﻿VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN SÄUREN.
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Säure in mit Salz gesättigter Proteinlösung erhaltenen Niederschlag, spricht er sich mit voller Bestimmtheit darüber aus, dass Panum’s Niederschlag hauptsächlich aus „Serumalbumin“ besteht, welches in veränderter Gestalt ausgeschieden ist, aber sowohl etwas Salz als Säure enthält J); dennoch giebt Eichwald zu, dass diese Niederschläge bald aus unverändertem Globulin, bald aus Syntonin bestehen konnten.
Beim Auswaschen des nach Panum erhaltenen Niederschlags mit gesättigter Kochsalzlösung bildet Eichwald, derselbe gehe nur teilweise in die wässerige Lösung idier, wobei Gerinnung in der Wärme nur nach dem Zusatz eines Alkali beobachtet werde; auch Kochsalz bewirke Gerinnung der Lösung. Eichwald’s Ansicht nach, lasse sich auf dieselbe Weise in verändertem Zustande sowohl „Albumin“ als auch Seroglobin ausfällen. Bei ähnlicher Behandlung proteinhaltiger Flüssigkeiten falle zuerst das Globulin und dann schon das unveränderte „Albumin“ aus 2). Um die Frage nach der Beziehung des Acidalbumins zum Syntonin aufzuhellen, vermischte Eichwald mit Wasser verdünntes Serum mit sehr viel gesättigter Kochsalzlösung und fällte dann mit Salzsäure im Überschuss. Die Niederschläge wurden tage-, sogar wochenlang in der Mutterlauge gelassen, bevor man sie untersuchte (ib. p. 128). Eichwald fand jedoch dieselben Beziehungen auch hier: bei der Behandlung mit Wasser ging ein Teil des Niederschlags in die Lösung über, ein anderer blieb ungelöst. Auf Grund solcher Untersuchungen glaubt Eichwald, dass Panum’s Alkalialbumin sich wie lösliches Eiweiss verhalte, da starke Verdünnung dieser Lösung nach der Neutralisation Fällung bewirkte. Was den unlöslichen Teil von Panum's Niederschlag anbetrifft, so quoll er nach der Abscheidung der Salze und der Säure stark in Wasser auf, löste sich aber nicht darin, und auch nicht in Kochsalz von verschiedener Concentration, war aber in den Alkalien und Säuren, aus denen es durch Neutralisation ausgefällt worden war, leichtlöslich. Mit einem Worte, man hatte hier „Syntonin“ vor sich (ib. p. 131)! Panum’s Niederschläge, die mittels o,5—10%-iger Säure bei 10—18% Chlornatrium erhalten wurden, zeigten dagegen ein etwas anderes Verhalten: wenn man versuchte dieselben, nachdem sie sich auf dem Filter, ohne ge w a sehen zu w erde n (!), gesammelt hatten, in Wasser aufzulösen, so lösten sie sich entweder vollständig oder nur zum teil. Auch in diesem Falle bestand der Niederschlag aus Syntonin. Diese Erscheinung suchte Eichwald dahin zu erklären, dass das Syntonin hier ganz oder zum teil sich in Wasser auflöst, was wieder von der im Niederschlage zurückgehaltenen Säure abhänge. Im weiteren bemerkte Eichwald, dass die Niederschläge sich bei geringerem Säuregehalt besser lösten als bei höherem 3).
*) -Ich glaube, dass Panum’s Beschreibung der Hauptsache nach auf der T ntersuchung eines solchen im unveränderten Zustande gefällten salzhaltigen und nebenbei durch mit etwas rückständiger Same verunreinigten Albumins zu beziehen ist“ (ib. p. 126).
■J ..Auch Paraglobulin kann aus seinen Lösungen durch Hineintragen grösserer Mengen von sal/ und nachherigen Zusatz von Cb H AU in unverändertem Zustande ausgefällt werden. Behandelt man natives Serum auf diese Weise, so fallt erst das Paraglobulin, dann aber das Serumalbumin nieder, und beide vollständig bei genügendem Säurezusatz“ (ib. p. 127j.
") „D as nicht g e w a s c h e n e „A c i d album i n“ unterscheidet sich also vom g e wasche n e n n u r d a d u r c h, dass das in i li m e n t h a 11 e n e Svntonin sich
vollständig oder u n v o 11 s t ä n d i g hei Digestion des Niederschlages mit IL 0 a u fl ö s t, u n d der Grad, i n welchem dieses geschieht, hängt offenbar von der dem Niederschlage a n-h ä n g e n d en S ä u r e m e n g e ah. Diese anhängende Säuremenge kann natürlich unter dem Einflüsse mehrerer Nebenumstände (Menge des Niederschlages, seine Yertheilung auf dem Filt-rum, Eigenschaften des letzteren), abgesehen von dem Säuregehalte der Flüssigkeit, schwanken. Es ist so begreiflich, warum nicht immer die bei stärkerem Säuregrade dargestellten Niederschläge vollständiger löslich sind,fals die bei schwächerem Säuregrade dargestellten. Ich habe sogar Niederschläge, die aus sehr wenig Säure enthaltenden Mischungen ausgefallen waren, vollkommen löslich obwohl syntoninlialtig gefunden“ (ib. p. 132).