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VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN SÄUREN.
lösen sich aber in verdünnten Alkalien und Säuren, und würden aus den Lösungen durch entsprechende Neutralisation ausgefällt. Concentrirte Lösungen von Neutralsalzen fällen deren säurehaltige Lösungen schon bei Zimmertemperatur. „Dies alles stimmt vorläufig mit den Reaktionen des Seroglobins ein“, bemerkt Eichwald (ib. p. 71—2). Was die Löslichkeit in Salzen anbe.trifi't, so vergleicht Eichwald, den Einfluss des Wasser in Betracht ziehend, nur diejenigen Präparate des Seroglobins, des Caseins, der Neutralisationsniederschläge aus den Alkalialbuminaten und endlich des Syntonins, auf welche Wasser schon eingewirkt hat. und welche folglich ihre Löslichkeit in Salzen verloren haben, wobei Eichwald in Bezug auf das Casein sich hier auf Denis (p. n. 204—5) und hinsichtlich des Neutralisationsniederschlags aus einem Alkalialbuminat und des Syntonins auf Kühne (p. n. 2u3) beruft. Die genannten Präparate (die ersten vier), biissen nicht nur ihre Löslichkeit in Salzen ein. sondern werden auch in verdünnten Säuren und Alkalien schwel löslich. Dieser letztere Umstand leitet Eichwald auf den Gedanken, die durch Wasser hervorgebrachte Modifikation sei ein Übergangszustand zu dem durch Wärme coagulirten unlöslichen Protein. Somit ist Eichwald bereit die Benennung Syntonin zu verwerfen, möchte sie aber für das Produkt erhalten wissen, welches er durch Einwirkung von Salzsäure aus Serum album in (!) erhielt, ein Produkt, welches mit dem Seroglobin ganz identisch sei, den ein jeder aber für Syntonin anerkennen müsse ')• Eigentlich hatte auch schon Kühne (p. n. 20G) das Syntonin im allgemeinen mit solchen Produkten identifient. Jedenfalls begriff Kühne unter dem Ausdruck Syntonin das durch Einwirkung verschiedener Säuren aut verschiedene Protci'nsubstanzen erhaltene Produkt (p. n. 203). Hoppe-Seyler schränkte zwar den Begriff „Syntonin“ ein, indem er darunter nur das Produkt meinte, welches unter blosser Einwirkung von Salzsäure, doch auf Protein verschiedener Herkunft, entsteht; Eichwald aber schränkt diesen Begriff auch noch in dieser Hinsicht ein und behält den Ausdruck „Syntonin-nur für das Produkt der Einwirkung von Salzsäure auf das Protein, welches nach der Ausscheidung des Seroglobins unter der Einwirkung von Kohlen- und Essigsäure in 10-fach mit Wasser verdünntem Serum zurückbeibt (32 p. 78). Um sein Syntonin zu erhalten, schied Eichwald sorgfältig das Globulin aus 10-tach mit Wasser verdünntem Blutserum durch Behandlung mit Kohlensäure und Ansäuern mit Essigsäure aus. Die von dem Niederschlag abfiltrirte Flüssigkeit, mit etwas Säure oder einem Ätzalkali oder mit einem Alkalicarbonat versetzt, verändere sich zwar beim Kochen in einer einzelnen Portion nicht, wird aber ein Neutralsalz eingetragen, so erfolge Fällung; dabei müsse zur Erreichung eines und desselben Effekts die Menge des eingetragenen Salzes im umgekehrten Verhältnis vorhanden sein. Der erhaltene Niederschlag verhalte sich zu
fallende Übereinstimmung seiner Iteactionen mit denen, welche als charakteristisch gelten für fällbares Albumin oder Alkalialbuminat, Milch casein und Syntonin. An allen dreien sind schon Erscheinungen beobachtet worden, welche auf eine allmälige Umwandlung im gefällten Zustande zu deuten sind“ (ib. p. 71).
') Nach Allem glaube ich, dass man mindestens ebenso vielen Grund hat, das Serumcasein für Syntonin zu halten, als es tiir Natronalbu-minat zu erklären. Es wäre vielleicht noch richtiger, sich an die äusserste Verdichtung, die der Stoff beim Auslaugen mit H:0 erfährt, zu halten und auszusagen, der aus dem verdünnten Serum hei scir-ach saurer Reaction ausgefallene Eiweisskörper gehe allmälig durch die Zwischenstufen
des Natronalbuminats und Syntonins in coagulâtes Albumin über; „er gerinne allmälig im Contact mit HsO“ würden Andere sagen. Dieses wäre jedenfalls der allgemeinste Standpunkt, von welchem aus sich der Vorgang auffassen liesse. Wenn ich im Folgenden dem Ausdrucke „Syntonin“ für die Bezeichnung dieses l mwandlungs-productes den Vorzug gebe, so liegt der Grund hierzu nicht so sehr in dem Verhalten des Niederschlages gegen Alkaliphosphat, als in dem folgenden Umstande: es ist mir durch andauernde Behandlung mit verdünnter El CI gelungen, aus dem Serumalbumin einen Stoff darzustellen, den Jeder für Syntonin halten wird, und der sich genau so verhält, wie d. Serumcasein v. Kühne“ (ib. p. 77-8).