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VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN SÄUREN.
jedoch, trotz der offenbaren Identität der Reaktionen derselben, nicht tat *). In der Tat lösen sich beide Niederschläge leicht in Wasser, fallen beim Kochen (s. oben) aus, lösen sich nicht in Essig- oder in Phosphorsäure, natürlich, wenn der Salzüberschuss nicht entfernt wurde, worauf auch schon Panum hinwies. Endlich konnte bei der sorfältigsten Behandlung des durch Salz und Säure erzeugten Niederschlags beim Auswaschen sowohl mit kaltem als mit heissem Wasser das Kochsalz aus dem Eiweisspräparat nicht entfernt werden, dessen Panum in letzterem 0.569% fand (109 p. 458)!
Was die Säuren anbetrifft, so konnten durch nicht weniger sorgfältige Untersuchungen weder mit dem Protein verbundene noch zurückgehaltene" freie Säuren in den durch Salz und Säure erzeugten Niederschlägen * 2) nachgewiesen werden (ib. p. 453—5).
Aus dem Dargelegten ersieht man, dass die unbestreitbare und beständige Gegenwart von Kochsalz in den durch Salz und Säure bewirkten Niederschlägen den Gedanken aufkommen liess, dass hier zwischen dem Protein und dem Salz eine chemische Verbindung bestehe. Das einzige, was Panum abhielt eine solche Verbindung anzuerkennen, war der Umstand, dass man, seiner Ansicht nach, „das Atomgewicht des Albumins“ im Vergleich mit dem damals angenommenen mehr als verdoppeln müsste 3)! Daher blieb ihm, wie er meint, nichts anderes übrig, als diesen durch Salz und Säure ausgefällten Niederschlag, an dessen Bildung weder die Säure noch das Salz einen Anteil hatten, für eine besondere Modifikation „des Albumins“ anzuerkennen, die, wie ihm scheint, dennoch durch die Säure bedingt wird, und „Acidalbumin“ zu benennen 4), wenn auch nur, um weitläufigen Beschreibungen des erhaltenen Produkts zu entgehen.
In der Überzeugung, dass weder das Salz noch die Säure in den durch dieselben ausgefällten Niederschlägen sich chemisch verbinden, nimmt Panum an, dass die Säure in diesem Fällen eine katalytische (!) Wirkung ausübt, und vergleicht die Wirkung der Säure in diesem Falle mit derjenigen der Schwefelsäure bei der Ätherbildung 5)!
0 „Aus dem Serum finde ich allerdings, dass man durch eine sehr grosse Menge fein gepulvertes, reines Kochsalz einen festen, eiweissartigen Stoff fällen kann; dieser zeigt aber nicht die Eigenschaften der durch Säure und Salz gefällten Stoffe. Er löst sich nämlich sehr leicht in Wasser, und die wässrige Lösung wird durch Kochen vollständig gefällt____in Essigsäure und Phosphor-
säure ist er unlöslich“ (ib. p. 458).
~) „.....so dürfte es doch wohl gestattet sein,
aus den vorliegenden Untersuchungen den Schluss zu ziehen, dass die untersuchten Substanzen keine Verbindungen der Phosphor - oder Schwefelsäure mit als Base fungirenden eiweissartigen Substanzen sein können“ (109 p. 456).
3)	„Wollte man annehmen, dass diese 5,69 pro mille Chlornatrium mit dem eiweissartigen Stoffe chemisch in einem bestimmten stöchiometrischen Verhältniss verbunden gewesen wären, so müsste man eine die höchsten unter den bisher aufgestellten noch um das Doppelte übersteigende Atomzahl für das Albumin annehmen“ (ib. p. 458-9).
4)	„Es bleibt uns somit nicht wohl eine andere
Annahme übrig als diese: die durch Mittelsalze
aus sauren oder durch gewisse Säuren aus salzreichen Lösungen eiweissartiger Körper gefällte Substanz als eine eigenthümliche Modification des Albumins, als einen aus der Veränderung des Atomencomplexes desselben hervorgegangenen Stoff' zu betrachten. Da derselbe unabhängig von der Art der angewandten Säure und von der Qualität des Salzes u. s. w. gemeinsame und sehr characteristische Eigenschaften darbietet, die ihm inhärent sind und zunächst durch die Säure hervorgebracht zu werden scheinen, so schlage ich vor, denselben „Acidalbumin“ zu nennen, wenn auch nur, um durch einen solchen Namen jedesmal „weitläufigen Umschreibungen zu entgehen“ (109 p. 459).'
5)	„Da weder die Säure noch dass Salz mit diesem neu entstandenen Stoff in Verbindung tritt, so muss man die Wirkung eine katalytische nennen, wenn man überhaupt den Begriff der Katalyse festhält. Sucht man eine Analogie, so bietet sich eine solche schon in der Aetherbildung aus Alkohol durch Schwefelsäure“ (109 p. 459). ~