﻿VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN SÄUREN.
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dien des tatsächlichen Übergangs des Proteins in den mutmaasslichen durch Säuren bewirkten Zustand anzusehen sei, Hessen sich die Autoren weder von den Ansichten ihrer Vorgänger, noch auch von den Eigenschaften des in den gewünschten Zustand überzuführenden Körpers leiten. Wenn Hoppe-Seyler sich nicht verpflichtet fühlt Kühne’s Ansicht, dass der Übergang des Proteins in Syntonin nur dann stattfinde, wenn beim Kochen der säurehaltigen Lösung keine Gerinnung erfolgt, Rechnung zu tragen, so erfährt er seinerseits dasselbe Schicksal, denn Lehmann berücksichtigt Hoppe-Seyler’s Betrachtungen über den Übergang z. B. des Myosins in Syntonin gar nicht, auch dann nicht, wenn der Neutralisationsniederschlag aus einer säurehaltigen Lösung dieses Proteins seine Löslichkeit in Salzen verliert. Er stellt sein eigenes Kriterium auf, indem er nämlich annimmt, dass die Einwirkung der Säure auf das Protein nur in dem Falle stattgefunden hat, wenn die Säureproteinlösung und die über derselben befindliche Schicht eines 0,5° 0-igen Alkali an der Berührungsstelle beider einen Niederschlag in Gestalt eines trüben Kreises ausscheidet Q! Wird aber ein solches Kriterium gewählt, so wirft sich unausbleiblich die Frage auf, welches denn die Säuremenge sei, die das Protein in diesen mutmaasslichen Zustand überführen kann. Zw seinen Versuchen bediente sich Lehmann eiuer Hühnereiweisslösung mit 2° 0 Gehalt an trocknem Eiweiss; zu dem Zwecke wurde das Hülmereiweiss mit 2 Vol. Wasser verdünnt, und das Gemenge behufs Entfernung des Globulins mit Essigsäure gefällt. Als Versuchssäure diente 62%-ige Essigsäure, spec. Gew. 1,060, teils mit Wasser verdünnt, teils unverdünnt. Es erwies sich, dass bei Zimmertemperatur auf 5 cc. Proteinlösung schon 1,5 cc. verdünnter Essigsäure oder auf 1% wasserfreien Proteins—0,3% wasserfreier Säure genügten, damit sogleich ein „Albummat“ erhalten wurde; bei der gleichen Pro-temmenge und der nur halben Quantität Säure aber zeigte sich der trübe Kreis nach einer Stunde, und bei einem noch geringeren Säuregehalt bedurfte es noch längerer Zeit, ehe der Kreis erschien. Bei erhöhter Temperatur bildete sich derselbe schneller. Man darf wohl sagen, dass diese Niederschläge einerseits allen Anforderungen genügen, welche an die Neutralisationsniederschläge gestellt werden, andererseits Panum's durch Salz und Säure bewirkten Niederschlägen entsprechen. Je grösser die Säuremenge und je höher die Temperatur ist, desto schneller gehe infolge der Mitwirkung der Wärme das Ausfallen des neugebildeten Natriumacetats und der Essigsäure, die noch nicht Zeit gehabt hat. sich zu neutralisiren, von statten (p. n. 194).
Es ist interessant zu erwähnen, dass Lehmann ähnliche Versuche, aber in umgekehrter Ordnung, mit alkalihaltigen Prote'inlösungen ausführte und sich dabei desselben Kriteriums bediente (p. n. 80).
Ausser der Säurelösung erhielt Lehmann aber auch säurehaltige, geleeartige Massen, die er, bemerken wir hier gleich, ebenso unrichtig „Albuminat“ nannte. Um diese geleeartigen Massen zu erhalten, bedürfe es ungleich grösserer Säuremengen, wobei >ie sich sowohl in der Wärme als in der Kälte in Wasser aullösen. Diese Lösungen, wie auch die unmittelbar aus den protemhaltigen Flüssigkeiten durch Zusatz von Säure erhaltenen, würden durch Alkalien gefällt, und die Niederschläge n einem Überschuss des Alkali löslich (81 p. 110).
:) „Oie Gegenwart des Albuminats wurde mittelst einer 1 /•_■ go Xatronlösung constatât, die vorsichtig in einem Reagenz,Maschen auf die mit der Säur»1 versetzte Eiweisslosung gegossen wurde, so dass jene eine Schicht über dieser bildete;
war das Albuminat vorhanden, so geschah an der Berührungsstelle der zwei Schichten eine Ausfüllung von Eiweiss, im entgegengesetztem Falle natürlich (?!) nicht, diese Reaction ist sehr empfindlich“ (81 p. 111).
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