselben Herkunft, aus denselben proteinhaltigen Flüssigkeiten bereitet, anstellte.
Was die Bereitung des Seroglobins anbetrifft, so wirkte Panum mit Wasser und Kohlen- oder Essigsäure auf Serum ein (W 48—60 p. 105). wobei der erhaltene Niederschlag durch Filtration entfernt wurde; das Filtrat sah Panum für Albumin an (p. n. 79). Die Säuregallerte sowie die Rückstände nach der Entfernung der Säure bereitete Panum nach Lieberkühn’s Verfahren (p. n. 181). Die durch Säure und Salz bewirkten Niederschläge dagegen, bereitete Panum 1) aus Seroglobin, indem er es in einer möglichst geringen Menge Essigsäure autlöste, wozu, bemerken wir nach Panum’s eigenen Beobachtungen (p. n. 75), nur sehr wenig von dieser Säure nötig ist. Die säurehaltige Seroglobinlösung fällte er mit genügenden Quantitäten von Chlorammonium, Chlornatrium oder Chlorcalcium, von essigsaurem oder phosphorsaurem Natrium, oder mit einer gesättigten Magnesiumsulfatlösung. Mit denselben Salzen wurden auch Niederschläge erhalten, wenn man statt der Seroglobinlösung in Essigsäure eine solche in Phosphorsäure nahm (109 p. 427); 2) benutze Panum den beim Kochen des Filtrats nach der Entfernung des Seroglobins auf obenerwähnte Weise aus dem Serum erhaltenen Niederschlag (ib. p. 428 und 441) und 3) auch Fibrin, wobei er sowohl diesen als jenen Niederschlag zuerst in einer sehr schwachen Ätzkalilösung auflöste, da es Panum nicht gelungen war durch direkte Auflösung der genannten Produkte in einer Säure Material genug zu beschaffen, und dann diese alkalischen Lösungen mit Essigsäure fällte, in deren Überschuss der Niederschlag sich autlöste (ib. p. 428, 441 und 444). Die erhaltenen Lösungen verhielten sich gegen die obengenannten Salze ebenso wie die säurehaltigen Seroglobinlösungen. Auch in diesen Fällen lieferte sowohl zur Fällung als zur Auflösung genommene Phosphorsäure dieselben Resultate. Am häufigsten endlich benutzte Panum 4) unverdünntes Blutserum, oder 5) Eiweiss, indem er durch direkten Zusatz von Phosphor-, oder Essigsäure Lösungen dieser Substanzen erhielt; die erhaltenen Gemenge verhielten sich zu den Salzen ebenso wie die obenerwähnten Lösungen. Dasselbe Verhalten zeigte das Blutserum zu der Milchsäure, Weinsäure, Oxalsäure und sogar der Schwefelsäure, wenn letztere in sehr geringer Menge bis zur Bildung eines kärglichen, sich nicht lösenden Niederschlags, zugesetzt wurde.
Ein solches Verhalten der genannten Proteinpräparate leiteten Panum zu folgendem Schlüsse: die Lösungen der Proteinkörper in Säuren werden durch Neutralsalze gefällt *).
Eine sehr wichtige Beobachtung für die Charakteristik des Verhaltens des Proteins gegen die Säuren machte Panum bei der umgekehrten Aufstellung der Versuche und zog daraus den wertvollen Schluss, dass stark neutralsalzhaltiges Blut-
*) „........ dass die Lösungen eiweissartiger Körper in Säuren durch Mittelsalze gefällt
■werden“ (109 p. 428).