﻿VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN SÄUREN.
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nach Lieberkühn’s Verfahren bereiteten Globulinverbindung. Im weiteren beobachtete Brücke (13 p. 178), dass Fibrin in sehr verdünnter Salzsäure aufquillt, in stärkerer zusammenschrumpft, weisslich wird, in noch stärkerer wieder aufquillt, endlich in concentrirter Salzsäure zusammenfällt und sich trübt.
Ausser dem Verhalten der Essigsäure und anderer Säuren zum Globulin untersuchte Schmidt auch dasjenige der Kohlensäure (129 p. 437). In Wasser mit einem sehr geringen Ätznatrongehalt aufgelöstes Seroglobin wurde sowohl von Kohlensäure als auch von anderen „höchst“ verdünnten Säuren gefällt, wobei der Niederschlag sich in einem unbedeutenden Ueberschusse einer solchen, offenbar mit Ausschluss der Kohlensäure *), auflöste. Der aus einer schwachsauren oder schwachalkalischen Lösung ausgeschiedene Niederschlag löste sich in Wasser ganz unbedeutend; sogar bei Einleitung von Kohlensäure in eine solche Lösung machte sich eine durch die Ausscheidung des Globulins bedingte Trübung bemerkbar. Offenbar wurden so unbedeutende Globulinmengen auch durch Kohlensäure ausgeschieden, folglich war diese nicht einmal imstande das Globulin hier aufzulösen. Nach dem Abflltriren dieser Trübung bewirkte Einleiten von Kohlensäure eine neue (129 p. 438)! Wenn diese Säure das Globulin in so geringer Menge fällte, so konnte sie es in keinem Falle auflösen! Globulinlösungen in Säuren schieden beim Kochen keinen Niederschlag aus; nach dem Einträgen eines neutralen Alkalisalzes gewannen sie die Fähigkeit, in der Wärme gefällt zu werden (ib. p. 438). In der Lösung eines Mittelsalzes aufgelöstes Seroglobin wurde durch Kohlensäure oder sehr verdünnte Essigsäure erst nach vorangegangener Verdünnung mit Wasser gefällt; in unverdünntem rief weder Kohlensäure noch verdünnte Essigsäure Fällung hervor, infolgedessen die Salzlösung um so mehr mit Wasser verdünnt werden musste, je mehr Globulin lösendes Salz dieselbe enthielt 3). Uebrigens könne Essigsäure auch aus unverdünnten salzhaltigen Seroglobinlösungen einen Niederschlag ausscheiden. der sich in einem Ueberschuss von Essigsäure lösen soll (ib. p. 439).
Das soeben Mitgeteilte erklärt die Beobachtungen früherer Forscher, und finden wir in Denis’s und Schmidt's Arbeiten das, woran es Panum fehlte, um die durch Salz und Säure erzeugten Niederschläge unter den Umständen, wie er sie erhielt, für Globulin anzuerkennen. Dass Kohlensäure nicht als Lösungsmittel für das Globulin dienen kann, zeigen auch folgende Beobachtungen von Schmidt. Ein wässeriges Linsenextrakt gerann in drei Versuchen bei 79°, 88°, 90°; bei der Einleitung von Kohlensäure beobachtete man Fällung schon bei 55°. Blutserum, welches bei 78° und zwar in Gallertform gerann, coagulirte bei Gegenwart von Kohlensäure schon bei 66° und schied zudem Flocken aus! In den genannten Fällen wirkt Kohlensäure überhaupt wie schwache Mineralsäurelösungen oder Essigsäure (ib. p. 442). Dass Kohlensäure das Globulin nicht auflösen kann, zeigt endlich auch der Umstand, dass Schmidt zur Ausscheidung des Globulins aus dem Hämatoglobin, anstatt der Essigsäure, Kohlensäure anzuwenden rät, da erstere schon das Globulin in sehr geringen Mengen löse (ib. p. 444).
') ..Der Niederschlag, mag er durch Kohlensäure oder irgend eine verdünnte Säure bewirkt worden sein, löst sich im geringsten Ueberschuss der letzteren wieder auf, um beim Neutralismen der schwach sauren Lösung wiederzukehren und in geringstem Alkaliüberschuss wieder zu schwinden“ (129 p 437).
■) „Eine gesättigte Salzlösung der fibrinoplas-tischen Substanz trübt sich etwas beim Verdünnen mit Wasser, die Trübung wird nach und nach stärker, doch scheidet sich auf diese Weise
nur ein Theil der Substanz aus. Eine reichliche Ausscheidung findet jedoch statt, wenn man durch die stark verdünnte Salzlösung Kohlensäure leitet oder verdünnte Essigsäure zusetzt. Im concentrirten Zustande werden die gesättigten Salzlösungen durch diese Säuren nur sehr schwach getrübt. Je grösser der Ueberschuss des lösenden Salzes ist, desto stärker muss die Verdünnung sein, um die Substanz durch Kohlensäure oder verdünnte Ess'gsäure zu fällen“ (129 p. 439).