﻿VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN SÄUREN.
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kommensurable, sondern geradezu naïve Vergleiche an, wie z. B. dass der durch Salze und Säuren erzeugte Niederschlag bei Gegenwart des Salzes sogar in einem grossen Überschuss von Essigsäure sich nicht löse, während das Seroglobin in dem allergeringsten Säureüberschuss löslich sei 1). Panum vergisst dabei, dass er diese Löslichkeit des Seroglobins gerade bei Abwesenheit von Salzen beobachtet hatte (108 p. 251), namentlich aber dass eine Globulinlösung in Essigsäure von Salzen gefällt wird, und dass der Niederschlag bei Gegenwart von Salzen sich deshalb in Essigsäure offenbar nicht lösen kann. Endlich sei der durch Essigsäure, Phosphorsäure u. s. w. erzeugte Niederschlag in Wasser leicht löslich, und scheide die Lösung in der Siedhitze keinen Niederschlag aus, während das Seroglobin in Wasser unlöslich sei 2). Erinnern wir noch einmal daran, dass das Seroglobin aus mit Wasser verdünnten, folglich sehr salzarmen Flüssigkeiten ausgefällt wurde, während die durch Salze und Säuren bewirkten Niederschläge ungleich mehr Salz enthielten und gerade infolge der Leichtlöslichkeit des Globulins überhaupt sich ihrerseits schnell und gut bei Wasserzusatz auf kosten des durch den Niederschlag zurückgehaltenen Salzes lösen konnten: gerade hier bildete sich eine sehr verdünnte Salzlösung, welche, Panum's Worten nach, das echte Seroglobin so leicht auflöste 3); war dabei eine sehr verdünnte Lösung entstanden, so konnte dieselbe beim Kochen auch nicht gefällt werden (.V.V 75—80 p. 259).
Schliesslich finden wir auch bei Panum Angaben darüber, dass bei der Fällung des Seroglobins aus einer mit Kochsalz gesättigten sauren Lösung beim Auswaschen des Überschusses der Kochsalzlösung (109 p. 443) der Niederschlag sich auflöste. Widrigenfalls müsste man zugeben, dass der Niederschlag eine zur Auflösung im zugesetzten Wasser genügende Essigsäuremenge mitgerissen hatte, auf kosten derer, infolge der bedeutenden Verminderung des relativen Salzgehalts, sowohl Auflösung als auch Ungerinnbarkeit in der Wärme erfolgen konnte. Bei Panum finden wir jedoch Angaben genug darüber, dass hier die Säure keine Rolle spielte, trotzdem er zuerst selbst geneigt war deren Mitwirkung bei der Auflösung des Niederschlags zuzugeben. Das Auswaschen der Niederschläge in koncentrirter Kochsalzlösung gewährte Panum die Möglichkeit, die letzten Reste der Säure zu entfernen. Er verfuhr hierbei auf zweierlei Art: er fällte den Niederschlag entweder nach dem Auflösen in Wasser durch Sättigung mit Kochsalz, indem er Stücke davon in die Flüssigkeit eintrug, den erhaltenen Niederschlag aufs neue auflöste u. s. w., bis das Filtrat nicht mehr sauer reagirte 4) (ib. p. 433, 453), oder er wusch den auf dem Filter gesammelten Niederschlag mit derselben gesättigten Kochsalzlösung, bis alle Säure entfernt war 5). Nicht nur schliessen diese Versuche Panum’s die Mitwirkung der
*) „Ferner ist die durch Essigsäure in einer salzreichen Albuminlösung hervorgebrachte Fällung bei Gegenwart des Salzes selbst in grossem Säureüberschuss nicht löslich; das Serumcasein löst sich dagegen bekantlich bei dem allergeringsten Säureüberschuss“ (109 p. 432).
*) „Endlich ist der durch Essigsäure, Phosphorsäure u. s. w. aus salzreichen Eiweisslösun-gen frisch gefällte Stoff in Wasser sehr leicht löslich, und die wässrige Lösung desselben bleibt beim Erhitzen zum Kochen klar, während das frisch gefällte Serumcasein in Wasser ganz unlöslich ist“ (109 p. 432).
3) ...... die Löslichkeitsverhältnisse des Se-
rumcaseüns; während dieser Stoff frisch gefällt in
höchst verdünnten Salzlösungen leicht löslich ist (109 p. 438; S. auch die Anm. p. n. 188).
4) „Anfangs löste ich den auf dem Filtrum gesammelten Stoff in destillirtem Wasser und fällte ihn wieder aus der wässrigen Lösuug durch chemisch reines festes Kochsalz, sammelte ihn wieder auf einem Filtrum, löste ihn, nachdem die Flüssigkeit abgetropft war, wieder in Wasser, fällte die wässrige Lösung abermals mit Kochsalz und so fort, bis das Filtrat nicht länger sauer reagirte“ (109 p. 433).
E) „Die andere Methode, die ich später angewendet habe, um die Säure auszuwascheu, führte übrigens noch leichter und schneller zum Ziel-sie bestand ganz einfach darin, dass der auf dem